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03-04-2008
Von "Übersetzungsmaschinen" zu kreativen Mitgestaltern
--Ein Rückblick auf den Werdegang der BR seit den 80er Jahren
Mehr Spielraum und Befugnis
Konkret gesagt, die Beijing Rundschau sollten inhaltlich im großen und ganzen der Beijing Review entsprechen, durfte aber zusätzlich im kleinen Rahmen ihre eigenen Berichte veröffentlichen. Die Themenauswahl der Sonderbeiträge in der BR wurde immer reicher und sprengte allmählich den Rahmen der Rubrik "Brücke der Freundschaft". Wichtige aktuelle Ereignisse wie z.B. Staatsbesuche aus Deutschland und Österreich wurden viel umfassender als in den anderen Ausgaben berichtet. Ausführliche Berichte und Reportagen zu Themen wie dem Shanghaier Volkswagenwerk, Kooperationsprojekten zur Einführung des dualen Berufbildungssystems in Shandong und Tianjin usw. waren nacheinander in der BR veröffentlicht worden. Bald waren in fast jeder Rubrik der BR -- von "Zeitgeschehen", "Notizen aus der Außenwirtschaft" bis hin zu "Kultur und Wissenschaft"-- derartige Beiträge zu finden. Leserbriefe mit positivem Echo auf solche unmittelbare auf den deutschsprachigen Raum gerichteten Beiträge gingen einer nach dem anderen in der Redaktion ein. Ein Bericht unter dem Titel "Frankfurter Künstler zu Gast" wurde sogar von einem deutschen Magazin in vollem Wortlaut nachgedruckt. All dies ermutigte die Beijing Rundschau, in dieser Hinsicht weitere Versuche zu unternehmen.
Auf eine noch lebendigere und ansprechendere Art und Weise
Vor 20 Jahren waren Gespräche und Interviews in chinesischen Massenmedien nur selten zu sehen. Auf Anregung von deutschen Lesern, und insbesondere angespornt durch die damalige Zeitströmung "das Denken zu befreien", versuchte die BR die Rubrik "Unser Gespräch" einzuführen, die ab 1987 erschien. Das erste Interview in dieser neuen Rubrik machte die BR mit einer Arbeiterin und einem Arbeiter aus dem ersten chinesisch-deutschen Joint Venture, Wella Balsam, die Shampoo und Conditioner produzierte. Gleich nach dem Erscheinen fand das Gespräch breite Resonanz bei deutschen Lesern. In ihren Briefen gratulierten sie der BR zur neuen Rubrik. Manche von ihnen stellten in Leserbriefen noch zusätzliche Fragen direkt an die beiden Gesprächspartner. Andere äußerten sogar ihren Wunsch, einen Briefwechsel mit den beiden chinesischen Arbeitern aufzunehmen. Anschließend folgten Gespräche mit einer Beijinger Trolleybus-Schaffnerin, einem Verkehrspolizisten, einem pensionierten Offizier, einem erfahrenen Arzt der traditionellen chinesischen Medizin sowie Lehrern und Schülern einer Mittelschule. Im Frühjahr 1988, als der Nationale Volkskongress in Beijing tagte, machte die BR ein Exklusivinterview mit der Abgeordneten Dr.-Ing. Wei Yu. Sie hatte an der TH Aachen promoviert und zählte zu den führenden chinesischen Wissenschaftlern im Bereich der Elektronik. Dieses Interview wurde nicht nur in der Beijing Rundschau gedruckt, sondern auch in der BEIJING REVIEW auszugsweise nachgedruckt. Besonders erwähnenswert ist, dass das Foto von Frau Wei Yu beim Interview auf der Titelseite Nr. 19/1988 der BEIJING REVIEW gebracht wurde. In den folgenden Jahren war der Anteil der Originalbeiträge in der Beijing Rundschau wegen Personalmangels nicht so stabil, manchmal sogar nur sehr geringfügig, doch diese Eigenart, Übersetzertätigkeit mit einer redaktionellen Bearbeitung zu verbinden, wenigstens blieb bis zum Ende der deutschsprachigen Druckausgabe im Jahr 2000 immer enthalten.
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