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08-07-2008 Beijing Rundschau
Leben nach der Sportkarriere
![]() Der Turnvater unterstützt die jungen Sportler im Keller: sie sind Teil seines Projekts, das darauf zielt, Sportlern neue Perspektiven zu eröffnen, damit sie nach dem Ende ihrer Profilaufbahn noch etwas werden können im harten Konkurrenzkampf jenseits der Sportstadien. Etwa 400 Sportler nehmen an dem Projekt teil, das von Li Nings Hongkonger Stiftung für Bildungsprogramme zugunsten chinesischer Sportler organisiert wird. Die Stiftung hat noch ein weiteres Projekt, das Sportlern in Westchina helfen soll, denn dort sind die beruflichen Aussichten für Ex-Sportler noch düsterer als im Osten des Landes. "In der ganzen Welt stehen Sportler vor ähnlichen Herausforderungen wie in China, wenn sich ihre die Karriere dem Ende zuneigt", sagt Rey Chiu, Direktor für Projektentwicklung der Stiftung des Olympiasiegers von Los Angeles. „Alle Probleme, mit denen Ex-Sportler in der Gesellschaft konfrontiert sind, haben Li Ning und andere Vorstandsmitglieder, die früher Olympioniken waren, selbst hautnah erlebt." Das Projekt der Stiftung bietet den Sportlern Einführungskurse in Capital Management, Sportmedizin und Computertechnik an. Das Hauptaugenmerk aber gilt der Vermittlung grundlegender Englischkenntnisse, die anhand der Sprachprüfungen von Trinity beurteilt werden. „Englisch ist das Sprungbrett für jede Art von Karriere. Sie können in Unternehmen arbeiten, im Ausland studieren, internationalen Sportorganisationen beitreten, und mit ihrer fremdsprachlichen Kompetenz ein network of connections knüpfen", sagt Chiu. Ge Fan meint: „in der Vergangenheit haben wir zu großes Gewicht auf das Heranziehen von Champions gelegt. Was aber macht jemand, der es nicht schafft zum Meistertitel? Der steht dann da mit großen Wissenslücken und einem niedrigen Ausbildungsstand und kann in der Gesellschaft nur schwer Fuß fassen." An Problemlösungen wird gearbeitet. Ein neues Konzept sieht vor, ausgezeichneten Sportlern Stipendien zu gewähren, die ihnen den Besuch einer Universität ermöglichen sollen. Das sei übliche Praxis in den USA, so Ge Fan weiter. Professor Xiong Xiaozheng von der Beijing Sport University hält viel von der Initiative Li Nings. „Er hat durch die Marktwirtschaft ein Vermögen erworben, jetzt will er etwas davon an die Gesellschaft zurückgeben." „Es ist großartig, wenn wir uns im Ausland mit Trainern und Schiedsrichtern unterhalten und Freundschaften mit Sportlern anderer Länder schließen können.", sagt Bi Wenjing, Silbermedaillengewinnerin im Turnen bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta. „Das kann mir sogar dabei helfen, eines Tages Kampfrichter zu werden, denn alle Fachwörter in unserem Sport kommen aus dem Englischen: 'rings','balance beam' und so weiter. Viele ehemalige Olympiasportler sind Banker und Manager geworden. Manche arbeiten als Models, Schauspieler und sogar als Journalisten!" Bi meint: "Viele glauben, Sportler sind körperlich stark, aber geistig schwach. Das ist natürlich Blödsinn! Die Leute sollten wissen, dass sich auch unter Sportlern kluge Köpfe finden."
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