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09-10-2007 Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng
Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng
Vor über 1300 Jahren verließ Wen Cheng, Prinzessin der Tang-Dynastie (618-907), die blühende Hauptstadt Chang’an (in Nordwesten der heutigen Stadt Xi’an, Provinz Shaanxi) und begab sich auf den 3000 km langen Schreckensmarsch nach Westen, voller Schwierigkeiten und Gefahren. Schließlich erreichte sie das schneebedeckte Plateau und heiratete dort den König Songzain Gambo. So begann eine neue Epoche der freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Tang-Dynastie und dem Königreich Tubo. Die Geschichte von Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng kennt auch heute noch jeder.
Nach den langen Kriegswirren in den zentralen Geschichten Chinas gründeten Li Yuan (Gaozong) und Li Shimin (Taizong), Vater und Sohn, 619 das Tang-Reich, ein Reich, so mächtig wie noch nie zuvor in der chinesischen Geschichte. Seine Hauptstadt wurde in Chang’an aufgebaut. Das Tang-Reich war wegen seiner Landesstärke zum Zentrum der Zivilisation in Ostasien geworden. Es übte großen Einfluss auf die benachbarten Stämme und andere Nationalitäten aus. Viele Stämme bemühten sich um freundschaftliche Beziehungen mit dem Tang-Kaiserhof, wobei sie seine Oberherrschaft anerkennen wollten, ihm Tribut entrichteten und ihn baten, ihnen Ehrentitel zu verleihen. Dadurch wurde der Austausch zwischen der Han-Chinesen und den anderen Nationalitäten gefördert. Während dieser Zeit vereinigte König Songzain Gambo in Tibet einige Stämme und gründete das Königreich Tubo, dessen Hauptstadt Luoso (Lhasa, Hauptstadt des heutigen Autonomen Gebiets Tibet) war. Das Königreich bemühte sich um die Herstellung enger Beziehungen mit der Tang-Dynastie. Nach 634 schickte Songzain Gambo zweimal den redegewandten und klugen Minister Gar Tongtsan nach Chang’an, um für ihn beim Tang-Kaiser um die Hand einer der kaiserlichen Töchter anzuhalten. 641 gewährte der Tang-Kaiser Taizong schließlich das Gesuch von Songzain Gambo und gab dem Tubo-König seine Prinzessin Wen Cheng zur Frau. In Begleitung der Boten des Tang-Kaiserhofes und von Tubo sowie vieler Bediensteter begab sich Prinzessin Wen Cheng nach Tibet. Diese Geschichte ist noch heute ein wichtiger Stoff der tibetischen Literatur.
Der langjährige Wunsch von Songzain Gambo ging schließlich in Erfüllung. Er freute sich sehr darüber und machte sich mit seiner Armee auf eine lange Reise nach Baihai (am heutigen Kreis Madu, Provinz Qinghai), um Prinzessin Wen Cheng zu begrüßen. Am Zhaling- und E’ling-See, unweit der Quelle des Gelben Flusses, ließ er die Baihai-Residenz erbauen, wo das Brautpaar aus den beiden Nationalitäten in diesem schönen Gebiet seine Hochzeit feierte und seine erste gemeinsame Nacht verbrachte. Songzain Gambo und Prinzessin Wen Cheng reisten nach Yushu (in der heutigen Provinz Qinghai). Infolge der langen mühsamen Reise verbrachte das Ehepaar seine Flitterwochen für einen Monat in einem Tal bei Yushu, in malerisch schöner Landschaft und angenehmem Klima. Prinzessin Wen Cheng schenkte den Einwohnern in Yushu die von ihrem Vater gegebenen Getreide- und Gemüse-Saatsorten. Zusammen mit den Bauern und Handwerken erklärte sie den Leuten in Yushu die Anbaumethoden und klärte sie über die Mühlen- und Brauereitechnik auf. Die Einwohner in Yushu waren der Prinzessin dankbar. Als Prinzessin Wen Cheng Yushu verließ, wollten sie sie ungern ziehen lassen. Die Einwohner dort bewahren bis heute die Stätte, wo die Prinzessin Wen Cheng ein Zelt aufschlagen ließ. In einen Stein meißelten sie die Gesichtszüge der Prinzessin, zu diesem Stein wurde gebetet. Im Jahr 710, während der Zeit des Kaisers Zhongzong, wurde eine andere Prinzessin der Tang-Dynastie, Prinzessin Jin Cheng, mit einem tibetischen König vermählt. Als sie Yushu passierte, ließ sie einen Tempel zur Erinnerung an Prinzessin Wen Cheng erbauen und taufte den Tempel „Wen Cheng-Tempel“. |
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