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09-10-2007 Traditionelle tibetische Kultur und Kunst
Traditionelle tibetische Kultur und Kunst
Die traditionelle tibetische Kultur und Kunst können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Der Lamaismus, die tibetische Form des Buddhismus, verleiht ihnen ihre besonderen Eigenschaften.
Tibetische Kultur und Kunst entstanden vor 5000 Jahren und durchliefen vier Entwicklungsetappen: die vorgeschichtliche Kultur vor dem 7. Jahrhundert, die entwickelte Kultur des Tubo-Königreiches, die schwungvolle Entwicklung in der Zeit der Yuan (1271-1368)- und der Ming (1368-1644)-Dynastie und die Blützeit in der Qing-Dynastie (1644-1911). Die vorgeschichtliche Kultur betrifft die Zeit vor der Vereinigung des Tubo-Reiches. In diesem Zeitraum wies die Bön-Religion, die aus der Jungsteinzeit vor 5000 Jahren stammte, die Richtung der kulturellen Entwicklung. Die in Qamdo entdeckte Karub-Ruine aus der Jungsteinzeit und die in Ngari entdeckte Felsmalerei aus der Periode von der späten Altsteinzeit bis zum Tubo-Reich zeigen die künstlerischen Keime in der vorgeschichtlichen Periode. Die Zeit der Macht des Tubo-Reiches im 7. Jahrhundert ist als das wichtigste Stadium der kulturellen Entwicklung Tibets zu verstehen. Zu dieser Zeit wurde die tibetische Schrift geschaffen. Gleichzeitig drangen die buddhistische Kultur und Kunst aus Indien bzw. der Tang-Dynastie (618-907) Chinas nach Tibet ein. Die Konstruktion vieler Klöster wie Jokhang, Ramoche, Changzhug und Samye steht für die Kunstfertigkeit im damaligen Tibet. In diesen Klöstern sind Architektur, Malerei und Bildhauerei harmonisch miteinander verbunden. Die Hauptgebäude dieser Klöster wurden streng nach dem buddhistischen Weltbild konstruiert. Sie weisen einen eigenen Baustil auf, der den traditionellen tibetischen, den tangzeitlichen und den indischen Baustil in sich vereinigt.
Während der Zeit der Yuan-Dynastie entwickelten sich die vom Lamaismus geprägte traditionelle tibetische Kultur und Kunst. Zu dieser Zeit wurde der Katalog von „Gangyur“ und „Dangyur“ des „Tripitaka“, des ersten enzyklopädischen Werkes in Tibetisch, zusammengestellt, große buddhistische Meister wie Sagya, Pandit Gonggar Gyaincain, Purdain Rinqenzhub und Zongkapa spielten in der Entwicklung der buddhistischen Kultur und Kunst eine wichtige Rolle. Außerdem wurden viele wichtige Geschichtswerke wie „Die Geschichte des Buddhismus von Purdain“, „Die Grünen Annalen“, „Die Roten Annalen“, „Die Neuen Roten Annalen“ und „Die Aufzeichnungen über Fünf Sutras in Tibet“ geschaffen. Auch die Literatur bot damals ein Bild des blühenden Aufschwungs. Verschiedene literarische Formen wie Aphorismen, philosophische Gedichte, Fabeln und Erzählungen wurden in unterschiedlichen Literaturgenres angewendet. Eine Anzahl klassischer literarischer Werke wie „Philosophische Gedichte von Milha Riba“ und „Aphorismen von Sagya“ erfreuten sich eine Zeitlang großer Beliebtheit. Auch die Astronomie und Kalenderrechnung machten Fortschritte. Das Jahr 1027 bezeichnet man heute als Beginn der „Tibetischen Epoche“. Die traditionelle tibetische Medizin entwickelte sich in zwei Schulen: die Südliche und die Nördliche. In Architektur, Malerei und Bildhauerei wurden Höhepunkte erreicht; eine große Anzahl von Klöstern wie Sagya, Toding, Xalhu, Natang und Palkor entstand als Früchte der o. g. künstlerischen Formen. Ferner beeinflussten Mentang und Garma Gagzhi, zwei Stilrichtungen in der Malerei, sowie die neue Mentang-Malschule mit ihren auffallenden Eigenschaften und besonderen Kunststilen das buddhistische Kunstschaffen im Landesinnern. So stellten Beijing in der Yuan- und der Ming-Zeit sowie Hangzhou in der Yuan-Zeit wichtige Zentren für das lamaistische Kunstschaffen im Landesinnern dar. In der Yuan-Zeit gelangte der Holzdruck nach Tibet und wurde hier angewendet und verfeinert, was für die Verbreitung des Lamaismus und das Kunstschaffen von großer Bedeutung war. |
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