09-10-2007 Religion und Leben der Mönche in Tibet
Religion und Leben der Mönche in Tibet
  
Das Zhaibung-Kloster, das im Jahr 1416 in Lhasa gebaut wurde, ist das größte Kloster der Gelben Sekte des tibetischen Buddhismus.

Es ist üblich, dass man den Mönchen in den Klöstern Tee und Brei spendet. Beim Spenden überreicht der Geber dem Mönch einen Zettel mit den Sutras, die er rezitiert haben möchte. Dies gilt als Schutz vor bösen Geistern und Sicherheit. Auch hochgebildete Mönche „Geshi“ (ein akademischer Titel im tibetischen Buddhismus) spenden den Mönchen der Klöster Tee und Brei, manchmal auch Geld. Mönche aus armen Familien leben im Wesentlichen von Almosen.

Junge Mönche, die gerade ins Kloster gekommen sind, müssen die Elementarkenntnisse der tibetischen Sprache und Literatur erlernen und einige einfache Lob- und Gebetsreden auswendig aufsagen. Auf dieser Grundlage beginnen sie, die buddhistischen klassischen Schriften in „Qurab“ (Akademie für Sutras-Studium) zu studieren.

Die Schulausbildung ist im Allgemeinen in zwei Kategorien unterteilt: 13 und 15 Klassen. In den großen Klöstern Sera und Gandain in Lhasa z. B. wurde das Schulsystem mit 13 Klassen eingeführt, in Zhaibung jedoch das 15klassige. Die Studienzeit aller Akademien für das gesamte Sutra-Studium beträgt 10 bis 20 Jahre.

Beim Studium wird den Debatten über die buddhistischen Schriften große Beachtung geschenkt. Junge Mönche gehen jeden Tag zur „Qurab“, wo sie Vorlesungen hören oder miteinander über die buddhistischen Schriften debattieren. Einer stellt eine These auf, der andere debattiert mit ihm darüber. Bei diesen Debatten geht es sehr lebhaft zu. Im Winter und Sommer werden separat in Sampu und Radoi Debatten über die buddhistischen Schriften abgehalten. Durch das Rezitieren der Sutras, das Studium derselben sowie Debatten beherrschen die studierenden Mönche die buddhistischen Schriften. Ab diesem Punkt können sie an den Debatten aller Klassen in ihren Klöstern teilnehmen. Wer all diese Prüfungen bestanden hat, kann sich auch an den Debatten beim Großen Gebetsfest in Lhasa beteiligen.

„Geshi“ ist in folgende Grade unterteilt: Der erste Grad heißt „Lharamba“, er wird beim Großen Gebetsfest in Lhasa durch eine Prüfung (nach einer Debatte) erreicht. Der zweite Grad, „Coramba“, wird beim Kleinen Gebietsfest im Februar nach dem tibetischen Kalender durch Prüfung erworben. Der dritte Grad, „Doramba“, wird in den Heimklöstern erworben und der vierte Grad, „Lingse“, ist eine Auszeichnung der buddhistischen Schule des Heimklosters.

Wenn ein einfacher Mönch den höchsten Posten des tibetischen Buddhismus „Gandain Khripa“ erlangen möchte, muss er noch im Oberen und Unteren Tantrik-Seminar in Lhasa die tantristischen Lehre studieren, den akademischen Titel „Aramba“ in der tantristischen Schule erlangen und dann ein oder ein halbes Jahr als dge-skos (Dekan für Klosterdisziplin), drei Jahre als dbu-mdzad (Gebetsleiter) und weitere drei Jahre als Kampo (Rektor der buddhistischen Schule eines Klosters) tätig sein. Dann wird er zum Kamsoi. Wenn er die Kamsoi-Stelle des Oberen Tantrik-Seminars übernimmt, wird er Kandidat für den Platz Gandain Xaze Khripa. Wenn er als Kamsoi des Unteren Tantrik-Seminars tätig ist, wird er Kandidat für den Platz Jamze Khripa. Der Posten „Gandain Khripa“ wird abwechselnd von Kandidaten Gandain Xaze Khripa und Gandain Jamze Khripa bekleidet. Die Amtszeit beträgt sieben Jahre; wer die Amtszeit vollendet, tritt von diesem Amt zurück. Ein Mönch, der den Posten „Gandain Khripa“ erlangt, wird im Allgemeinen 70 bis 90 Jahre alt sein. Der Buddhismus ist recht schwer zu verstehen, und seine akademischen Titel sind nicht leicht zu erlangen.

(Staatliches Touristikamt)

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