09-10-2007 In die Heimat Lhasa zurückkehren
In die Heimat Lhasa zurückkehren
Chen Xuebin, Luo Hongbing

In der Nähe vom weltbekannten Jokhang-Tempel an der Bakor-Straße der Stadt Lhasa betreibt Yexei Dorje ein Restaurant. Seine Frau schlägt an der Straße einen Verkaufsstand für kunsthandwerkliche Gegenstände in tibetischem Stil auf. Davon können sie einen guten Gewinn erzielen, und sie sind zufrieden. Wie Yexei Dorje haben viele vom Ausland heimgekehrte tibetische Landsleute in Lhasa wie auch im ganzen Tibet ein wohlhabendes Leben geführt.

 

 

Cangmoqog, stellvertretende Direktorin des Büros des Autonomen Gebiets Tibet für den Empfang heimgekehrter tibetischer Landsleute, sagte: „Zur Zeit leben etwa 120 000 tibetische Landsleute in Indien, Nepal, Kanada, den USA und der Schweiz. Die Mehrheit unter ihnen folgte früher der Dalai-Clique, die ins Ausland geflohen war. Seit der Durchführung der Reform- und Öffnungspolitik im Jahr 1979, insbesondere dank der lockeren politischen Maßnahmen gegenüber tibetischen Landsleuten im Ausland, („Alle Patrioten gehören einer großen Familie an, wenn sie sich früher oder später der gemeinsamen Sache anschließen; diese werden für zurückliegende Fehler nicht mehr zur Rechenschaft gezogen; und diese sind frei bei der Ein- und Ausreise“), sind viele tibetische Landsleute ins Vaterland zurückgekehrt, um ihre Verwandten zu besuchen. Anfangs nahmen die meisten unter ihnen eine zweifelnde Haltung ein. Nachdem sie gesehen hatten, dass sich in ihrer Heimat dank der Durchführung der Reform- und Öffnungspolitik ein umwälzender Wandel vollzogen und die Zentralregierung eine Sonderpolitik gegenüber tibetischen Landsleuten im Ausland durchgeführt hatte, fanden sie, dass alles, was sie im Ausland gehört hatten, von den Tatsachen ganz verschieden sei.“

In der schön dekorierten Wohnung Yexei Dorjes gab er uns ein Interview. Er sagte, dass er 1964 nach Indien ging. 1982 kehre er zum ersten Mal in die Heimat zurück, um seine Verwandten zu besuchen. In Tibet und im Landesinnern sehe er mit seinen eigenen Augen große Veränderungen in allen Bereichen seit der Durchführung der Reform- und Öffnungspolitik. Daher sei er fest entschlossen, seine Familienangehörigen zu überzeugen, sich im Vaterland niederzulassen. Er wolle für die Entwicklung seiner Heimat seine Beiträge zu leisten. 

                              

 

Cedain Wangqug, ein weiterer heimgekehrter Tibeter, der in der Gemeinde Zedang des Bezirkes Shannan lebt, erzählte uns, warum er sich gerne im Vaterland niederlassen wollte. 1959 war er ein „Tralpa“ (Fröner) eines Feudalherrn. Als die Dalai-Clique nach dem Ausland floh, wurde er gezwungen, die Heimat zu verlassen und ging ins Ausland. Im Ausland hörte er, dass Familienangehörige der Menschen, die 1959 zusammen mit Feudalherren ins Ausland geflohen waren, getötet worden seien. Er bat die chinesische Botschaft in Nepal um Auskunft. Als er von der chinesischen Botschaft erfuhr, dass es seinen Eltern und anderen Familienangehörigen gut ging, war er davon nicht ganz überzeugt. Als er 1979 in die Heimat zurückkehrte, bemerkte er, dass alles, was er im Ausland gehört hatte, Gerüchte waren. Alle Bereiche wie die politische und wirtschaftliche Lage seiner Heimat hatten sich rapide entwickelt. Daher entschied er, in die Heimat zurückzukehren, um sich dort niederzulassen und mit seinen Familienangehörigen zusammenzuleben.

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