09-10-2007 Quelle: Verlag für Fremdspachige Literatur
Der Potala-Palast
  

Der Potala-Palast, ein burgartiger weltbekannter antiker Bau auf dem Roten Hügel in Lhasa, wurde bereits im 7. Jahrhundert errichtet und blickt auf eine Geschichte von 1300 Jahren zurück.

Der Weiße Palast, ein Bestandteil des Potala-Palastes

Der Potala-Palast liegt 3700 m über dem Meeresspiegel und nimmt ein Terrain von 360 000 qm ein. Er hat eine Ost-West-Ausdehnung von 360 m und von Süden nach Norden eine Ausdehnung von 270 m. Der Hauptteil des Palastes ist 117 m hoch und hat 13 Stockwerke, er ist damit der höchst gelegene Bau der Erde und eine Kulmination von Palast-, Burg- und Klosterbau. Der Potala-Palast ist aus Stein und Holz in tibetischem Stil gebaut. Gleichzeitig ist er vom traditionellen han-chinesischen Stil geprägt: Balken, goldenes Dach und Kassettendecke. Er hat mehrere Höfe, die durch Wandelgänge miteinander verbunden sind. Der Hauptteil des Palastes unterscheidet sich klar vom Rest des Palastes, der Hauptteil wird hervorgehoben, während die anderen Bauten auch ihn in koordinierter Weise einfassen. Der großartige Potala-Palast - ein Wunder in der Baugeschichte der Welt - bietet mit seinen vielen verschiedenen Stockwerken einen schönen harmonischen Rhythmus und einen herrlichen Anblick.

Den Überlieferungen zufolge bekannte sich der Tubo-König Songzain Gambo zum Buddhismus. Nachdem er die Hauptstadt nach Lhasa verlegt hatte, las er häufig auf dem Berg in der Nähe von Lhasa Sutras und verrichtete hier Gebete, so benannte er diesen Berg „Potala“. „Potala“ ist die phonetische Transkription vom Sanskrit „Buddhas Berg“ und bezieht sich auf Tibetisch auf den Wohnort von Guanyin-Bodhisattwa. Im Jahr 641 heiratete Songzain Gambo die Tang-Prinzissin Wen Cheng. Aus Freude ließ er an der Stelle des heutigen Potala-Palastes einen Palast für die Prinzessin erbauen. Damals war dieser Palast ein neunstöckiges Bauwerk mit 999 Räumen und einem Meditationsraum, es sah herrlich und grandios aus. Aber mit der Zeit wurde der Palast mehrmals von Donnern, Blitzen und Kriegsfeuern beschädigt. Er verfiel und war unbewohnbar. Nur die Höhle für den Prinzen von Dharma und der Hauptpalast Pagbalhakang blieben erhalten. Der heutige Potala wurde im 17. Jahrhundert gebaut.

 

Der Rote Palast

Der Potala-Palast besteht aus zwei wichtigen Teilen: Im einen lebte der Dalai Lama und widmete sich dem politischen Leben; der andere war der Religion vorbehalten - mit Stupas und Hallen für verschiedene Buddhastatuen.

Die Dalai Lamas lebten und regierten im Weißen Palast. Der Weiße Palast wurde 1645 bis 1653 gebaut, die Bauarbeiten nahmen insgesamt acht Jahre in Anspruch. Die Halle für Guanyin-Bodhisattwa, die in der Zeit von Songzain Gambo gebaut wurde, bildet das Zentrum, und um diese Halle wurde eine Gruppe von Tempeln und Klöstern errichtet. Die Wände dieser Bauwerke wurden mit augenfälliger weißer Farbe gestrichen, so dass man diese den „Weißen Palast“ nannte. Der Weiße Palast hat sieben Stockwerke. Die Östliche Große Halle im 4. Stock wird von 48 großen Säulen gestützt und ist mit einer Fläche von 717 qm die größte Halle im Weißen Palast. Große religiöse und politische Aktivitäten der Dalai Lamas wie die Einsetzungszeremonie und Regierungsübernahme fanden in dieser Halle statt. Im 5. bzw. 6. Stock lebten die Dalai Lamas bzw. gingen ihren politischen Verpflichtungen nach. Der 7. Stock stellte den Winterpalast der Dalai Lamas dar. Dieses Stockwerk hat eine große Fensterfront, den ganzen Tag über scheint die Sonne in die Fenster, so dass man dieses Stockwerk als „Halle des Sonnenscheins“ bezeichnet. Die Innendekoration des Palastes ist luxuriös. Juwelen wie Goldbecken und Jadeschüssel demonstrieren die hohe Stellung des Palastinhabers. Der Palast hat noch einen großen Balkon, von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die ganze Stadt Lhasa. In der Ferne schlängeln sich die Bergketten und der schöne Lhasa-Fluss durchkreuzt sie wie ein Satinband. In der Umgebung sieht man Ackerfelder, Raine, Bäume und Bauernhöfe, das goldene Dach des alten Jokhang-Klosters an der Seite des Potala ist auch zu sehen.

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