27-11-2007 Beijing Rundschau
Einzigartige Bräuche in Tibet
  

Die Moinba

Die Frauen aus der Moinba

Die Moinba sind im landschaftlich sehr reizvollen Süden des Autonomen Gebiets Tibet beheimatet und sind politisch, kulturell und wirtschaftlich den Tibetern sehr ähnlich.

Besonders bekannt sind die Moinba für ihre schönen Melodien und Klänge, und ihre Liebeslieder sind zur natürlichen Verbindung zwischen zwei Verliebten geworden.

In der Wahl ihrer Ehepartner sind die Moinba sehr frei, auch Eheschließungen mit Tibetern ist keine Seltenheit. Sie wählen ihre Partner nach emotionalen Gesichtspunkten, und nicht nach Ansehen, Rang oder Wohlstand, aus.

Viele Moinba bekennen sich zu dem tibetischen Buddhismus, trotzdem ist auch der jahrhundertealte Geister- und Hexenglaube in einigen Gebieten noch immer stark vertreten. Ihre Toten werden entweder auf dem Wasser oder in der Erde begraben, nicht selten aber auch einfach unter freiem Himmel an den „Himmel übergeben".

 

Die Lhoba

Ein Jäger (l.) aus der Lhoba

Das Gebiet der Lhoba liegt im Südosten Tibets. Die Bevölkerung der Lhoba hat verschiedene Riten, durch die sie die Zukunft vorhersagen und Prophezeiungen machen können.

So wird zum Beispiel den Tieren die Leber herausgenommen und die Farbe, Gestalt und die Verfassung der Blutgefäße geprüft. Verdunkelte Blutgefäße verheißen ein schlechtes Omen. Als weitere Möglichkeit kann man Eier untersuchen, die gekocht und zerkaut werden. Diese zerkauten Eier werden über Bananenblätter verteilt und Vorhersagungen wird abhängig von der Größe des zerkauten Eigelbs gemacht.

Die Menschen der Lhoba haben eine sehr einzigartige Art, ihre Toten zu bestatten: Sie hängen die verstorbene Person in einer fötusähnlichen Stellung in einem Rattankorb an einen Baum. Legenden zufolge hat die Seele so die Möglichkeit, direkt ins Paradies zu kommen und schnell wiedergeboren zu werden.

Es folgen einige Riten, in denen der Seele der schnellste Weg ins Paradies geebnet werden soll. Nach drei Tagen verlassen die Freunde und Bekannte den Toten mit den Worten: „Wir haben unser Bestes getan, um dich zu retten, aber wir haben es nicht geschafft. Sei nicht traurig, dass du alleine weitergehen musst. Was nun zählt, ist, dass du den besten Weg ins Paradies findest. Geh nun, und sei nicht traurig!"

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