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21-07-2008 china.org.cn
Die Große Mauer
Die Große Mauer schlängelt sich wie ein endloser Drache vom Osten nach dem Westen Nordchinas. Im Volksmund soll ihre Länge 10 000 Li (1 Li = 500 m) betragen. Als ein Wunder in der Baugeschichte der Menschheit steht die Große Mauer in China als Schwerpunkt unter Denkmalschutz staatlichen Rangs. 1987 wurde sie von der UNESCO der UNO auf die Liste des Kulturerbes der Welt gesetzt. Die Bauarbeiten an der Großen Mauer begannen im 7. Jahrhundert v.Chr. (während der Frühlings- und Herbstperiode) und dauerten mehr als 2000 Jahre. Damals bauten die Teilstaaten auf dem heutigen chinesischen Territorium wie Chu, Qi, Wei, Han, Yan, Qin und Zhao ihre eigene Mauer, um sich gegeneinander zu verteidigen. 221 v. Chr. wurde China von Shi Huangdi des Teilstaates Qin vereinigt. Er ließ die einzelnen Mauern im nördlichen Teil der Teilstaaten Qin, Yan und Zhao miteinander verbinden und verlängern. Damit entstand die embryonale Form der heutigen Großen Mauer. In den folgenden Dynastien Chinas wurde die Große Mauer immer wieder ausgebaut, um sich gegen die Überfälle der Nomaden aus dem Norden zu wehren. Hierbei leisteten die Qin-Dynastie (221-206 v.Chr.), die Han-Dynastie (206 v.Chr.-220) und die Ming-Dynastie (1368-1644) die größten Beiträge. So war die Große Mauer in diesen drei Dynastien schon mehr als 10 000 Li lang. Das heute sichtbares Bauwerk stammte vor allem aus der Ming-Dynastie. Es beginnt beim Shanhaiguan-Pass im Osten und endet beim Jiayuguan-Pass im Westen. Auf einer Länge von 5660 km zieht sie sich durch die Provinzen Hebei, Shanxi, Shaanxi und Gansu, die Autonomen Gebiete Innere Mongolei und Ningxia sowie die Hauptstadt des Landes Beijing. In der Ming-Zeit erreichte der Bau der Großen Mauer seinen Höhepunkt. Die Große Mauer war nicht nur im Militärwesen, sondern auch in der Architektur von großer Bedeutung. Ihr Hauptteil wurde nach der Lage der Berge gebaut, darum sind die Baumaterialien, die Höhe und Breite an verschiedenen Abschnitten auch unterschiedlich. Zu diesem vereinheitlichten Wehrsystem gehören noch zahlreiche Türme, Terrassen, Pässe und Alarmfeuertürme (Signalfeuerhügel). Die hohen Türme heißen Dilou, wo man wachte und wohnte, und auf den niedrigen, die Qiangtai genannt wurden, standen Soldaten Posten. Die Pässe waren strategisch sehr wichtig und durch die Alarmfeuertürme wurden Nachrichten bis in die Hauptstadt überbracht. Heute spielt die Große Mauer militärisch keine Rolle mehr. Trotzdem sind alle Leute, die die Große Mauer besucht haben, sehr begeistert und bewundern dieses majestätische Bauwerk. Ein in China sehr bekanntes Sprichwort lautet: „Wer nicht auf der Großen Mauer gewesen ist, der ist kein rechter Kerl!" Der Shanhaiguan-Pass Der Shanhaiguan-Pass liegt nordöstlich von der Stadt Qinhuangdao, Provinz Hebei, und war eine schwer passierbare und daher strategisch wichtige Stelle. Er wurde im 14. Regierungsjahr des Ming-Kaisers Hongwu (1381) für den General Xu Da gebaut. Da er zwischen Gebirge und Meer liegt, so kam zu seinem Namen (Shanhaiguan bedeutet auf deutsch: Pass zwischen Gebirge und Meer). Als der wichtigste Pass des Ostteils der Großen Mauer in der Ming-Zeit hat Shanhaiguan vier Tore in vier Himmelsrichtungen, und das Osttor heißt „Zhendong", das Südtor „Ying'en", das Westtor „Wangyang" und das Nordtor „Weiyuan". Die Mauer beim Shanhaiguan ist 14 m hoch und aus Ziegeln und Steinen gebaut. Wegen eines majestätischen Wachturms nennt man Shanhaiguan seit alters her den „Ersten Pass der Großen Mauer". Am Wachturm hängt eine horizontale Tafel, auf der die Inschrift „Der Erste Pass auf Erden" zu lesen ist. Jedes dieser fünf chinesischen Schriftzeichen ist 1,6 m hoch und wurde vom Jinshi (akademischer Grad und Titel der früheren zentralen kaiserlichen Staatsprüfung) Xiao Xian meisterhaft geschrieben. Der Abschnitt der Großen Mauer südlich des Shanhaiguan-Passes geht direkt bis zur Küste. Aus diesem Grund wird er Laolongtou (auf deutsch Kopf des alten Drachens) genannt. Außer Laolongtou sind in der Umgebung ebenfalls der Berg Jiaoshan und der Tempel von Meng Jiangnü sehenswert. |
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