11-10-2007 Beijing Rundschau
Kampf gegen illegales Kapital auf dem chinesischen Wertpapiermarkt
Von Lan Xinzhen

Der rapide Kursanstieg an Chinas Börsen hat ein Aktien-Fieber im Land ausgelöst. Allerdings werden an den Börsen immer mehr Gelder aus dubiosen Quellen angelegt und Aktien aus reinen Spekulationsgründen erworben.

Nach Mitteilung der Chinesischen Verwaltungskommission für Bankwesen wurden am 18. Juni 2007 acht inländische Banken bestraft, weil sie Kredite vergeben hatten, mit denen zwei Staatsunternehmen an der Börse spekulative Aktienkäufe getätigt hatten. Die Strafe für die beiden involvierten Firmen wird in Kürze von der Chinesischen Verwaltungskommission für Staatsvermögen verhängt werden.

Illegale Milliarden



Börse in Hochstimmung: Der chinesische Aktienmarkt hat Spekulanten angelockt, die eine gesunde Entwicklung der Kurse gefährden.

Die acht zur Verantwortung gezogenen Banken sind bis auf die Bank of Beijing alles Banken, die auf dem Aktienmarkt gelistet sind: Industrial and Commercial Bank of China, Bank of China, Bank of Communications, China Merchants Bank, China Citic Bank, Industrial Bank und die Shenzhen Development Bank. Die Ermittlungen der Verwaltungskommission für Bankwesen haben ergeben, dass die China Nuclear Engineering & Construction Group (CNEC) und die China Shipping Group Bankkredite für illegale Investitionen zweckentfremdet hatten. Seit 2001 habe die CNEC Kredite in Höhe von 2,366 Milliarden Yuan für den Bau von Atomkraftwerken erhalten. Von dieser Summe seien 132 Millionen Yuan illegalerweise in den Aktienmarkt geflossen, und weitere knapp zwei Milliarden Yuan für andere Investitionen zweckentfremdet worden. Seit Juni 2006 hatten sechs Banken Kredite in der Gesamthöhe von 2,7 Milliarden Yuan an die China Shipping ausgereicht. Von dieser Summe seien 2,4 Milliarden Yuan für Erstemissionen zweckentfremdet worden. Marktanalysten halten den Zufluss illegalen Kapitals auf den Markt für sehr besorgniserregend, weil es sich dabei um kurzfristige spekulative Anlagen handelt, die das Marktgeschehen negativ beeinflussen können. Durch den Einsatz von illegalen Geldquellen erhöhen Spekulanten das Anlagerisiko für Aktionäre, die nur kleinere oder mittlere Geldbeträge in Aktien investieren können. Im Wertpapiergesetz ist eindeutig festgelegt, dass der Einsatz von Geldern, die aus Bankkrediten stammen, auf dem Aktienmarkt verboten ist. In einer im Dezember 2006 veröffentlichten Mitteilung heißt es, dass die direkte oder indirekte Verwendung von Bankkrediten zur Zeichnung von Stammaktien verboten ist. Das Gesetz fordert alle chinesischen Geldinstitute eindringlich dazu auf, keine Kredite an Unternehmen oder Privatpersonen zu gewähren, wenn diese Gelder auf dem Aktienmarkt eingesetzt werden sollen. Wenn eine illegale Verwendung der Gelder festgestellt wird, sind die Geldinstitute verpflichtet, unverzüglich die Kreditsumme in voller Höhe zurückzufordern.

Schon einen Tag nach der Veröffentlichung der Namensliste der bestraften Banken haben die Bank of Communications und die Bank of Beijing verlautbaren lassen, dass sie die zweckentfremdeten Kredite zurückgefordert hätten.

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