
Der frühe Vogel
Im November 1982 hat Volkswagen mit der damaligen Shanghai Tractors and Automobiles Co. eine Vereinbarung zur Herstellung von 100 Santana Limousinen unterzeichnet. Dies ist das erste Mal, dass China ein internationales Unternehmen zur Herstellung von PKWs eingeladen hat. Heute besitzt Volkswagen in China zwei Joint Ventures: Shanghai Volkswagen Automotive Co. (SAIC), hier wird der Santana hergestellt, und FAW-Volkswagen Automobile Co. in Changchun, der Hersteller des Jetta. Jährlich produzieren beide insgesamt 500 000 Kraftwagen. 99 Prozent der 17 000 Angestellten sind Chinesen. Vor zwanzig Jahren hatte Volkswagen noch einen Marktanteil von fast 80 Prozent. Ruft man sich das damalige China ins Gedächtnis zurück, dann sieht man nur wenige importierte Autos auf den Straßen des Landes. Regierung und Unternehmen benutzten fast ausschließlich Santanas. Heute liegt der Anteil der Wolfsburger am chinesischen Automobilmarkt bei 17,5 Prozent.
„Der Erfolg von Volkswagen in China ist in hohem Maße der Produktion vor Ort zu verdanken“, sagte Yang Weiguo vom Europa-Forschungsinstituts der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften.
In den Augen vieler Chinesen sind Shanghai-Volkswagen und FAW-Volkswagen durch und durch einheimische Unternehmen. Volkswagen hat sich vollkommen mit der chinesischen Wirtschaft identifiziert und ist eine treibende Kraft für deren rasche Entwicklung geworden.
Volkswagen ist in China zwar die bekannteste deutsche Firma, Siemens aber hat viel früher seinen Marktauftritt in China gehabt. Der erste Kontakt zwischen Siemens und China ist 135 Jahre alt, denn im Jahr 1872 verkaufte Siemens den Chinesen Telegraphenanlagen, seinerzeit ein absolutes „high-tech“ Produkt. Später hat Siemens weitere Aufträge erhalten, z. B. die Straßenbeleuchtung von Shanghai, das Unterseekabel zwischen Shanghai und Hong Kong im Jahr 1897 und die im Jahr 1904 gebaute erste elektrische Straßenbahn in Beijing.
Im August 1980 setzte Siemens kurz nach Beginn der Reform- und Öffnungspolitik sein China-Geschäft wieder in Gang. Nun gelangten die von Siemens international angebotenen Produkte auch nach China: vom Mobiltelefon bis zum Kern-spintomographen, von der Bahntechnik bis zu Kraftwerksanlagen. Viele der modernsten Technologien, die in China heute Anwendung finden, stammen ursprünglich von Siemens.
Bis zum Ende des Fiskaljahrs 2006 haben die langfristigen Investitionen von Siemens in China schon 15 Milliarden Yuan (1,5 Milliarden Euro) überschritten. Der Umsatz von Siemens lag 2006 bei 50,4 Milliarden Yuan (5,4 Milliarden Euro). Heute ist Siemens mit seinen mehr als 70 Unternehmen, 60 Repräsentanzen und über 43 000 Angestellten die ausländische Firma mit der größten Zahl von Arbeitnehmern und Tochtergesellschaften in China.