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27-10-2007 Beijing Rundschau
China unterwegs
von Lan Xinzhen
Vom weltweit größten Markt für Inlandstourismus wird die Verbesserung des Service, der Ausbau der Kapazitäten und die Erschließung neuer Reiseziele gefordert.
Dem Staatlichen Touristikamt zufolge sind insgesamt 179 Millionen Chinesen während der „Goldenen Woche“ anlässlich des Internationalen Tages der Arbeit verreist, ein Plus von 36 Millionen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Die beliebtesten Reiseziele waren ausgebucht und die Hauptverkehrsrouten überlastet.
Inlandstourismus boomt In weniger als zwei Jahrzehnten habe sich China zum weltweit größten Markt für Inlandstourismus entwickelt, sagt Wang Zhifa, stellvertretender Direktor des Staatlichen Touristikamts. „Tourismus in China hat drei Stufen der Entwicklung erfahren“, sagt Wang. „Am Anfang beschränkte er sich darauf, ausländische Besucher zu empfangen, dann wurde er zu einer Devisenquelle. Jetzt wird der Binnentourismusmarkt voll und ganz von Chinesen beherrscht.“ Im Jahr 2006 betrug die Zahl der Chinesen, die im Inland reisten, 1,39 Mrd., ein Plus von 15 Prozent. Die Einnahmen aus dem Binnentourismus summierten sich auf 620 Mrd. Yuan (81 Mrd. US$), ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum ersten Mal lag die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts niedriger als die des Inlandstourismus.
„Neben Wohnungen und Autos ist das Reisen zum drittwichtigsten Konsumgut geworden“, sagt Wang Maolin, stellvertretender Direktor des Chinesischen Vereins für Städtische Wirtschaft. „Tourismus hat ein sehr großes Marktpotenzial.“
Eine vom Weltrat für Reise und Tourismus (World Travel and Tourism Council, WTTC) veröffentlichte Studie über Chinas Tourismuswirtschaft prognostiziert, dass im Jahr 2007 die Einnahmen aus dem Inlandstourismus 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes ausmachen werden. Die Studie enthält ferner die optimistische Prognose, dass man im Tourismussektor innerhalb des nächsten Jahrzehntes ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 10,4 Prozent erleben wird.
Mit der Tourismusbranche in Verbindung stehende Wirtschaftszweige haben ebenfalls vom Boom profitiert. Statistiken des Staatlichen Touristikamtes belegen, dass es Ende 2006 in China 12 000 Sterne-Hotels, 16 000 Reisebüros und mehr als 20 000 lockende Ziele gegeben hat.
Mehr als 48 Millionen Leute sind direkt oder indirekt im Tourismussektor beschäftigt. Dies entspricht 5,2 Prozent der berufstätigen Bevölkerung Chinas. Während der letzten Mai-Ferien haben einige Fluggesellschaften ausschließlich beliebte Reiseziele angeflogen.
Der 11. Fünfjahresplan rechnet im Jahr 2010 mit 1,78 Mrd. Touristen. Die Einnahmen aus dem Tourismus sollen 1,23 Billionen Yuan betragen, dies entspräche 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Für das Jahr 2015 geht man von 2,6 Mrd. Inlandstouristen aus, während die Einnahmen der Branche 2 Billionen Yuan erreichen würden.
„Das schafft einen enormen Markt“, sagt Shao Qiwei, Direktor des Staatlichen Touristikamtes. „Es wird eine bedeutende Industrie werden.“ |
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