12-11-2007 Beijing Rundschau
Deutschland ist bereit für die Chinesischen IPOs
Von TARA TAO

Aber ist die deutsche Börse ein attraktiver Markt für die chinesischen Firmen?

Nicht einmal die klirrende Kälte eines Winters in Beijing konnte Duke Alexander von seinem Besuch Chinas im letzten Dezember abhalten. In seiner Position als IPO- Abteilungsdirektor der Deutschen Börse AG besuchte Alexander China fünf mal in nur sechs Monaten, mit dem Bestreben den ersten chinesischen Betrieben in der Geschichte die Einführung ihrer IPOs an der deutschen Börse zu erleichtern. Seine Prognose ist, dass „die ersten chinesischen Unternehmen bereits im ersten Quartal 2007 den Handel an der Deutschen Börse AG starten werden“.

IPO-Fürsprecher: Duke Alexander, der IPO-Abteilungsdirektor der Deutschen Börse AG, erwartet mehr und mehr internationale Unternehmen, die in Deutschland an die Börse gehen, darunter auch Firmen aus China.

Das IPO-Seminar, das von der Deutschen Börse AG organisiert und in Beijing stattgefunden hat, wurde von vielen chinesischen Unternehmern besucht, die großes Interesse daran haben, ihre Firmen in Deutschland zu etablieren.

Der Vizepräsident eines Beijinger Investmentunternehmens verdeutlichte, dass sein Konzern IPOs entweder durch die Londoner AIM oder die Deutsche Börse AG in Erwägung ziehe. „Die Gebühr der Deutschen Börse AG ein IPO abzuschließen liegt 20% unter dem Angebot der London AIM, allerdings beinhaltet dies die Notwendigkeit, dass das Unternehmen in Deutschland etabliert sein muss“, erklärte er. Der Geschäftsmann machte deutlich, dass er noch immer sehr unentschieden sei, wo er den IPO-Abschluss seines Unternehmens entgültig durchführen werde.

Warum gab es nicht früher schon chinesische IPOs an der deutschen Börse? Was sind die Vorteile für ein chinesisches Unternehmen, sich für die Deutsche Börse AG zu entscheiden? Welche Strategien hat die Deutsche Börse AG ausgearbeitet, um im Wettkampf mit anderen angesehenen globalen Börsen attraktiv zu bleiben? Die Antworten auf diese Fragen haben wir in einem exklusiven Gespräch mit Alexander gesucht.

Warum haben sich nicht schon in der Vergangenheit Unternehmen dazu entschlossen an die deutsche Börse zu gehen?

Duke Alexander: Wie andere internationale Börsen, hat auch die Deutsche Börse AG im Jahr 2001 einen Börseneinbruch erlebt und im Jahr 2003 gab es nicht einmal einen einzigen IPO. Während dieser Phase waren die Marktbedingungen sehr schlecht und wir haben uns entschlossen, uns zunächst nur auf nationale Einfügung zu konzentrieren. Die letzten zwei Jahre über hat sich der Börsenmarkt sehr erholt und die internationalen Bedingungen wurden immer besser. Besonders trifft dies für das Jahr 2005 zu, als viele Unternehmen sich dazu entschlossen haben, wieder an die Börse zu gehen. Unser Ziel ist es nun, die Deutsche Börse AG für möglichst viele chinesische Firmen attraktiv zu machen.

Traditionell sind wir Deutschen dafür bekannt konventionell zu sein und möglichst wenig Risiko einzugehen. Die chinesischen Betriebe haben bereits vor 10 Jahren mit dem ausländischen Handel begonnen, doch wir wollten zunächst die Entwicklung abwarten, bevor wir selbst aktiv werden. Wir glauben, diese Zeit ist nun gekommen.

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