|
12-11-2007 Beijing Rundschau
Streben nach Innovation
Von Feng Jianhua
Unfaire Behandlung Die Untersuchung der GVIK zeigt, dass sich Privatunternehmen zwar schrittweise der Wichtigkeit der Innovation und deren Umsetzung in die Tat bewusst sind, es ihnen jedoch stark an Fachkräften, Technologien und Geldmitteln mangelt.
Nach den Ergebnissen der nationalen Wirtschaftszählung betrug der Anteil der Angestellten, mit dem Bildungsniveau einer Fachhochschule aufwärts, in Privatunternehmen nur etwa 14% der Gesamtbeschäftigten, was weit unter dem Durchschnittsniveau aller Unternehmen im ganzen Land (24%) und dem der staatlichen Unternehmen (46%) liegt. Sogar in den wirtschaftlich entwickelten ostchinesischen Gebieten beklagen sich mehr als 70% der Privatunternehmen über das Fehlen von High-Tech-Fachkräften. Der Mangel an hochqualifizierten Fachkräften steht im Zusammenhang mit dem langfristigen marginalisierten Status des privaten Sektors Chinas, so dass dieser für junge Talente nicht attraktiv war. Des weiteren wurde erst in den letzten Jahren geregelt, dass sich das Sozialabsicherungssystem auch auf die Belegschaften von Privatunternehmen ausdehnt. Der Mangel an Versicherung hat dazu geführt, dass viele qualifizierte Fachleute Privatunternehmen verlassen. Der Mangel an Kapital für die Forschung und Entwicklung bildet ein weiteres großes Hindernis für private Technologieunternehmen. Nach einer Untersuchung der Shanghai-Vereinigung der Industriellen und Kaufleute mangelt es etwa 80% der Privatunternehmen in Shanghai an Kapital für die Forschung und Entwicklung, 62% aller Betriebe schöpften dieses Kapital allein aus ihren eigenen Investitionen. Die Ausgaben aus dem Budget der Regierung für die Unterstützung der Wissenschaft und Technik wurden größtenteils auf die Universitäten und Forschungsinstitute verwandt, und der Rest wurde hauptsächlich in staatliche Unternehmen eingesetzt, wodurch private Betriebe nur sehr schwer die finanzielle Unterstützung der Regierung in Anspruch nehmen konnten. 2005 betrugen die Gesamtausgaben aus dem Budget Chinas für Wissenschaft und Technik 133,5 Milliarden Yuan, wobei kaum 10 Milliarden Yuan, das sind sogar noch weniger als 10% der Gesamtausgaben, für private Betriebe abgezweigt wurden. Darüber hinaus stoßen private Technologieunternehmen bei der Finanzierung durch andere Kanäle auch auf große Schwierigkeiten. Den Daten des Staatlichen Statistikamts zufolge beliefen sich 2005 die kurzfristigen Kredite für Privatunternehmen im ganzen Land auf insgesamt 218,1 Milliarden Yuan, was allerdings nur 2,5% der gesamtvergebenen Kredite aller Finanzinstitutionen ausmachte. Der Anteil war wirklich sehr klein, in Hinblick auf den Beitrag der Privatunternehmen zur Innovation und ihren dringenden Bedarf an Krediten. Eine Untersuchung zeigt, dass die Firmen in Zhongguancun, dem chinesischen Silikon-Tal, eine Investitionslücke in Höhe von mehr als 40 Milliarden Yuan haben, durchschnittlich 2,8 Millionen Yuan für jeden Betrieb. Die meisten privaten Technologieunternehmen hatten am Anfang nur einige patentierte Technologien und ihre Innovationskapazität als unsichtbares Vermögen. Obwohl sie einige vielversprechende Projekte zur Hand hatten, war es sehr schwierig für sie an Kredite zu kommen, denn sie konnten kein unbewegliches Vermögen als Hypothek stellen. Die Jianli Pharmaceutical Co. ist ein biopharmazeutisches Unternehmen. Da sie etwas Vermögen und Ressourcen besitzt, ging ihre Finanzierung ohne Probleme vonstatten. Allerdings sagte Han Zhe: „Aufgrund der ungünstigen Rahmenbedingungen ist es nicht leicht für private Technologieunternehmen, finanzielle Unterstützung zu bekommen“. Ferner müssen chinesische Privatunternehmen mehr Steuern und Abgaben als staatliche Unternehmen und internationale Unternehmen zahlen. Dieser unfaire Zustand beeinträchtigt zweifelsohne den Enthusiasmus des privaten Sektors und dessen Innovationsfähigkeit. Fairer Wettbewerb Zur Zeit stellt der Geldmangel das größte Hindernis für die technologische Innovation von Privatunternehmen dar. Professor Chen glaubt, dass die Regierung die Verantwortlichkeit hat, bei der Zuweisung der Regierungsfonds für Innovation und bei der Erweiterung der Finanzierungskanäle zu Privatunternehmen zu tendieren. Die GVIK hat in einem Untersuchungsbericht über die Förderung der Entwicklung des privaten Sektors vorgeschlagen, dass die Banken die Bürgschaftsschwierigkeiten privater Technologieunternehmen bei der Anleihenaufnahme berücksichtigen und unsichtbares Vermögen, wie z. B. Geistiges Eigentum, als Bürgschaftssicherheit anerkennen sollen. Die chinesische Regierung kann von den Erfahrungen der westlichen Länder lernen und eine solche professionelle Bank gründen, die sich auf die Technologieunternehmen spezialisiert. Diese Bank wird in einer High-Tech-Entwicklungszone gegründet und akzeptiert die Anleihen der lokalen Einwohner und gewährt den Forschungsinstituten und den technologischen Firmen Kredite, wobei der Fokus auf Firmengründungen liegen soll. Die GVIK meint in seinem Bericht, dass die Regierung eine öffentliche Service-Plattform einrichten und die enge Verbindung von Unternehmen, Forschungsinstituten und Investoren miteinander vorantreiben und ihnen alle benötigten Ressourcen zur Verfügung stellen soll. Dies ist die konkreteste und tatkräftigste Unterstützung der Regierung für die Innovation des privaten Sektors. „Privatunternehmen befinden sich nun in einem Stadium der raschen Entwicklung und werden durch die praktische Unterstützung der Regierung in der Lage sein, größere Beiträge zum Aufbau eines innovationsorientierten Landes zu leisten“, sagte Professor Chen Naixing. |
| Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24, 100037 Beijing, Volksrepublik China |