13-11-2007 Beijing Rundschau
Selbstentwicklung mit der staatlichen Politik eng verbunden
von Xu Bei

 

Durch solche kontinuierliche Akkumulation wurde Lius Geschäft nach und nach größer. Er kaufte einen neuen Traktor, der mehr PS hatte, und einen neuen Wagen, um die Kohlen zu transportieren. Da die Provinz Shanxi eines der wichtigsten Kohleab-baugebiete Chinas ist, wurden jeden Tag viel Kohlen aus Shanxi in andere Städte in ganz China transportiert. Mit dem Wagen transportierte Liu die von jeder Kohlen-grube zum Bahnhof. Aber Chinas damalige Produktivkraft war noch unentwickelt, deshalb war die Nachfrage nach Kohle nicht so groß wie heute. „Damals war der Bahnsteig oft mit Kohle völlig überfüllt. Solange die Kohle, die ich zum Bahnhof gebracht hatte, im Lager aufbewahrt wurde, war mein Wagen frei. Angesichts dieser Situation sagte ich mir, dass das so nicht weiter gehen konnte“, sagt Liu.

Liu Futang hatte nochmals seinen Kopf angestrengt. Als er davon gehört hatte, dass es in der Provinz Anhui eine große Nachfrage nach Kartoffeln gab, kaufte er die Kartoffeln von seinen Landsleuten ab und transportierte sie in die Provinz Anhui, um sie dort zu verkaufen. Durch Lius Maßnahmen, den Transport mit dem Handel zu verbinden, hatte seine ursprüngliche Kapitalakkumulation eine solide Basis bekommen.

 

Allein nach Beijing

Im Jahr 1989 beendete Liu das Geschäft der Transportsindustrie, um nach einem neuen Job zu suchen. Durch die Vermittlung eines Verwandten, arbeitete er eine Zeitlang als Buchführer in einer petrochemischen Firma in Shuozhou, einer Stadt in Shanxi. Da Liu sich in seiner Arbeit ausgezeichnet bewährt hatte, wurde er nur ein Jahr später zum Abteilungsleiter befördert. Im Jahr 1993 plante seine Firma, eine Filiale in Beijing zu eröffnen. Alle in der Firma schlugen Liu als den Gründer für die neue Filiale vor. Auch Liu wollte versuchen, ein neues Feld zu schaffen. So ging er allein nach Beijing. Im Jahr 1996 investierte Liu mit einigen Freunden in eine Tankstelle in Beijing. Da die chinesische Erdölindustrie damals von einigen großen staatlichen Unternehmen beherrscht wurde, konnten die mittel- und kleinen Betriebe nicht mit ihnen konkurrieren. Deshalb sah sich Liu im Jahr 1999 gezwungen, seine Trankstelle einem staatlichen Unternehmen zu überlassen.

„Zur Zeit hat die Erdölindustrie ihr Tor für Privatunternehmen geöffnet“, sagte Liu. Um ihr Versprechen für den Beitritt zur WTO zu erfüllen, erlaubte die chinesische Regierung Ende 2006 der nichtstaatlichen Wirtschaft, in den Erdölmarkt einzutreten. Am 8. März 2007 wurde der Entwurf des chinesischen Gesetzes über Eigentumsrechte dem Nationalen Volkskongress, dem obersten Machtorgan Chinas, zur Abstimmung vorgelegt. Dem Gesetzesentwurf zufolge wird China die Rechte sowohl für öffentliches, als auch für privates Eigentum gleichberechtigt schützen. Zugleich werden private Spareinlagen und Investition sowie deren Erlös geschützt. „Die gegenwärtige Politik ist für uns private Unternehmer wirklich eine gute Chance“, so Liu weiter.

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