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13-11-2007 Beijing Rundschau
Kaufrausch
von Lan Xinzhen
Einkommensstarke Stadtbewohner sind der Motor des Konsums Dr. Yuan Yue, Vorstandsvorsitzender der Horizont-Untersuchungsgruppe, hat die chinesische Konsumgewohnheiten erforscht. Er stellt fest, dass Waren, die früher als langlebige Konsumgüter betrachtet wurden, heute kurzfristig durch Neuanschaffungen ersetzt werden. Unter den Stadtbewohnern mit mittlerem und hohem Einkommen wechseln 16,5% innerhalb eines Jahres ihr Handy; 26,1% erwerben innerhalb von zwei Jahren einen neuen MP3-Player.
„Die Altersgruppe von 30 bis 50 Jahren stellt die Mehrheit der städtischen Bevölkerung, die über ein hohes Einkommen verfügt, und sie spielt daher auch eine wichtige Rolle beim Konsum“, sagt Yuan. Die Gruppe der 30- bis 40-Jährigen stellt 37% der einkommensstarken Stadtbevölkerung und damit deren größten Teil. Dieser Personenkreis umfasst nahezu 100 Millionen sogenannter „Einzelkinder“, die ohne Geschwister in der chinesischen Gesellschaft der 80er Jahre aufgewachsen sind. In der Regel sind sie gut ausgebildet und verfügen über eine fünf- bis sechsjährige Beruferfahrung. Dank ihres ungetrübten Vertrauens in die Zukunft sind sie zur tragenden Säule des Konsums in den Stadtgebieten geworden. Eine weitere Gruppe mit starker Kaufkraft sind die 40- bis 50-Jährigen. Sie stellen 31,3% der einkommensstarken Stadtbevölkerung. Mit langjähriger Berufserfahrung haben sie Karriere gemacht, ihr Einkommen ist daher ein Spiegel ihres hohen Status in gesicherter beruflicher Position.
Wandel des Einkaufsverhaltens Internet-Handel ist in China immer beliebter geworden. Das Chinesische Internet-Informationszentrum (CNNIC) spricht von ungefähr 30 Millionen Chinesen - also einem Viertel aller chinesischen Internet-Nutzer, die im Internet auf Einkaufsbummel gehen. Und sie generieren dabei gewaltige Umsätze: mit 1,1 Billionen Yuan schlug E-Kommerz letztes Jahr in China zu Buche. Kosmetika und Handys erfreuten sich des größten Handelsvolumens. Nehmen wir „taobao.com“ als Beispiel. Im Jahr 2006 wurden Handys und Zubehör im Wert von 5,3 Milliarden Yuan online verkauft. Diese Zahl entspricht nahezu den 6 Milliarden Yuan, die zur gleichen Zeit über die Ladentische in den Verkaufsstellen der größten chinesischen Handy-Einzelhandelskette, D. Phone, gereicht worden sind.
Auch Produkte für Gesundheitspflege haben einen immer größeren Anteil am Konsumwachstum in städtischen Gebieten. Yuan Yue hat in seiner Studie nach-gewiesen, dass 86,1% der Stadtbewohner der Gesundheit die höchste Priorität einräumen. Über die tägliche körperliche Ertüchtigung hinaus, entsch-ließen sich immer mehr Menschen dazu, Geld für Gesundheitsprodukte auszugeben. Im Durchschnitt erwerben Stadtbewohner jeden Monat Nahrungs-ergänzungsmittel und Produkte für die Gesundheitspflege im Wert von 62,42 Yuan. Hinzu kommt die Ausgabe von 148,40 Yuan für Fitnes-sstudios und Trainingsgeräte.
Erhebungen der Chongqinger Forschungsgruppe des Staatlichen Statistikamts zufolge gaben Stadtbewohner in der regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing im Jahr 2006 pro Kopf 705,72 Yuan für Gesundheitspflege aus. Gemessen an den lediglich 137,15 Yuan, die derselbe Personenkreis 1996 dafür aufgewendet hatte, lässt sich also eine Steigerung der Ausgaben um das 4,2fache feststellen. Dies bedeutet ein durchsch-nittliches jährliches Wachstum von 17,8%. Während im Jahr 1996 die Gesundheits-pflege nur 3,1% der Gesamtausgaben eines Haushalts ausmachte, hat sie 2006 bereits 7,5% verschlungen. Dies ist eine Steigerung um 4,4 Prozentpunkte. Für 2007 rechnet man mit einem weiteren Wachstum bei den Aufwendungen für Gesundheitspflege. „Das rapide Wachstum bei den Ausgaben für die Gesundheitspflege ist darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerung der Gesundheit größere Aufmerksamkeit schenkt. Daher finden Nahrungsergänzungsmittel und Produkte für die Pflege der Gesundheit einen reißenden Absatz“, sagt Li Xiaochao, Sprecher des Staatlichen Statistikamtes. Statistiken der Chinesischen Volksbank, der chinesischen Zentralbank, belegen, dass in den ersten drei Monaten 2007 der Umfang ausgereichter Kredite gegenüber dem ersten Quartal 2006 um 157,8 Milliarden Yuan auf 332,1 Milliarden Yuan erweitert worden ist. Die mittel- und langfristigen Kredite erhöhten sich um 170,8 Milliarden Yuan. Analysen aus der chinesischen Zentralbank zeigen, dass insbesondere der Umfang mittel- und langfristiger Konsumentenkredite sehr rasch zugenommen hat. |
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