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05-05-2008 Beijing Rundschau
„Grüne Kredite" sind nicht allen grün
von Lan Xinzhen
Probleme bei der flächendeckenden Einführung „grüner Kredite" Zwar sind bereits gute Erfahrungen bei der Vergabe „grüner Kredite" gemacht worden, aber Pan Yue sieht noch einen beträchtlichen Abstand zwischen den erbrachten Leistungen und dem angesteuerten Ziel. Das Amt für Umweltschutz hat den Finanzbehörden mehr als 30 000 Informationen über die Unternehmen geliefert, die Umweltbestimmungen übertreten haben. Leider seien nur 38 Unternehmen überprüft worden, und nur 12 Unternehmen unterliegen einer Einschränkung der Darlehen. Ursache hierfür ist laut Pan Yue die Tatsache, dass „grüne Kredite" in einigen Provinzen noch nicht oder nur ansatzweise vergeben werden. Diese neue Darlehensform steckt noch in den Kinderschuhen. Einerseits behindern Mangel an Daten, Infrastruktur und Informationen die Verbreitung „grüner Kredite". Andererseits werden Unternehmen, welche die Umwelt belasten und viel Energie verschwenden, von lokalen Regierungen unter Schutz gestellt. Diese Unternehmen können kurzfristig Gewinne - manchmal sogar große Gewinne - erwirtschaften, weshalb es schwierig ist, ihren Kreditumfang im großen Maßstab zu verringern. „Um diese Situation zu verändern, bedarf es einer gemeinsamer Bemühung aller Seiten", sagt Pan. Pan sieht vor allem vier technische Probleme für eine umfassende Förderung „grüner Kredite": Erstens nehmen viele kleine und mittelständische Umweltsünder Geld aus privater oder inoffizieller Quelle auf; dadurch sind sie nicht ausschließlich auf Bankkredite angewiesen. Die Restriktionen bei der Kreditvergabe greifen in deren Fall also nicht. Zweitens soll der Mechanismus des Austauschs von Informationen erweitert und effektiver gestaltet werden. Oft sind zum Beispiel die von Umweltschutzbehörden an die Banken gelieferten Informationen für die Überprüfung der Unternehmen nicht aktuell. Es fehlt in den Geschäftsbanken zudem an ausreichend geschultem Personal für die Einschätzung der Kreditwürdigkeit eines Betriebes. Drittens fehlt es noch an konkreten Standards für die Feststellung von Umweltrisiken bei Unternehmen, weder die Banken noch die Behörden können daher entsprechende Vorschriften ausarbeiten oder Kontrollmaßnahmen ergreifen. Viertens gibt es für die Banken noch keine Anreize dafür, die Ausgabe „grüner Kredite" zu forcieren. Dasselbe gilt für umweltfreundliche Unternehmen. Es zahlt sich bislang für einen Betrieb noch nicht aus, eine „grüne" Politik zu betreiben. Lösungsansätze Nach Pans Vorstellungen soll das Amt für Umweltschutz die Schwierigkeiten bewältigen und den Gedanken „grüner Kredite" weiter fördern. Erstens wird der Informationsaustausch zwischen Umweltschutz- und Finanzbehörden verbessert werden. Zweitens werden den Banken konkrete Richtlinien hinsichtlich der Kriterien der Kreditvergabe erteilt. Nach der Auswertung von Erfahrungen des Auslandes sollen entsprechende Kataloge erstellt werden, die sowohl die Kreditvergabe regeln, als auch der Industrie Handreichungen für umweltkonformes Verhalten liefern. Solchermaßen ausgerüstet, sollten die Banken in die Lage versetzt sein, gezielt in umweltfreundliche Unternehmen und Projekte investieren zu können und zugleich die Kreditvergabe an indizierte Firmen einzuschränken oder ganz zu unterbinden. Drittens werden „grüne" Faktoren insgesamt in der Wirtschaftspolitik ein größeres Gewicht erhalten: beschleunigt ausgearbeitet werden sollen die Einführung von Umweltsteuern und Ökokompensation, die Konzeption „Grüner Aktien" börsennotierter Firmen aus dem Bereich Umwelttechnologie, der Aufbau eines Vertriebsnetzes für Ökoprodukte sowie die Etablierung von Umwelthaftpflichtversicherungen. Pan Yue ist zuversichtlich, dass - ist erst einmal das System „grüner Kreditvergabe" etabliert - der hohe Preis an Umweltzerstörung, den das Wirtschaftswachstum bislang gefordert hat, deutlich gesenkt werden kann. |
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