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28-05-2008 Beijing Rundschau
Wirtschaftliche Vorteile aus dem Bau der längsten Meerbrücke der Welt?
von Lan Xinzhen
Die Gegenrede Allerdings waren nicht alle einhellig für den Bau der Brücke. Zhu Guofang, Beamter der Kommission für Reform und Öffnung der Stadt Ningbo, erklärt, „als der Projektplan präsentiert wurde, waren viele Leute dagegen." Zweifel wurden laut an der Bautechnik, man sprach von einer Verschwendung von Geldmitteln. Würde der Bau der Brücke wirklich der Wirtschaft zugute kommen? In den 80er Jahren traten immer mehr Leute gegen den Plan auf. Die Baukosten sollten 14 Mrd. Yuan betragen. Viele meinten, dass man die Finanzierung nicht auf die Beine stellen könnte, außerdem seien die 14 Mrd. Yuan besser für den Bau einer Autobahn angelegt. Die Brücke kann lediglich die Entfernung vom Südosten der Provinz Zhejiang nach Shanghai verkürzen, eine Autobahn auf beiden Seiten des Hangzhou-Golfes könnte hingegen die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region fördern. Nach der Freigabe der Brücke verwandelt sich die Strecke von Ningbo nach Shanghai aus einem „V" in ein „A". Die Einwände sind auch nach der Eröffnung der Brücke nicht verstummt. Die Gegner sind der Meinung, die Autobahn von Ningbo nach Shanghai wurde zu früh für den Verkehr freigegeben. Zwar kann man jetzt über die Brücke fahren und damit die Entfernung um 120 km verkürzen, aber dies bedeutet noch lange nicht, dass Investoren angezogen würden. „Die Investoren legen nicht nur Wert auf günstige Verkehrsverbindungen - sozusagen die `Hardware` - sondern auch auf ´Software´ wie Investitionspolitik oder das Dienstleistungsniveau der lokalen Verwaltung. Kein Investor rechnet nach, wie weit die Entfernungen reduziert worden sind", sagt Wang Maoqing, Wissenschaftler an der Akademie der Sozialwissenschaften. Die Städte in der Jangtse-Delta-Region definierten sich nicht als eine geographische, sondern als eine wirtschaftliche Einheit. Wer der Jangtse-Delta-Region beitritt, könne vom Ruf der Gegend profitieren und das Image der eigenen Stadt verbessern. Aber das müsse dann erst einmal von Investoren gewürdigt werden. Eine Stadt mit niedrigem Entwicklungsniveau werde durch einen Beitritt keine Vorteile erwerben. Das findet auch Chen Longhai, Vorstandsvorsitzender der Haitong Food Group Co., Ltd. Seine Firma hat sich sehr früh an der Finanzierung des Brückenbaus beteiligt und hält heute einen Anteil von 10 Prozent an der Betreibergesellschaft der Brücke: „Die Brücke bringt auch Herausforderungen. Die Wirtschaftsstruktur der Region wird sich gewiss verändern. Die Arbeitsteilung wird neu definiert. Die Karten werden neu gemischt. Regierungen und Unternehmen werden vor neue und große Aufgaben gestellt." Viele Unternehmen werden in die neuen Industrieparks an beiden Enden der Brücke einziehen. Die Wirtschaft der anderen Gebiete wird aber möglicherweise mit einer Rezession konfrontiert. Xu Xiang, Generaldirektor der Ningbo AirPort Logistics Development Corp., stellt klar: „Niedrige Transportkosten können nicht Unternehmen anziehen. Es kommt auf die Serviceleistungen der Regierungsbehörden an. Erst ein gutes Dienstleistungsklima plus Kostenvorteil schaffen Konkurrenzfähigkeit. Ningbo sollte also noch die ´Software´ verbessern." |
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