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12-10-2007 Beijing Rundschau
Zufriedenstellende Wirtschaftsbeziehungen
Von Ding Wenlei
Seit 1975 ist Deutschland Chinas größter Handelspartner in Europa. Zur Zeit ist China auch Deutschlands größter Handelspartner in Asien, mit einem Handelsvolumen von 78 Mrd. US$ im Jahr 2006, eine Steigerung von 23,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutschland ist auch der größte europäische Investor in China, mit einer Gesamtinvestition von ca. 10 Mrd. Euro. Deutsche Direktinvestitionen in China erreichten 1,98 Mrd. US$ im Vorjahr, was ein Jahreswachstum von 29,3 Prozent bedeutete. In einem Exklusivinterview mit Beijing Rundschau diskutiert Jutta Ludwig, Geschäftsführerin der Deutschen Handelskammer in China und Leiterin der Deutschen Industrie- und Handelsdelegation in Beijing, das Geheimnis hinter dieser speziellen Beziehung, beschreibt die Rolle der Handelskammer in der Verstärkung bilateraler Wirtschaftsbeziehungen und spricht über deutsche Investitionen in China, wie auch über den Schutz geistigen Eigentums in der chinesisch-deutschen Technologiekooperation.
Beijing Rundschau: Welche Rolle spielt die Deutsche Handelskammer bei der Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen unseren beiden Ländern? Jutta Ludwig: Wir sind dabei, ein engagiertes und effektives Forum für die Entwicklung der chinesisch-deutschen Handels- und Investitionsbeziehungen zu gestalten. Wir geben Informationen und praktische Ratschläge für den Einstieg und die Durchführung wirtschaftlicher Tätigkeiten in China. Wir bieten eine Plattform für Wirtschaftsbeziehungen und Zusammenarbeit sowie Möglichkeiten zur Netzwerkbildung. Wir vertreten die Interessen der deutschen Industrie und führen mit unseren chinesischen Partnern auf Verwaltungsebene Gespräche über die Politik und Gesetze Deutschlands. Vor allem aber gewähren wir deutschen Unternehmen, die in den chinesischen Markt eintreten wollen, Unterstützung. Es gibt viele Chancen für Maschinen, Anlagen, Versicherungen, Banken, Beratungen und Informationstechnologien in China. Wir erstellen für die deutschen Unternehmen eine erste Marktanalyse, und, wenn sie das wünschen, helfen wir ihnen, Marktstrategien zu entwickeln. Wir versuchen den richtigen Ort für ihre Geschäfte in China zu finden. Wir raten ihnen, welche Art von Unternehmen sie aufbauen sollen - ob eine Niederlassung oder ein Joint-Venture. Welches sind die speziellen Dienste, die Sie Ihren Mitgliedsunternehmen anbieten? Ich möchte betonen, dass nicht alle Unternehmen, die wir beraten, automatisch Mitglieder der Handelskammer sind. Für eine Beratung muss man kein Mitglied sein, aber man muss zahlen. Ich denke, es sind etwa 80-90 Prozent der Neuankömmlinge, die zuerst mit der Kammer Kontakt aufnehmen, bevor sie in den chinesischen Markt eintreten. Mehr als ein Drittel der 3500 deutschen Unternehmen in China sind mittlerweile unsere Mitglieder geworden. Die Dienste, die wir unseren Mitgliedern anbieten, sind breitgefächert. Wir geben ihnen sehr viel Informationen, machen sie auf Veranstaltungen aufmerksam und bringen sie mit anderen Unternehmen in Verbindung. Wir organisieren Tagungen, Sitzungen bzw. Konferenzen, um Netzwerke und einen Informationsfluss zwischen chinesischen und deutschen Unternehmen zu schaffen.
Welches sind die beliebtesten Sektoren für deutsche Investoren in China? Die bevorzugten Sektoren für deutsche Investoren hier in China sind Infrastruktur, Energie- und Umwelttechnologien sowie das Gesundheitswesen. China plant bis zum Jahr 2020 das bestehende Eisenbahnsystem von 80 000 km auf 100 000 km auszubauen, mit einer Gesamtinvestition von ca. 200 Mrd. Euro, dafür werden Auslandsinvestitionen erforderlich sein. Deutsche Unternehmen mit gut ausgebildeten Fachkräften können in diesem Bereich auf wertvolle Erfahrungen und Erfolge verweisen. Es gibt auch Kooperationsmöglichkeiten im städtischen Verkehrssystem in den wirtschaftlichen Brennpunkten, wie in Beijing bei der Vorbereitung der Olympischen Spiele 2008 und in Shanghai im Zusammenhang mit der Weltexpo 2010. Weitere mögliche Zusammenarbeit im Infrastrukturbereich betrifft Bau und Betrieb von Flughäfen. Deutsche Unternehmen interessieren sich auch für erneuerbare Energien, energieeffizienten Bau, Wasseraufbereitung und die Reduktion der Luftverschmutzung. Der Energieverbrauch in China wird sich bis zum Jahr 2025 um 30 bis 35 Prozent erhöhen. Die Regierung hat in ihrem 11. Fünfjahresplan (2006-2010) festgelegt, dass sie 140 Mrd. Euro für die Verbesserung in den Bereichen Wasserversorgung, Wasseraufbereitung und Reduktion der Luftverschmutzung und für den Bau von 1000 neuen Wasserreinigungsanlagen bis 2010 bereitstellen wird. Deutsche Unternehmen haben reiche Erfahrung, und ihre Technologien in diesen Bereichen sind international hoch anerkannt. Sie haben bereits in der Vergangenheit erfolgreich in diesen Bereichen gearbeitet und werden diese Leistungen in Zusammenarbeit mit ihren chinesischen Partnern fortsetzen. Ein weiteres Gebiet ist das Gesundheitswesen. Deutsche Unternehmen wollen gerne mit chinesischen Partnern bei dem Bau von Krankenhäusern zusammenarbeiten, das Management verbessern, Arzneimittel und medizinische technologische Geräte zur Verfügung stellen, und auch auf anderen potentiellen medizinischen Gebieten zusammenarbeiten. Generell kann man sagen, dass auch in den Bereichen Verfahrenstechnik, energieeffiziente, umweltfreundliche Produktionstechnologien und Materialien vielversprechende Kooperationsmöglichkeiten bestehen. |
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