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30-11-2007 Beijing Rundschau
„ ... dass wir zeigen, was Deutschland eigentlich ist."
von Matthias Mersch
Michael Kahn-Ackermann, Sinologe, Leiter des Goethe-Instituts Beijing und federführend bei der Realisierung des Großprojekts „Deutschland und China- gemeinsam in Bewegung", formuliert den Ansatz der Kampagne: „In diesem Projekt arbeiten Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft unter einem Generalthema zusammen und finden sich in einem Gesamtveranstaltungsformat wieder. Es ist sehr sinnvoll, dass wir an das von uns gewählte Thema der Urbanisierung von unterschiedlichen Positionen herangehen. Die Wirklichkeit urbaner Entwicklung trennt nicht klar zwischen kulturellen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Aspekten. Daneben konzentriert sich die Veranstaltungsserie jeweils auf eine Region des Riesenlandes China und versucht dort Netzwerke zu schaffen, die über die Veranstaltungszeit hinaus Bestand haben. Eine zentrale Rolle spielt der Gedanke der Kooperation. Deutsch-chinesische Gemein-schaftsprojekte sind wesentlicher Bestandteil des Programms. Darüber hinaus präsentiert sich Deutschland als innovativer und kompetenter Kooperationspartner zur gemeinsamen Lösung von Zukunftsfragen. Das Projekt erhebt damit Ansprüche, die über ein bloßes 'Nation Branding' hinausgehen." „Deutschland und China – gemeinsam in Bewegung" ist also ein Gemeinschaftsprojekt von Regierung und Industrie, es arbeitet mit dem Geld des Steuerbürgers und des Aktionärs. Das Geld ist sinnvoll eingesetzt: Deutschland zeigt sich als modern und weltoffen. Es scheint tatsächlich dazu in der Lage zu sein, mit Hilfe moderner Technologie die Probleme der Zukunft nicht nur anzupacken, sondern gemeinsam mit chinesischen Partnern zu meistern. Der Optimismus, den die Präsentation ausstrahlt, ist ansteckend, weil an konkreten Beispielen vor Augen geführt wird, dass die Fragen der Energiesicherheit, des Klimawandels und des Umweltschutzes lösbar sein können. Aber der Zauber innovativer Visionen beschränkt sich nicht auf das Gebiet der Technologie.
Nehmen wir den Pavillon der Deutschen Bank: so ausdauernd ist hier die Rede von sozialer Verantwortung, Phantasie und Kunst, dass der Gegenstand des Bankgeschäfts in Vergessenheit gerät: „Geld" scheint hier ein Wort geworden zu sein, dessen Gebrauch vermieden wird. Zu sehen sind stattdessen großformatige Porträtfotos von Deutschen und Chinesen aller Altersgruppen, dazu ein kurzer Text, der die jeweilige Person vorstellt. Mit eigenen Worten schildert sie ihren Wunsch, ihren Traum oder den Plan, den sie sich für ihr Leben geschmiedet hat. Es folgt ein Satz, in dem die Deutsche Bank erläutert, was sie dazu beitragen kann, dass dieser Traum in Erfüllung geht. So ermöglicht sie einem Urbanisten die Teilnahme an einer internationalen Konferenz zur Stadtentwicklung und einem chinesischen Mädchen durch ein Stipendium die Vertiefung seiner Ausbildung zur Konzertgeigerin. Zwei älteren Herren unter den Besuchern des Pavillons gefiel besonders die Äußerung einer chinesischen Lehrerin, die unter ihrem Porträtfoto bekannte, mit ihrer Arbeit einen Teil von China nach Deutschland tragen zu wollen. Einer der Herren sagte: „Das ist ein guter Wunsch. Durch die Deutschlandpromenade haben wir hier in Nanjing eine gute Gelegenheit, Deutschland besser kennen zu lernen. Jetzt wäre es gut, wenn China in Deutschland eine ähnliche Aktion veranstalten würde." Und der andere Herr ergänzt: „Richtig! Auch China ist ein dynamisches und kreatives Land. Es ist zu hoffen, dass die Deutschen nun auch mit einem vielseitigen China bekannt gemacht werden." Maike Tippmann, die bei der Deutschen Bank im Bereich der Corporate Social Responsibility (CSR) tätig ist, sagte im Interview mit der „Beijing Rundschau", dass der Sinn der Präsentation darin liege, „wirklich zu zeigen, was Deutschland eigentlich ist." Durch die Knappheit der Ressourcen gezwungen, „mussten wir frühzeitig damit beginnen, Energieformen zu entwickeln, die auf neuen Trägern beruhen. Sonnenenergie, Windenergie, Erdwärme." |
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