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04-05-2008 Beijing Rundschau
Premiere des Balletts „Der Päonien-Pavillon"
von Xu Bei
In ihrem Traum ging sie wieder in den Garten. Ein junger Mann mit Weidengerten in der Hand sprach sie an, wobei er die Schönheit und Intelligenz von Du Liniang bewunderte und bedauerte, dass sie ihre Jugendjahre ungenutzt vertat. Da Liniang fühlte, dass dieser junge Mann sie gut verstand, verliebte sie sich allmählich in ihn. Die Blumengötter im Garten tanzten rund um Du Liniang und den jungen Mann und wünschten ihnen ihre wahre Liebe. Die Mutter von Du Liniang kam zu ihrer Tochter und weckte sie aus ihrem schönen Traum. Die junge Frau sehnte sich nach ihrem Traumgeliebten und nach der ganzen Traumszene und ging immer wieder in den Garten. Der Garten war unverändert schön, aber der junge Mann war niemals mehr zu sehen. Du Liniang wurde sehr traurig und schwermütig, sobald sie in ihre Kammer zurückkehrte. Sie wurde sehr krank. Du Liniang dachte immer an den schönen Frühling und an ihren Traum. Sie malte ein Selbstporträt und ließ Chun Xiang das Bild unter die Felsen in den Garten legen. Bald darauf starb Du Liniang. Ihre Eltern bestatteten sie unter den großen Winterblumenbaum im Garten und bauten für sie eine Gruft. Später zog Du Bao um. Nach einiger Zeit ging ein junger Mann an dem Garten vorbei. Er war krank und wohnte in der Nähe, um sich zu erholen. Der junge Mann hieß Liu Mengmei und war gerade jener, von dem Du Liniang geträumt hatte. Als Liu Mengmei wieder gesund war, ging er in dem Garten spazieren. Dort fand er versehentlich das Selbstporträt von Du Liniang. Liu Mengmei fühlte, als ob er diese schöne junge Frau irgendwo schon einmal getroffen hatte. Er nahm das Bild an sich und trug es in seine Studierstube. Je mehr er die Frau im Bild ansah, desto mehr verliebte er sich in Du Liniang. Er sprach täglich mit der schönen Frau auf dem Bild und betrachtete sie als eine lebende Dame. Nach dem Tod von Du Liniang blieb ihre Seele noch immer im Garten. Als sie sah, dass Liu Mengmei wirklich in sie vernarrt war, ging sie jeden Abend in die Studierstube, wo sie den jungen Mann traf. Am nächsten Morgen ging sie weg. Liu Mengmei fragte Du Liniang, wie er wohl für immer bei ihr sein könne. Du Liniang antwortete, sie könnte wieder leben, wenn das Grab geöffnet würde. Liu Mengmei war überrascht und voller Freude, dass er sofort das Grab mit einer Hacke aushöhlte. Du Liniang wurde wirklich wieder lebendig und war ebenso schön wie früher. Die beiden jungen Leute heirateten endlich und waren fortan glücklich. Der Weg zum glücklichen Ende aber ist gepflastert mit Widrigkeiten und Verwicklungen. Zahlreiche Abenteuer und Probleme mit ungläubigen Eltern, ungeschickten Dienern, Banditen und in das Land eindringenden tatarischen Horden sind zu bestehen. „Der Päonien-Pavillon" zählt zu den großen Theaterstücken der chinesischen Oper und gilt als die bedeutendste Kunqu-Oper. Die Beijinger Produktion ist der erste Versuch, dieses traditionelle Stück in Form eines Balletts aufzuführen. „Der Päonien-Pavillon" wird auf der Grundlage des ursprünglich 55 Szenen umfassenden Theaterstücks in zwei Teilen mit insgesamt sechs Szenen aufgeführt. Guo Wenjing hat zahlreiche Elemente westlicher klassischer Musik in die Komposition integriert. Im ersten Teil des Balletts werden Debussys „Prélude à l'après-midi d'un faune", „La Mer" und Nocturnes" zitiert. Die Choreographie trägt die Handschrift des modernen europäischen Tanzes. Eine Kunqu-Darstellerin zieht durch die ganze Aufführung, als ein Hinweis auf den historischen Ursprung des Balletts. Das Bühnenbild ist eine Herausforderung für die Sehgewohnheiten des Publikums: riesige weiße und rote Blumen, ein die ganze Bühne überspannender Baum, ein über den Köpfen der Darsteller aufgehängtes Bett, viele Elemente des europäischen Theaters werden aufgegriffen. „Für mich ist die Beziehung zwischen Bühne und Tänzer sehr wichtig. Beide sollten wie Milch und Wasser gut miteinander vermischt sein. Die Bühne ist nicht länger eine Bühne, sondern der Partner des Tänzers und der Tänzerin", sagt Simon. Aber für die Zuschauer ist das Ballett nicht leicht zu verstehen. Ohne die eingeblendeten Erläuterungen zu den Szenen könnte man die Geschichte fast nicht nachvollziehen, meint ein Journalist des Internetmagazins Qianlong.net. Das Ballett sollte für die Zuschauer leichter verständlich sein. Dennoch fanden viele Premierengäste, dass die innovative Inszenierung sehr gelungen und überaus empfehlungswert sei. Vom 2. bis 7. Mai wird das Ballet „Der Päonien-Pavillon" im Tianqiao-Theater in Beijing aufgeführt.
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