05-12-2008 Quelle:Radio China International
Chinesische Baufirma CZICC fasst Fuß in Europa
von Yan Wei

In der kleinen Stadt Brühl an den Ufern des Rheins befindet sich der europaweit bekannte Vergnügungspark "Phantasialand". Im Jahr 2004 entstand dort ein Baukomplex im klassischen chinesischen Stil. In diesem so genannten "China-Town" gibt es ein Vier-Sterne-Hotel, einen chinesischen Garten und einen Konfuzius-Tempel. Der Auftrag dafür ging an die Firma China Zhenjiang International Economic-Technical Cooperation Limited (CZICC). Innerhalb von 15 Jahren hat sich dieses Unternehmen zu einem der wenigen chinesischen Betriebe entwickelt, der in der europäischen Baubranche Fuß fassen konnte. Geschäftsführer Li Hongbao erzählt die Erfolgsgeschichte seiner Firma.

Für chinesische Betriebe ist es mutig, im europäischen Baugewerbe zu investieren. Den ersten Schritt dazu machte CZICC im Jahr 1993. Die Firma übernahm den Innenausbau des Londoner Albany Hotels. Zuvor konnte keine chinesische Firma Bauprojekte in Europa übernehmen. Li Hongbao:

"Wir waren im Jahre 1998 wieder auf dem europäischen Markt. Das war ein Zufall. Wir gestalteten in Partnerschaft mit unserem Tochterunternehmen Zhenjiang Mannheim einen chinesischen Garten. Nach seiner Fertigstellung ist dieser Garten schnell bekannt geworden und wurde unter die 200 beliebtesten Tourismusziele Deutschlands eingestuft. Da erkannten wir unsere Chance und gingen so allmählich auf die europäischen Märkte. "

Der chinesische Garten in Mannheim hat eine Grundfläche von 6000 Quadratmetern. Die bebaute Fläche beträgt 1080 Quadratmeter. Der Garten zählt europaweit zu den größten und vollkommensten klassischen chinesischen Gärten. CZICC übernahm sowohl das Design, die Beratung als auch die Bauausführung. Die Effizienz und die Qualität überraschte die Deutschen sehr. Anfangs stand die Firma aber auch vor einer Reihe von Schwierigkeiten, um Anerkennung und Vertrauen der lokalen Baubranche zu gewinnen. Li Hongbao erklärt:

"Anfangs waren wir mit vielen Problemen und Widerständen konfrontiert. Unsere Gedanken, Regeln und Denkweisen waren unterschiedlich. Es gab auch Probleme bezüglich der Gesetze und der Steuern. "

Trotz großem Zeitaufwand und geringem Gewinn fing die Firma aus Zhenjiang mit kleinen einzelnen Bauaufträgen an. Schließlich gründete sie eine Filiale in Deutschland. Auf diese Weise war das Unternehmen berechtigt, sich an Ausschreibungen innerhalb der EU zu beteiligen. Dadurch ist das internationale Prestige der Firma gestiegen.

Da der Arbeitsmarkt in Europa für Länder außerhalb der EU nicht zugänglich ist, haben chinesische Firmen eigentlich nur eine ganz kleine Chance, Aufträge für Bauprojekte in Europa zu bekommen. Die Firma CZICC hat sich auf alte chinesische Bauten spezialisiert. Neben der kulturellen Prägung Chinas legt man großen Wert auf die Qualitätskontrolle. Li Hongbao sagt uns:

"Trotz der starken Konkurrenz im Baugewerbe in Deutschland ist es uns gelungen, Fuß zu fassen und uns gut zu entwickeln. Zum einen haben wir unsere kulturellen Besonderheiten als Marktvorteile genutzt. Chinesische Bauten sind in den Augen vieler Deutscher und Europäer imposant und wunderschön. Zum anderen bieten wir gute Dienstleistungen an und legen großen Wert auf die Qualitätskontrolle der Bauprojekte. Dadurch konnten wir unseren Marktanteil erhöhen. Außerdem verkürzen wir auch die Zeit der Bauausführung, um dem Kundenbedarf nachzukommen."

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