09-10-2007 Wushu beeindruckt laowais
Wushu beeindruckt laowais
Tang Yuankai

Die lange Reise

 

 

„Ich fand Wushu als zugänglich“, sagte Luc Bendza aus dem Gabun, der einen Master in Wushu von der Beijing-University of Physical Education hat. Er kam nach China, als er 14 Jahre alt war, und lebte seit mehr als 20 Jahren. Er hat bereits einige Wushu-Wettbewerbe gewonnen und ist jetzt der Präsident der Wushu-Vereinigung seines Heimatlandes Gabun, ein Mitglied der Internationalen Wushu-Federation, und wird voraussichtlich Schiedsrichter für die Wushu-Wettbewerbe während der Olympischen Spiele 2008 sein.

Ausländische Anmut: Kampfsportbegeisterte praktizieren Wushu in Belgien.

Zuerst hat Bendza Wushu auf einem Bildschirm gesehen und dann entschied er sich richtiges Kungfu in China zu studieren. Sein erster Lehrer war ein chinesischer Übersetzer im Gabun. „Als ich 14 Jahre alt war, konnte ich es nicht mehr erwarten, endlich nach China zu gehen, um meinem Drang nachzukommen, diese martialische Art zu betreiben“, sagte er. Der Entschluss des jungen Mannes überraschte seine Mutter, aber letztendlich gab sie nach, weil ein Onkel Bendzas in China arbeitete.

1984 lernte Bendza Wushu für ein Jahr in einem Tempel der Shaolin-Mönche. Das war eine anstrengende Zeit, erinnerte er sich. Jeden Morgen musste mit zwei Wassereimern an ausgestreckten Armen üben. „Die Schmerzen waren es aber wert“, sagte er. Da Wushu vom chinesischen Denken, der Philosophie und kulturellen Bedeutungen geprägt ist, ist es nicht leicht für einen Ausländer, den Zugriff zu erlangen. Bendza stieß aber nicht auf Probleme. Für ihn war Wushu ohnehin mehr Philosophie als Methode. Es lehrt die Menschen, die Welt als einträchtiges und stimmiges System zu begreifen. „Wushu hilft dir, dich selber besser zu verstehen, und es hilft dir, deine Fähigkeiten, mit Schwierigkeiten im Leben umzugehen, auszubauen“, erklärte er. Vor ein paar Jahren begann er seine Karriere als Trainer und Schiedsrichter. Seitdem hatte er Studenten in Afrika und Europa. „Einmal wurde ich nach Deutschland eingeladen, um Wushu zu lehren, und die Person, die mich am Flughafen abholen sollte, konnte es nicht fassen, als sie mich sah, und sagte: „Ich hätte einen chinesischen Wushu Meister erwartet“, erinnerte sich Bendza.

Bendza sieht das Lehren und Fördern von Wushu als seine Lebensaufgabe an. Er hofft darauf, dass noch mehr Leute, die Vorzüge und den Spaß der Kampfkunst für sich entdecken und diese miteinander teilen. „Wushu ist eine internationale Sprache, durch welche eine tiefsinnigere Kommunikation und eine gegenseitiges Verständnis erreicht werden kann“, sagte er.

 

Ein besonderer Status

 

 

Luc Bendza mit dem Hong Konger Action-Star Jackie Chan

In der Geschichte der Olympischen Spiele gab es schon öfter Fälle, in der die Hauptsportarten der Gastgeberländer in die formellen Ereignisse der Spiele eingebunden wurden, dies passiert im Falle von Japans Karate und Koreas Kickboxen. Nachdem Jaques Rogge aber die Präsidentschaft des Internationalen Olympischen Komitee (IOC) übernommen hatte, begann er die Olympischen Veranstaltungen so zu vereinheitlichen, dass er für neue Sportarten schwer wurde, Zugang zu den Spielen zu finden. „Es wird einen Wushu-Wettbewerb während der Olympischen Spiele geben. Es wird keiner der 28 offiziellen Sportarten werden, aber wir werden das zusammen mit dem BOCOG (dem Organisationskomitee der Olympischen Spiele für die 29. Spiele in Beijing) organisieren“, sagte Rogge während der Eröffnung der 10. National Games in Nanjing im letzten Jahr. Obwohl es keine offizielle Sportart ist, erhofft sich die International Wushu Federation, dass die Teilnehmer der Wushu-Wettbewerbe dieselbe Behandlung erfahren, wie die anderen Wettbewerber der formell anerkannten Wettbewerbe. „Die Gleichbehandlung würde auch beinhalten, dass die Medaillen in den Wushu-Wettbewerben genauso anerkannt wären wie im Falle der formell anerkannten Sportarten, und sie sollten durch den IOC an die Gewinner vergeben werden. „Das beinhaltet natürlich eine Gleichbehandlung bei der Fernsehübertragung“, sagte Chen Guorong, Vizevorsitzender der chinesischen Wushu-Vereinigung. Das IOC hat aber bereits verkündet, dass die Medaillen nicht dieselben sein können, wie für andere formell anerkannte Sportarten. So schlug die Internationale Wushu-Föderation bereits in einem Plan vor: eine Seite der Medaillen wird das IOC-Symbol eingeprägt haben, während die andere Seite von dem Wappen der Internationalen Wushu-Föderation geziert wird. Das genaue Design muss noch durch das IOC geprüft werden. Daneben könnte sich Übertragung des Wushu-Wettbewerbs während der Olympischen Spiele als Problem erweisen, da das IOC schon alle Verträge mit allen Überträgern in der Welt unterzeichnet hat.

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