11-10-2007 Beijing Rundschau
Die Freiheit der Wahl
Von Feng Jianhua

In den vergangenen 30 Jahren haben etwa 36 Millionen Chinesen die Aufnahmeprüfung zur Hochschule bestanden und dadurch den entscheidenden Schritt in die Zukunft getan, aber der Ruf nach einer Reform des Hochschulsystems wird immer lauter.

 


Von Vor 30 Jahren wurde das während der Kulturrevolution ausgesetzte Verfahren zur Hochschulaufnahme wieder eingeführt. Seitdem haben mehr als 36 Millionen Chinesen diese Prüfung bestanden. Die Aufnahmequote ist dabei kontinuierlich von 4,7 Prozent im Jahr 1977 auf 56,85 Prozent im Jahr 2006 geklettert.

 

Studienbeginn: Die ersten Studienanfänger seit Wiedereinführung der landesweiten Hochschul-zugangsprüfungen 1977 in einem Hörsaal der Tsinghua-Universität

2007 hat die Zahl der Teilnehmer an der Hochschulaufnahmeprüfung zum ersten Mal die Marke von 10 Millionen überschritten. 5,7 Millionen von ihnen finden Studienplätze an Hochschulen und Universitäten. Im Vergleich zum Jahr 1977, wo lediglich 270 000 Zugang zu den Hochschulen erhielten, hat sich ihre Zahl verzwanzigfacht.

 

Trotz steigender Studentenzahlen, wird nach wie vor heftig über das gegenwärtige Prüfungssystem diskutiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie man die Aufnahmeprüfung inhaltlich anspruchsvoller und zugleich fairer gestalten kann.

 

Am 18. Juli 2007 hat eine nichtstaatliche Einrichtung, das Forschungsinstitut für Bildungsentwicklung im 21. Jahrhundert (21st-Century Education Development Research Institute), ihre jüngste Studie vorgestellt: ein Konzept für die Reform des Hochschulaufnahmesystems. Dies ist das erste umfassende Konzept seiner Art. Darin werden die Rechte der Schüler hervorgehoben und erstmals die Grundwerte und -ziele der Reform klar definiert: die Gewährung fairer Bildungschancen, die Einführung eines abgestuften Bewertungs- und Auswahlverfahrens, die Respektierung der Selbstbestimmungsrechte von Hochschulen und Schülern sowie die Flexibilisierung der gesamten Hochschulbildung.

 

Die Beijing Rundschau hat Professor Yang Dongping vom Beijing Institute of Technology (BIT) interviewt. Er ist Direktor des 21st-Century Education Development Research Institute und federführender Autor des Reformkonzepts.

 

Beijing Rundschau: Was hat Sie dazu bewogen, das Reformkonzept anlässlich des 30. Jahrestages der Wiederherstellung des Systems der Aufnahmeprüfung zur Hochschule zu veröffentlichen?

Prof. Yang Dongping: Unser Ziel war es, der Öffentlichkeit eine Diskussionsgrundlage zu liefern. Durch offenen Meinungsaustausch kann man verschiedene Ansätze diskutieren und dadurch die Reform vorantreiben. Im Vergleich zu anderen Bereichen geht die Reform des Bildungswesens nur schleppend voran. Wir sollten kräftiger unsere Stimme erheben, damit wir uns bei den zuständigen Behörden auch Gehör verschaffen können. Erfreulicherweise haben sowohl das Bildungsministerium als auch viele Provinzregierungen dem Konzept große Aufmerksamkeit geschenkt. In dieser Hinsicht hat sich unser Wunsch also bereits erfüllt.

1   2   3    


Kurze Nachrichten


Wirtschaft
Top-Services
Hotel
Routenplaner
Wechselkurs
Rent a car
City Apartments Vermietung
Reise durch China
Schreiben Sie an uns
Aboservice
Wetter
Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24,
100037 Beijing, Volksrepublik China