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12-11-2007 Beijing Rundschau
Alt werden
Von Tang Yuankai
China, die weltweit bevölkerungsreichste Nation, entwickelt sich auf eine überalterte Gesellschaft hin. Wie wird das Land mit dieser Herausforderung umgehen? „Hallo kleiner Kerl, wirst du mich unterstützen, wenn ich alt sein werde?“, fragte Han Wenshan, 35, seinen neugeborenen Sohn, als er diesen abholte.
Die chinesische Tradition, Söhne aufzuziehen, damit sie die Eltern später im hohen Alter versorgen, ist mit der raschen Entwicklung der Wirtschaft und der Anhebung des Lebensstandards allmählich verschwunden. Wie es bereits der Fall in den entwickelten Ländern ist, ist China mit der Vergreisung seiner Gesellschaft konfrontiert. Die Menschen leben länger und haben weniger Kinder. Daher weisen viele chinesische Familien das sogenannte 4-2-1-Muster auf: ein Paar zieht ein Kind auf und unterstützt vier Elternteile. Nur wenige haben erkannt, dass sich drohend ein Problem abzeichnet. Die Überalterung der Bevölkerung ist ein Trend, der mittlerweile eine zunehmende Anzahl von Ländern betrifft. Vor kurzem hat das Presseamt des Staatsrates, Chinas Kabinetts, ein Weißbuch über Maßnahmen zur Hilfe für die älteren Generationen veröffentlicht. Dort heißt es, Chinas Bevölkerung sei Ende des 20. Jahrhunderts, als der Anteil der Menschen im Alter über 60 Jahren mehr als 10% der Gesamteinwohnerzahl ausmachte, in die Überalterungsphase eingetreten. Ende 2005 verzeichnete China fast 144 Mio. Menschen im Alter über 60 Jahren, was 11% der Bevölkerung war, so das Weißbuch. Eine zunehmend alternde Bevölkerung bedeutet zwangsläufig, dass viele Angelegenheiten angegangen werden müssen, da dieses Problem jeden Aspekt der Gesellschaft betrifft. Es sorgt für mehr Druck in jeder Familie und verursacht wirtschaftliche Konsequenzen sowie ernste soziale Probleme. Es stellt ebenfalls das Arbeitskräfteangebot und das Rentensystem vor Herausforderungen. „Ich dachte immer, es sei nicht meine Sache, für die ältere Generation zu sorgen“, sagte Han, dessen Eltern und Schwiegereltern mit einer Renten- und Krankenversicherung versorgt sind. Letztes Jahr erkrankte Hans Vater jedoch ernsthaft, und im Zuge dessen begann Han, den Druck, der auf ihm lastete, zu spüren. „Es war eine schwierige Zeit für mich“, sagte Han und setzte hinzu, dass sich die Ausgaben für die ärztliche Behandlung auf über 100 000 Yuan belaufen hätten und die Krankenversicherung seines Vaters ebenso wie die Rente völlig unzureichend gewesen sei. „Unsere Ersparnisse gingen fast gänzlich für die medizinischen Kosten drauf“, so Han, der für ein Privatunternehmen arbeitet und sich finanziell als recht wohlhabend sieht. Als es seinem Vater wieder besser ging, eröffnete Han für jeden Elternteil ein Bankkonto, auf das er jeden Monat einen gewissen Betrag einzahlt, um für zukünftige unvorhergesehene Ereignisse gewappnet zu sein. Darüber hinaus hat er jeden Monat eine gewisse Summe für die zukünftige Ausbildung seines Sohnes zurückzulegen. „Ich arbeite mich fast kaputt, um meine Familie zu unterstützen: Rente für die Eltern, die Ausbildung meines Sohnes, die Hypothek, der Lebensunterhalt.“ Han hat ebenfalls eine private Altersversicherung für sich selbst abgeschlossen. „Wir müssen Vorkehrungen treffen, bevor es zu spät ist. Viele meiner Kollegen teilen die gleiche Ansicht“, sagte er. |
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