12-11-2007 Beijing Rundschau
Wichtige Ereignisse im Jahr 2006 in China
 

1. Das 11. Fünfjahresprogramm

Beim Abschluss der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses (NVK) im März 2006 hatten die Abgeordneten mit überwältigender Mehrheit das 11. Fünfjahresprogramm zur Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft gebilligt. Das Programm skizziert die Aufgaben für die Entwicklung der kommenden fünf Jahre in China. Schwerpunkt der Jahrestagungen des Nationalen Volkskongresses und der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volks (PKKCV) im März war, die Entwicklung Chinas in den kommenden fünf Jahren zu planen.

Am 5. März 2006 erstattete Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao den Rechenschaftsbericht der Regierung.

"In den kommenden fünf Jahren werden die Ausgaben Chinas für die Verwirklichung der allgemeinen Schulpflicht insgesamt 218,2 Milliarden Yuan RMB erreichen. Insbesondere die Ausgaben für die allgemeine Schulpflicht in den Grund- und Mittelschulen in den ländlichen Gebieten sind enorm. Hauptsächlich stehen Mittel für die Renovierung und den Umbau vieler Schulgebäude auf dem Lande zur Verfügung. Jedes Kind in China hat die Möglichkeit, gleichberechtigt der allgemeinen Schulpflicht nachzukommen."

Dies sagte Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao in seinem Rechenschaftsbericht bei den letzten Jahrestagungen des NVK über die Bildung. Die Zukunft erfordert auch Bildung. Deshalb wird in dem 11. Fünfjahresprogramm großer Wert auf ein modernes Bildungswesen gelegt. Der Schwerpunkt in diesem Bereich liegt in der Entwicklung des Bildungswesens in den ländlichen Regionen Chinas.

Im Vergleich zu den Fünfjahresplänen der Vergangenheit hat das 11. Fünfjahresprogramm eine wesentliche Besonderheit, nämlich die, dass die Art und Weise des wirtschaftlichen Wachstums geändert werden soll. Es sollen die Abhängigkeit von Ressourcen verringert und die wissenschaftlich-technische Innovationskraft verstärkt werden. Im neuen Entwicklungsprogramm wird erstmals das Ziel gesetzt, den für den Ressourcenverbrauch verwendeten Anteil am Bruttoinlandsprodukt um 20 Prozent zu reduzieren und den Gesamtausstoß giftiger Schadstoffe um 10 Prozent zu verringern.

2. Das erste Wirtschafts- und Handelsforum zwischen beiden Seiten der Taiwan-Straße

"Erstens, von der Anstrebung des Wohls des Volkes ausgehend soll eine gemeinsame Entwicklung und Prosperität der beiderseitigen Wirtschaft realisiert werden. Zweitens, mit direkten Verkehrsverbindungen als Durchbruch soll eine neue Situation für die normale Entwicklung der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen geschaffen werden. Drittens, mit der Erhöhung des technischen Niveaus und der Konkurrenzfähigkeit als Schwerpunkt soll eine nachhaltige gesunde Entwicklung der beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen gefördert werden. Und viertens sollen mit der Verstärkung des Austauschs und der Konsultation Weisheit und Kräfte beider Seiten zur Vorantreibung der gegenseitig nutzbringenden Zusammenarbeit konzentriert werden."

Das ständige Mitglied des Politbüros des ZK der KP Chinas und Vorsitzender des PKKCV-Landeskomitees, Jia Qinglin, empfing am 14. April 2006 vor der Eröffnung des ersten Wirtschafts- und Handelsforums zwischen beiden Seiten der Taiwan-Straße den damaligen Vorsitzenden der Chinesischen Kuomintang, Lien Chan.

Dies sagte er der ständige Mitglied des Politbüros des ZK der KP Chinas und Vorsitzende des PKKCV-Landeskomitees, Jia Qinglin, bei der Eröffnung des ersten Wirtschafts- und Handelsforums zwischen beiden Seiten der Taiwan-Straße im April 2006.

Einig waren sich im April 2005 der Generalsekretär des ZK der KP Chinas, Hu Jintao, und der damalige Vorsitzende der Chinesischen Kuomintang, Lien Chan, dieses Wirtschafts- und Handelsforum zu veranstalten. Top-Themen des Forums sollten der Handelsaustausch und die Schaffung direkter Verkehrsverbindungen zwischen beiden Seiten der Taiwan-Straße sein.

Der stellvertretende Vorsitzende der Chinesischen Kuomintang Wu Po-hsiung sagte bei der Abschlusszeremonie des ersten Wirtschafts- und Handelsforums zwischen beiden Seiten der Taiwan-Straße:

"Die Völker auf beiden Seiten der Taiwan-Strasse sind Nachkommen von Yandi und Huangdi und entstammen einer Nation. Ihre Sprache und Kultur haben eine gleiche Quelle. Ihre Wirtschafts- und Handelsbeziehungen sind eng verbunden und ihre wirtschaftlichen Strukturen ergänzen sich gegenseitig. Entwickelt soll eine Wirtschafts- und Handelskooperation von gegenseitigem Vorteil zwischen beiden Seiten werden. Beide Seiten sollen zusammenarbeiten, um dieses Ziel zu verwirklichen und die Wirtschaft zu entwickeln."

3. Abgeschlossene Bauarbeiten des Drei-Schluchten-Damms

Am 20. Mai wurden die Bauarbeiten am Herzstück des Drei-Schluchten-Staudamms planmäßig abgeschlossen.

Das Drei-Schluchten-Projekt befindet sich in der Stadt Yichang in der zentralchinesischen Provinz Hubei und ist weltweit das größte Wasserbauprojekt. Das Projekt dient dem Hochwasserschutz, der Stromerzeugung und der Schifffahrt. Bei dem Drei-Schluchten-Staudamm mit einer Höhe von 185 Metern und einer gesamten Länge von über 2.300 Metern handelt es sich um den größten Stahlbetondamm der ganzen Welt.

Der Kofferdamm hatte die Wassermassen von der Baustelle des Drei-Schluchten-Staudamms abgehalten. Nach der Sprengung des Kofferdammes strömt nun das Wasser ungehindert in das größte Wasserkraftwerk der Welt. Damit ist der Weg frei für eine umfassende Stromerzeugung am Drei-Schluchten-Staudamm. Im Mai 2006 waren die Bauarbeiten am Herzstück des Drei-Schluchten-Staudamms planmäßig abgeschlossen worden.

Die Kunqu-Oper

4. Kunqu-Oper aus China in die Liste repräsentativer Werke des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen

Die UNESCO hat 1997 beschlossen, eine Liste repräsentativer Werke des immateriellen Kulturerbes der Menschheit anzulegen. Die 700jährige Kunqu-Oper aus China ist in diese Liste aufgenommen.

Der vergangene 10. Juni war der erste Tag des Kulturerbes in China. An dem Tag wurde in verschiedenen Gebieten Chinas eine Reihe wichtiger Ausstellungen organisiert, die darauf abzielten, die Öffentlichkeit über die Leistungen Chinas beim Schutz des Kulturerbes sowie über die bestehenden Probleme zu informieren und das Bewusstsein der Bürger zum Schutz des Kulturerbes zu erhöhen.

5. Qinghai-Tibet-Eisenbahn für den Verkehr freigegeben

Am 1. Juli 2006 wurde die Qinghai-Tibet-Eisenbahn für den Verkehr freigegeben. Es handelt sich dabei um die erste Eisenbahnlinie im chinesischen Autonomen Gebiet Tibet und zugleich die weltweit am höchsten gelegte Eisenbahnstrecke.

Auf der Festveranstaltung bezeichnete Chinas Staatspräsident Hu Jintao die Qinghai-Tibet-Eisenbahn als ein Wunder in der Geschichte des Eisenbahnbaus. Er sagte:

"Die Qinghai-Tibet-Eisenbahn zu bauen war ein Traum der Chinesen einiger Generationen. Eine solche Eisenbahnlinie anzulegen ist nicht nur ein Test der Gesamtstärke und der wissenschaftlich-technischen Fähigkeit des Landes, sondern auch eine Herausforderung der eigenen Grenze der Menschheit. Nun ist der Wunsch der Chinesen von einigen Generationen, insbesondere der Funktionäre und Menschen verschiedener Nationalitäten entlang der Eisenbahnlinie, realisiert worden. Die Fertigstellung der Qinghai-Tibet-Eisenbahn ist nicht nur eine großartige Leistung in der chinesischen Eisenbahngeschichte, sondern auch ein Wunder in der Eisenbahnbaugeschichte der Welt."

Die Verbindung zwischen Tibet und anderen Regionen Chinas erfolgte lange Zeit über Straßen und per Flugzeug. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie ermöglicht nun einen schnellen und günstigen Weg für Touristen und Geschäftsleute. Die Zugfahrt nach Tibet ist nicht nur sicher und preiswert, sondern auch recht komfortabel. Und eine Reise nach Tibet bedeutet nicht nur Besichtigungen nach der Ankunft. Schon während der Zugfahrt sind auch unzählige schöne Berge, Flüsse und Seen zu sehen. Mit etwas Glück kann man sogar viele geschützte seltene Tiere wie tibetische Antilopen und tibetische Wildesel beobachten.

Die Eröffnung der Qinghai-Tibet-Eisenbahn trägt die Träume und Hoffnungen vieler Menschen mit sich. Der lebende Buddha Nieda aus Tibet drückte mit Sprüchen der buddhistischen Sutren seine Glückwünsche zur Eröffnung der Qinghai-Tibet-Eisenbahn aus:

"Die Qinghai-Tibet-Eisenbahn ähnelt einem glücklichen goldenen Drachen. Er wird allen Glück bringen. Ich wünsche der tibetischen Nationalität und Menschen anderer Nationalitäten Glück beim Benutzen dieser Eisenbahnlinie. Ich wünsche den Fahrgästen und dem Gütertransport dieser Eisenbahn Sicherheit und Wohlergehen. Meine guten Wünsche gelten für alle, die nach Tibet reisen und die von Tibet in andere Provinzen fahren."

6. Die Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Sieges des Langen Marsches

Am 22. Oktober wurde die Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Sieges des Langen Marsches der Roten Armee in Beijing veranstaltet.

Um gegen die japanischen Aggressoren zu kämpfen und den unnötigen Reibereien unter den chinesischen Militärkräften auszuweichen, ist die von der KP Chinas geführte Rote Armee der Arbeiter und Bauern vor 70 Jahren innerhalb von zwei Jahren durch 14 Provinzen Chinas gezogen und hat dabei über 12.000 Kilometer zurückgelegt. Während des Langen Marsches hat die Rote Armee zahlreiche unvorstellbare natürliche Schwierigkeiten überwunden und die Einkreisungs- und Ausrottungsfeldzüge der fast eine Million Mann starken feindlichen Truppen zerschlagen und schließlich den Sieg errungen.

Staatspräsident Hu Jintao würdigte die Bedeutung des Langen Marsches der Roten Armee in seiner Rede auf der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Sieges des Langen Marsches. Er sagte:

"Der siegreiche Lange Marsch der Roten Armee hat die hervorragende Fähigkeit der chinesischen Kommunisten bei der Führung des revolutionären Krieges demonstriert. Zudem wurde der Heldenmut der Offiziere und Soldaten der Roten Armee im Kampf für die nationale Unabhängigkeit und die Volksbefreiung gezeigt. Der Sieg des Langen Marsches zeigt nicht zuletzt, dass die gerechten Kräfte im revolutionären Krieg des Volkes unbesiegbar sind."

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