13-11-2007 Beijing Rundschau
Die Entwicklung der nationalen Minderheiten
von Feng Jianhua

Zur Zeit bemüht sich China um eine Verbesserung des Lebensstandards der nationalen Minderheiten, um eine harmonischere Gesellschaft aufzubauen.

 

Die chinesische Regierung veröffentlichte Ende März 2007 den 11. Fünfjahresplan (2006-10) für Angelegenheiten der nationalen Minderheiten, den ersten dieser Art seit 1949, dem Gründungsjahr der Volksrepublik China.

Entsprechend diesem Plan sollen bis zum Jahr 2010 die von den nationalen Minderheiten bewohnten Gebiete (kurz: ethnische Gebiete) schrittweise entwickelt werden: öffentliche infrastrukturelle Einrichtungen und die Öko-Umwelt sollen verbessert, die Armut bekämpft und der Lebensstandard der Bevölkerung erhöht werden.

„Der Plan zielt darauf ab, durch die Lösung augenfälliger Probleme und Schwierigkeiten den ethnischen Gruppen und autonomen Gebieten gleiche grundlegende öffentliche Dienste anzubieten", sagte Dondrub Wangben, Vizevorsitzender der Staatlichen Kommission für Ethnische Angelegenheiten.

 

Rückständig

Die chinesische Regierung habe ethnischen Angelegenheiten große Aufmerksamkeit geschenkt und tatkräftige Unterstützung dafür gewährt, sagte Dondrub Wangben. Aus historischen, naturbedingten und gesellschaftlichen Gründen sei die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in vielen ethnischen Gebieten jedoch nicht gut koordiniert worden, und die Kluft zwischen Stadt und Land sowie zwischen ethnischen Gebieten bleibe immer noch groß, was den Aufbau einer harmonischen Gesellschaft behindere, sagte er.

Das Telekommunikationsnetz hat die früher abgelegenen Gegenden entlang der Qinghai-Tibet-Eisenbahn abgedeckt. Das Bild zeigt einen tibetischen Hirten, der seinen Freund anruft.

China ist ein geeinter Mehrvölkerstaat mit 56 ethnischen Gruppen. Mehr als 100 Millionen Menschen oder 8,4 Prozent der Gesamtbevölkerung gehören nationalen Minderheiten an. Die autonomen Gebiete decken eine Fläche von über sechs Millionen Quadratkilometern, 63,7 Prozent des chinesischen Territoriums.

50 der 55 nationalen Minderheiten leben hauptsächlich in Westchina, wo sich die Wirtschaft langsam entwickelt, machen aber 75 Prozent der Gesamtbevölkerung aller nationalen Minderheiten aus.

Dondrub zufolge sind die Lebensbedingungen in einigen ethnischen Gebieten durch mangelhafte Infrastruktur sehr schlecht. Es gäbe dort kaum öffentliche Dienstleistungen und Möglichkeiten zur Steigerung des Einkommens der Bevölkerung.

2005 lebten 11,7 Millionen Angehörige der nationalen Minderheiten in absoluter Armut, also 50 Prozent der bedürftigen Bevölkerung Chinas. Die Armutsquote für nationale Minderheiten lag bei 6,9 Prozent, 4,4 Prozentpunkte höher als der Landesdurchschnitt.

Statistiken der Staatlichen Kommission für Ethnische Angelegenheiten zufolge sind unter den 55 nationalen Minderheiten 22 mit jeweils knapp 100 000 Angehörigen, was eine Gesamtzahl von ungefähr 630 000 ergibt.

Die Mehrheit der kleineren ethnischen Gruppen lebt im Bergland Westchinas. Viele der 640 Dörfer, die mehrheitlich von kleineren ethnischen Gruppen bewohnt werden, haben weder Strom noch Trinkwasser, noch medizinische Versorgung, Grundschulen oder Telefonanschlüsse. Das Analphabetentum in diesen Volksgemeinschaften liegt bei 42 Prozent, für neun ethnische Gruppen sogar bei über 50 Prozent.

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