14-11-2007 Beijing Rundschau
Bewahrung einer Tradition
Von Jing Xiaolei

Die Kunst des Scherenschnitts hat in China eine lange Geschichte. Um in der modernen Zeit zu überleben, braucht dieses Kunsthandwerk nun aber die Hilfe von Fachleuten und eines interessierten Publikums.

 

 „Ich erinnere mich noch daran, wie meine Mutter im Licht einer Öllampe Scherenschnitte machte. Es sah sehr geheimnisvoll aus, wenn sie einen Scherenschnitt vor ihr Gesicht hielt", sagt Liu Jieqiong, eine Bauersfrau aus dem Yanchuan Landkreis in der Provinz Shaanxi im Nordwesten Chinas. Ihre Mutter, Gao Fenglian, ist inzwischen eine Berühmtheit auf dem Gebiet des Scherenschnitts geworden.

Die chinesische Volkskunst des Scherenschnitts, bei dem Messer und Schere zum Ausschneiden des Schnittmusters aus einem Bogen Papier benutzt werden, dient seit über tausend Jahren zur Verschönerung der Zimmer in chinesischen Bauernhäusern. Scherenschnitte sind eine wichtige künstlerische Ausdrucksform der Landbevölkerung, sie werden vorwiegend von Frauen hergestellt.

Gao Fenglian erzählt: „Als ich noch ein kleines Mädchen war, erlernte ich ganz von alleine, Schereschnitte zu machen. Ich übte die ganze Zeit, und als ich ein Teenager war, hatte ich schon sehr viel Geschick in dieser Beschäftigung."

Gaos Werke haben eine große thematische Bandbreite. Sie beziehen sich auf uralte Mythen und sprechen von der Realität des modernen Lebens. Jeder einzelne ihrer Scherenschnitte ist von hohem künstlerischen Wert und drückt reiches ästhetisches Empfinden aus. Dennoch bleiben ihre Arbeiten volkstümlich und auf persönliche Weise ausdrucksvoll.

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