13-12-2007 Quelle: Radio China International
Tongji-Universität will Energie sparen
 


Bis 2010 will China seinen Energieverbrauch im Vergleich zu 2005 um 20 Prozent reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, bemühen sich viele Organisationen, Betriebe und Wohnviertel darum, Energie einzusparen. Die Tongji-Universität im ostchinesischen Shanghai ist ein gutes Beispiel dafür.

Auf den ersten Blick wirkt diese inzwischen Hundert Jahre alte Uni wie andere chinesische Universitäten. Wer aber auf dem Campus ein bisschen genauer hinsieht, bemerkt, dass die meisten Gebäude umgebaut worden sind.

Liu Wen studiert an der Tongji-Universität. Als sie hier zu studieren anfing, lernte sie viele verblüffende umweltfreundliche Maßnahmen kennen. Sie erfuhr beispielsweise, dass das Wasser der öffentlichen Duschen der Uni aufgefangen, gefiltert und dann zum Blumengießen verwendet wird, oder dem Teich zugeführt wird.

"Ich mag den kleinen Bach, der mit Wasser aus den Duschen gespeist wird. Das Wasser wird zunächst gereinigt und gefiltert. Dann wird es in den kleinen Teich geleitet. Das ist umweltschonend und man spart dadurch Energie. Außerdem wird unser Campus dadurch schöner."

In der Nähe befindet sich eine Aufbereitungsanlage für Brauchwasser. Dort erklären uns die Mitarbeiter, dass zur Wiederaufbereitung des Brauchwassers modernste Membran- und Biotechnik eingesetzt wird.

Durch die kombinierte Anwendung dieser beiden Techniken kann das Wasser so geklärt werden, dass es direkt zur Bewässerung von Grünanlagen verwendet werden kann.

In den Duschanlagen der Universität achtet man aber nicht nur beim Wasser auf Umweltschutz. Hier wird auch Solartechnik eingesetzt. Für die Duschen müssen täglich fast 30 000 Liter Wasser erhitzt werden, dafür nutzt man Solartechnik. Das abfließende warme Duschwasser wird in bronzene Leitungen geführt, die in Schlangenlinien verlegt sind. Das warme Brauchwasser erwärmt diese Leitungen. Dadurch liegt die Temperatur des klaren Wassers, das zwischen den Abwasserleitungen in eigenen Leitungen herangeführt wird, um drei bis fünf Grad Celsius höher als bei herkömmlichen Systemen. Um dies zu erreichen, nutzt man das Wärmetauscherprinzip.

Die Tongji-Universität war die erste aller Hochschulen und Universitäten in China, die im Jahre 2003 ein Programm für einen energiesparenden Campus entwickelt hat. Der stellvertretende Rektor der Uni Chen Xiaolong erklärt uns, dass es an der Uni einen eigenen Ausschuss für Energiemanagement gibt. Man hat sogar ein spezielles Büro dafür geschaffen. Diese beiden Einrichtungen sind dafür zuständig, verschiedene Gebäude energiesparend umzugestalten. Dabei werden auch Synergien genutzt. Die Universität führt selbstständige Forschungen zur Optimierung der Energiesparmaßnahmen durch.

"Wir haben beim Campusbau verschiedene Maßnahmen ergriffen. Bei der Projektplanung wird nun stets darauf geachtet, dass wir alle energiesparenden Maßnahmen ausgeschöpft haben. Wir wollen die nationalen Energiesparnormen erreichen oder übertreffen. Das fördert auch die verschiedenen Fachgebiete der Uni. Denn wir wollen sowohl in der Architektur als auch in der Energiespartechnik Innovationen schaffen."

Chen Xiaolong berichtet weiter, dass seine Uni. in Fachbreichen wie Architektur, Umwelttechnik, Maschinenbau und Automatisierung sogar weltweit führend sei. Diese Vorteile habe man genutzt, um neue energiesparende Gebäuden zu bauen und um alte energiesparend umzugestalten.

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