07-01-2008 Beijing Rundschau
Neujahrwünsche von normalen Chinesen
  

Ding Dan aus Beijing. Gerade vom Studium in Australien zurückgekehrt

Als Ding Dan im August 2007 mit ihrem Magisterdiplom aus Australien nach Beijing zurückkehrte, hätte sie niemals damit gerechnet, sich in den folgenden drei Monaten in der traurigen Situation der Arbeitslosigkeit zu befinden. Eine ganze Reihe von Vorstellungsgesprächen führten nicht zum erwünschten Erfolg.

„Als ich gerade nach Hause zurückgekehrt war, fühlte ich mich ziemlich stark. Ich war sogar ein bisschen arrogant. Ich dachte, ich hätte unendliche Vorteile mit meinen englischen Sprachkenntnissen und meinem Bildungshintergrund. Ich hätte nie gedacht, dass die Konkurrenz auf dem chinesischen Arbeitsmarkt derart heftig ist. Nach meinem ersten Vorstellungsgespräch sagte mir der Leiter der Personalabteilung, dass man aus meinem Lebenslauf keinen Karriereplan lesen könne. Außerdem hätte ich keine Berufserfahrung. Es gab viele Absagen auf meine Bewerbung", sagt Ding.

„Ich verdanke es meinen Eltern und Freunden, dass ich mich in dieser tristen Zeit wieder fangen konnte. Dank ihrer Unterstützung und Ermutigung habe ich es doch noch geschafft. Ich machte den Führerschein. Gerade als mir das Dokument ausgehändigt wurde, bekam ich Nachricht, dass ich von einer Firma eingestellt sei", so Ding weiter.

Über ihre Wünsche fürs neue Jahr sagt Ding: „Allen Verwandten und Freunden soll es im Jahr 2008 gut gehen. Ich hoffe, ich kann bei meinem Berufseinstieg viel lernen und mich selbst verwirklichen. Was für mich jetzt sehr wichtig ist: Geld zu verdienen, um endlich meine Eltern zu entlasten."

 

Han Wenquan aus dem Dorf Hantai im Beijinger Vorort Changping

Beruf: Bauer

Han Wenquan ist Landwirt und in seinem Dorf für die Wasserwirtschaft verantwortlich. Jeden Monat erhält er 700 bis 800 Yuan Gehalt für seine Verwaltungstätigkeit. Genauso wie die Stadtbewohner freut auch er sich sehr auf die Olympischen Spiele: „Obwohl wir während der Olympiade nicht vor Ort unsere Sportler anfeuern können, werden wir die Wettbewerbe, an denen chinesische Sportler teilnehmen, doch vor dem Fernseher verfolgen."

Es gibt insgesamt fünf Personen in seinem Haushalt. Neben Han und seiner Frau wohnen dort noch Hans Mutter und seine zwei Töchter. Da in seinem Dorf alle Bauer eine Krankenversicherung haben, braucht seine Familie nicht so viel Geld für Medikamente und ärztliche Betreuung auszugeben.

Auf seinen Wunsch fürs neue Jahr angesprochen, sagt er: „Obwohl eine Straße zu unserem Dorf gebaut worden ist, haben wir keinen Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Wenn wir mit dem Bus fahren wollen, müssen wir zunächst mehr als 10 Kilometer laufen oder mit dem Pferdewagen zur Bushaltestelle fahren. Ich hoffe, dass unser Dorf 2008 eine Buslinie bekommt. Außerdem haben wir ein Wasserproblem: unserem Dorf mangelt es an Trinkwasser. Alle Menschen im Dorf versorgen sich aus einem einzigen Brunnen. Manchmal gibt es kein Wasser im Brunnen. Wir müssen das Wasser dann vom nahen Fluss holen. Ich wünsche mir, dass die Regierung im Jahr 2008 das Wasserproblem in meinem Dorf lösen kann." (von Jin Duoyou)

 

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