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21-01-2008 Beijing Rundschau
Das Mondfest
Am 15. Tag des 8. Mondmonats (nach dem Gregorianischen Kalender im September oder Oktober) ist das Mondfest (wörtlich: Mittherbstfest).
Gutes Geschäft in einem Mondkuchenladen in Shanghai am Mondfest im Jahr 2007 Das Mondfest hat eine lange Geschichte. Im Altertum opferten die Kaiser im Frühling der Sonne und im Herbst dem Mond. Schon in den Geschichtswerken aus der Zhou-Dynastie (ca. 11. Jahrhundert - 256 v. Chr.) ist das Wort „Mittherbst“ zu finden. Später folgten die Adligen und Literaten dem Beispiel der Kaiser und bewunderten im Herbst den hellen Vollmond. Später entwickelte sich diese Sitte im Volk zu einer traditionellen Aktivität. In der Tang-Dynastie (618-907) entstand das Mondfest. In der Ming- und der Qing-Dynastie (1368-1911) ist es eines der wichtigsten Feste Chinas geworden. Nach der Volkssage rührt das Mondfest von der folgenden Legende her: In grauer Vorzeit gab es im Himmel zehn sengende Sonnen. Die Feldfrüchte verdorrten, so dass die Menschen in bitterer Not lebten. Ein starker Held namens Hou Yi bestieg den Gipfel des Kunlun-Berges, spannte den Bogen und schoss neun Sonnen herunter. Der letzten Sonne aber befahl er, jeden Tag pünktlich auf- und unterzugehen, was dem Volk zum Wohl gereichte. Deshalb wurde er von den Menschen verehrt und respektiert. Viele Leute, darunter auch ein gewisser Peng Meng, gingen zu ihm in die Lehre.
Hou Yi hatte eine schöne Frau, die Chang'e hieß. Eines Tages ging Hou Yi zum Kunlun-Berg, um einen Freund zu besuchen. Dort traf er auf die Himmelskaiserin. Diese gab ihm ein Lebenselixier und sagte ihm, wenn er das Elixier eingenommen habe, werde er unsterblich sein und zum Himmel steigen können. Da er es nicht übers Herz bringen konnte, seine Frau im Stich zu lassen, gab er seiner Frau das Elixier zur Aufbewahrung. Seine Frau steckte das Elixier in ein Kästchen, was aber von Peng Meng gesehen wurde. Eines Tages nutzte Peng Meng die Abwesenheit von Hou Yi und zwang Chang'e mit dem Schwert das Elixier herauszugeben. Da sie wusste, dass sie Peng Meng nicht entkommen konnte, verschluckte Chang'e das Elixier. Sogleich flog sie aus dem Fenster zum Mond, und Peng Meng musste fliehen. Nach Hause zurückgekehrt, wurde Hou Yi klar, was sich ereignet hatte. Er war sehr traurig und rief den Namen seiner Frau zum Himmel hinauf. Erstaunt entdeckte er, dass der Mond heute besonders hell und rund war und dass es im Mond den Schatten eines Menschen gab, der Chang'e sehr ähnlich sah. Er eilte mit aller Kraft dem Monde nach. Doch sosehr er sich auch Mühe gab, er konnte ihn nicht einholen. Hou Yi dachte jede Nacht an seine Frau. Er ließ im Garten, wo sich Chang'e oft aufgehalten hatte, einen Tisch aufstellen mit Weihrauchstäbchen und den Lieblingsfrüchten von Chang'e. Es sollten dies Opfergaben sein für seine in den Mondpalast entrückte Frau. Als die Leute davon erfuhren, dass Chang'e zum Mond geflogen war, stellten auch sie im Mondschein einen Tisch mit Weihrauchstäbchen auf und beteten zu Chang'e. Seither verbreitete sich diese Sitte im Volk. Das Mondfest kennt viele Gebräuche, die von Ort zu Ort variieren. Sie drücken alle den heißen Wunsch der Menschen nach einem glücklichen Leben aus. Die wichtigsten von ihnen, die bis heute beibehalten werden, sind das Bewundern des Mondes und das Essen von Mondkuchen. Am 15. Tag jedes Monats ist Vollmond. Am 15. Tag des 8. Mondmonats ist der Mond besonders hell und rund. Nach dem Mondkalender ist dies in Herbstzeit in der Getreide und Obst reifen. Am Abend des Mondfestes sitzen Verwandte oder Freunde zusammen, um den Mond zu bewundern. Jedes Jahr werden zum Mondfest vielerorts zahlreiche Veranstaltungen zum Bewundern des Mondes organisiert. |
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