
Am 7. Februar 2008 beginnt nach dem chinesischen Mondkalender das Jahr der Ratte.
Nach der Sage waren die Vorfahren der Chinesen von der Bestie Nian bedroht. Ihr Kopf war so mächtig wie der eines Löwen, und ihr Körper so stark wie der eines Rindes. Wenn sie vor Wut brüllte, bebte die ganze Erde. Nian fraß nicht nur alle anderen Tiere, sondern bedrohte auch das Leben der Bevölkerung. Wenn Nian im Winter aus Mangel an Beutetieren aus tiefen Wäldern in die Dörfer eindrang und Haustier und Mensch verschlang, war alle Welt in Angst und Schrecken versetzt. Man wusste schon gar nicht mehr, wie viele Jahre vergangen waren, seitdem man Nian bekämpfte. Allmählich erkannten die Leute die Schwäche von Nian. Die Bestie hatte vor drei Dingen Angst: roter Farbe, Feuer und lautem Knallen. Daher war unter den Leuten ein Plan gereift: Wenn Nian des Winters kam, hingen alle Familien rote Holzbretter an die Tür, zündeten Feuer an, blieben die ganze Nacht hindurch wach und schlugen Trommeln und Gongs. Eines Nachts kam Nian von den Bergen herab und drang ins Dorf ein. Aber vor jedem Haus fand das Untier Feuer und rote Farbe, und überall herrschte gräßlicher Lärm! Vor Angst und Abscheu erfüllt, ergriff Nian die Flucht. Als sie sahen, dass Nian geflohen war, schlugen die Leute noch kräftiger Trommel und Gong. Nian lief ins Gebirge zurück und wagte nicht mehr herauszukommen.
Die Nacht war vorbei. Der Morgen dämmerte. Man gratulierte einander. Die Häuser wurden mit Laternen und Papierstreifen dekoriert. Hühner und Schafe wurden geschlachtet, um den Sieg zu feiern. So wurde dieses Brauchtum von Generation zu Generation weitergereicht und blieb bis zum heutigen Tag erhalten. Es wird an Silvester und am 1. Januar nach dem chinesischen Kalender gefeiert