21-01-2008 Beijing Rundschau
Das Qingming-Fest
 

Qingming (Helles Licht)-Fest

Das Qingming (Helles Licht)-Fest, auch Totenfest genannt, ist einer der 24 Jahreseinteilungstage des chinesischen Mondkalenders und fällt auf den 4. oder 5. April. Um die Zeit des Qingming-Festes herum steigen meistens die Temperaturen und häufig regnet es, was der Frühjahrsbestellung und der Frühjahrsaussaat zugute kommt. Allerdings hat das Qingming-Fest als ein traditionelles Fest eine andere Bedeutung als die üblichen Jahreseinteilungstage, die lediglich zur Anleitung des Feldbaus dienen.

Das Qingming-Fest ist vor allem das wichtigste Totengedenkfest in China. An diesem Tag opfern die Angehörigen der Han-Nationalität und einiger nationaler Minderheiten ihren Ahnen und besuchen deren Gräber. An diesem Tag isst man nur kalte Gerichte.

Qingming-Fest

Am 5. April 2007 besuchen viele Bürgerinnen und Bürger in Taipei die Gräber ihrer Ahnen.

Das Kalte-Küchen-Fest fand eigentlich einen Tag vor dem Qingming-Fest statt. Im Altertum wurden die Aktivitäten des Kalten-Küchen-Festes bis ins Qingming-Fest hinein verlängert, so dass beide Feste später zu einem Fest verschmolzen sind. Deshalb aß man am Qingming-Fest nur kalt. Allmählich entwickelte sich die Sitte, die Gräber von Blutsverwandten zu besuchen.

Am Qingming-Fest gehen also die meisten Leute auf den Friedhof. Man fegt zuerst die Gräber, legt dann Nahrungsmittel, frische Blumen und Gegenstände, die bei den Verstorbenen zu deren Lebzeiten in hoher Wertschätzung standen, auf die Gräber, zündet Weihrauchstäbchen an, verbrennt Totengeld und verbeugt sich vor dem Grabmal.

Aber das Fest besteht nicht nur aus traurigen Besuchen am Grab, sondern bringt auch die Freude und die Hoffnung, die sich mit dem Frühjahr verbinden. In dieser Zeit sieht man überall schöne Frühlingslandschaften. Die Bäume sind grün geworden, die Natur erblüht zu neuem Leben. Schon im Altertum war es Sitte, am Qingming-Fest einen Frühlingsausflug zu machen. Auch heute sind vor und nach dem Qingming-Fest in freier Natur zahlreiche Ausflügler unterwegs.

Drachen steigen zu lassen ist eine beliebte Aktivität am Qingming-Fest. Man widmet sich ihr nicht nur tagsüber, sondern sogar abends! Die Drachen, die am Abend steigen, sind mit einer Reihe von kleinen bunten Lampions bestückt, die wie leuchtende Sterne aussehen. Deshalb werden sie als „Gotteslampen" bezeichnet.

Um das Qingming-Fest herum wachsen die Schösslinge schnell, deshalb war es bereits im Altertum Sitte, in dieser Zeit Bäume zu pflanzen. Früher nannte man das Qingming-Fest auch „Aufforstungsfest". Seit 1979 ist der 12. März das offizielle Aufforstungsfest der Volksrepublik China.

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