24-02-2010 Beijing Rundschau
Neue Generation von Wanderarbeitern

Der Junge Li Xin kommt aus der Provinz Henan. Im Alter von 20 Jahren hat er eine Kochlehre gemacht und nach dem Abschluss ein Jahr lang als Hilfskoch in einem Restaurant in Xinxiang in seiner Heimatprovinz gearbeitet. In seinem zweiten Berufsjahr wurde er Koch in einem Restaurant in Beijing. Nach drei Jahren ist ein großes Restaurant auf ihn aufmerksam geworden, und jetzt ist er der jüngste Chefkoch des großen Restaurants und verdient 120 000 Yuan im Jahr.

Im ersten 2010 veröffentlichten Dokument der Zentralregierung ist von angemessenen Maßnahmen die Rede, mit deren Hilfe die Probleme der Wanderarbeiter der neuen Generation gelöst werden sollen. Dies ist das erste Mal, dass der Begriff „Wanderarbeiter neuer Generation" in einem amtlichen Dokumenten erscheint.

Gemeint sind damit ca. 100 Millionen junge Wanderarbeiter, die in den 80er und 90er Jahren geboren wurden und derzeit etwa 60 Prozent aller Wanderarbeiter ausmachen. Verglichen mit der ersten Generation haben sie ein höheres Bildungsniveau, sind aufgeschlossen und aktiv. Mit der Liberalisierung des Zuzugsrechtes und dem Aufbau sozialer Sicherungssysteme und eines geregelten Schulbesuchs für die Kinder von Wanderarbeitern, versuchen viele junge Berufstätige ihrem Leben eine entscheidende Wende zu geben.

 

Können löst Schwerstarbeit ab

Liu Xuetao aus Chongqing sagt, die Ausbildung habe seinem Leben den entscheidenden Impuls verliehen. 2008 nahm er an einer Fördermaßnahme gegen Arbeitslosigkeit auf dem Lande teil. Nach der Ausbildung stellte ihn der Auto- und Motorradbauer Lifan Group in Chongqing als Schweißer ein. Jetzt lernt er in der Fabrik Steuerung und Wartung von Robotern. Er sagt, wenn er die Prüfung schafft, sei er ein qualifizierter Fachtechniker und kann monatlich 4000 Yuan verdienen.

Da die Wanderarbeiter der ersten Generation meistens ohne Ausbildung waren und deshalb nur schwere körperliche Arbeit verrichten konnten, sehnt sich die neue Generation eher nach einer Entwicklung ihrer Fertigkeiten. Durch eine qualifizierte Ausbildung erhoffen sie sich anspruchsvollere Tätigkeiten und besser bezahlte Stellen.

 80 Prozent der Wanderarbeiter im Gebiet des Perlenfluß-Deltas sind zwischen 17 und 27 Jahre alt. Mehrheitlich begreifen sie ihre Arbeit als Chance zur Selbstverwirklichung und Horizonterweiterung. Laut einer Umfrage der Universität Guangzhou schicken 80 bis 90 Prozent der Wanderarbeiter der ersten Generation ihr Einkommen ihren Familien in der Heimat, während 65 bis 70 Prozent der neuen Generation ihr Einkommen selbst aufbrauchen und allenfalls kleine Beträge für Angehörige in der Heimat aufwenden. Anders als die ältere Generation, die für das nackte Überleben arbeitete, haben die Jungen höhere Ansprüche an das Leben. Die finanzielle Unterstützung der Familie ist nicht mehr der Hauptmotiv für ihre Arbeit.

Die Arbeiterin Liao Wanyi stammt aus der Provinz Guangxi und verdient jetzt in Dongguan monatlich 1500 Yuan. Sie schickt kein Geld an ihre Familie: „Meine Eltern wollen das nicht," sagt Liao. Ihre Eltern pflanzen Obst und Gemüse an, und verrichten ab und zu Gelegenheitsarbeiten in ihrer ländlichen Gemeinde. Ihr Jahreseinkommen beträgt zwischen 10 000 und 20 000 Yuan. Es gibt auf dem Land neuerdings Ansätze der Sozialversicherung. So hat man keine unmittelbaren existenziellen Sorgen mehr, deshalb spart Liao ihr Einkommen zum größten Teil an und plant in ein paar Jahren in ihrer Heimat ein Kleidergeschäft zu eröffnen: „Ich habe meine Heimat verlassen, um Erfahrungen zu sammeln, aber ich habe keine Lust, mein Leben lang für andere zu arbeiten." Liao schaut sich genau die Geschäfte an, wenn sie durch die Straßen geht. Immer lernt sie etwas dazu: "Hier geht es viel modischer zu als in meinem Heimatort. Von diesen Eindrücken kann ich profitieren, wenn ich einmal mein eigenes Geschäft eröffne."

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