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11-10-2007 Beijing Rundschau
Nur noch eine ferne Erinnerung
Von Zan Jifang
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Begonnen mit der Yuan-, der Ming- und Qing-Dynastie dient Beijing seit über achthundert Jahren als Hauptstadt. Das hat der Stadt zu einem besonderen architektonischen Erscheinungsbild verholfen, das von zahlreichen kaiserlichen Bauwerken bestimmt wird. Trotz Kriege und Naturkatastrophen war das Stadtbild noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts intakt geblieben.
Lin Yutang (1895-1976), Autor der zeitlosen Bestseller Mein Land und mein Volk und Weisheit des lächelnden Lebens, hat Beijing einst als Juwel bezeichnet, ein idealer Ort der gelungenen Kombination aus Natur, Kultur und Leben.
Aber in den letzten fünfzig Jahren hat sich Beijing dramatisch verändert. Obwohl sich die Stadt in eine moderne Metropole verwandelt hat und sich die Lebensumstände seiner Bewohner deutlich verbessert haben, ist die Seele der Stadt verkümmert und die einst hochgelobte Harmonie des Städtebaus verschwunden.
Zhang Yonghe, ein bekannter Architekt, meint, dass der Grundriss Beijings in seiner Unterteilung in funktionale Einheiten, die durch Verkehrswege gut erschlossen sind, als ein Meisterwerk gelten kann.
„Beijing verfügt über eine reiche städtebauliche Erfahrung, deshalb sollte jede neue Planung damit einsetzen, zunächst einen Blick auf die Geschichte der Stadt zu werfen", sagt Zhang. Auch andere Experten und Gelehrte haben der Regierung ihre Vorschläge für den Umbau der Beijinger Altstadt unterbreitet.
Hua Xinmin, Aktivistin in einer Gruppe zum Schutz des alten Beijing, stammt aus einer Architektenfamilie. Sie ist in einem Hutong aufgewachsen und tritt seit langem dafür ein, dass die Beijinger Sanierungsprojekte dem „Gedächtnis der Stadt" treu bleiben sollten. Die Regierung sollte die Eigentümer von Hofhäusern, die alle sehr an ihrer Umgebung hingen, dazu ermuntern, ihre Häuser in Eigeninitiative zu renovieren.
„Dies wird nicht nur zur Bewahrung der materiellen Kultur beitragen, sondern auch zur Bewahrung der ideellen Kultur, die aus der Harmonie von Mensch und Architektur entsteht."
Wie Feng Jicai, ein bekannter Schriftsteller aus Tianjin, formuliert hat, kommen und gehen die Generationen, aber ihre Erinnerungen bleiben in der Stadt zurück. Alte bauliche Überreste der Vergangenheit sind nicht einfach schäbige Häuser, sie überliefern Historie und legen Zeugnis ab über die Kultur ihrer Zeit. Jedes Gebäude erzählt eine Geschichte. |
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