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12-11-2007 Beijing Rundschau
„Die Deutschen sind humorvoller, als ich mir vorstelle...“
Von Xu Bei
Eine besondere große Familie Duan ist in einer gewöhnlichen traditionellen Familie von Lohnverdienern geboren. Ihr Vater ist ein öffentlich Bediensteter und ihre Mutter eine Lehrerin. „Meine Eltern behandeln mich wie eine Freundin, und ich respektiere sie sehr“, sagte Duan. Offensichtlich hängt sie sehr an ihren Eltern. Auch hinter ihrem Werk „Nachtlied“ steckt eine herzbewegende Geschichte. Die Geschichte soll bis September 2006 zurückverfolgt werden. „Damals bin ich gerade eine Postgraduierte der Yunnaner Pädagogischen Hochschule geworden. Im September hat das neue Semester schon begonnen, und ich musste mich ins Studium stürzen. Eines Tages bekam ich ein Ferngespräch aus meiner Heimat. Meine Mutter sagte mir im Telefon, dass meine Urgroßmutter krank war. Damals war meine Urgroßmutter schon 89 Jahre alt“, sagte Duan. Duans Urgroßmutter wurde Anfang des letzten Jahrhunderts geboren, in dem das Land von Kriegswirren erschüttert wurde. „Meine Urgroßmutter war eine Bäuerin im wahrsten Sinne des Wortes. Sie hatte nie eine Schule besucht“, sagte sie. Wie viele andere chinesische Frauen in der feudalen Gesellschaft heiratete Duans Urgroßmutter sehr früh. Nachdem sie eine Tochter zur Welt gebracht hatte, wurde sie von ihrem Mann im Stich lassen. Kurz danach heiratete sie mit ihrer Tochter, der Großmutter von Duan, einen Mann, der einen Jungen hatte. Diese Frau mit gebundenen Füßen hat in mehr als 50 Jahren unzählige Härten und Mühen erfahren. Mit ihren schwachen Schultern trug sie die Verantwortung, die ganze Familie zu unterhalten. „Sie hat sich um unsere Familie große Verdienste erworben, und wir haben alle in unserer Familie großen Respekt vor ihr“, sagte Duan. Laut Duan war ihre Urgroßmutter eine mutige Frau, die Aufopferungsgeist besaß. Sie hat viel Leid ertragen, um die Schwierigkeiten der Familie zu überwinden. Nach der Wiederheirat gebar sie ein Kind. Später bekam ihre Tochter auch ein Kind. Es war für eine Familie, die sich mit Mühe und Not über Wasser hielt, schwierig, zwei Kinder zu ernähren. Außerdem hatte das Kind von Duans Urgroßmutter angeborene Schwächen: Seine Arme waren so dünn wie die Finger eines normalen Menschen, es war im Tod begriffen. „Da meine Großmutter nicht genug Milch zum Stillen ihres Kindes hatte, beschloss meine Urgroßmutter, ihr Baby auszusetzen, um mit ihrer Milch ihre Enkeltochter, nämlich meine Mutter, zu ernähen“, so Duan. Das ist vielleicht eine umstrittene ethische Frage. Aber wenn man über den Existenzzustand der chinesischen Bauern vor 1949 im Bild ist, kann man verstehen, dass es für die chinesischen Bauer in der damaligen Zeit der einzige Wunsch war, fortzuleben. Als Duan diese Geschichte erzählte, standen ihr Tränen in den Augen. „Wie schwierig war es für meine Urgroßmutter, solch eine Entscheidung zu treffen! Ich glaube, das wusste nur sie selbst“, sagte Duan. Diese besonderen Erlebnisse haben Duans Urgroßmutter zur verdienstvollen Heldin in der Familie gemacht. „Nachtlied“ Eben aus diesem Grund geriet Duan aus der Fassung, als sie davon hörte, dass ihre Urgroßmutter sich im kritischen Stadium ihrer Krankheit befand. „Ich war mir plötzlich der Bedeutung der Existenz meiner Urgroßmutter bewusst. Als sie am Leben war, dachte ich wegen des anstrengenden Studiums selten an sie. Aber als ich mir dessen bewusst wurde, dass sie bald aus unserer Mitte gerissen werden würde, war meine Trauer unbeschreiblich“, sagte Duan. „Deshalb habe ich mich für eine Woche entschuldigen lassen, um meine Urgroßmutter zu besuchen. Um sie zu betreuen, habe ich mehrere Nächte kein Auge zugetan. Es tat mir in der Seele weh, als ich sah, dass meine hochbetagte Urgroßmutter eine intravenöse Injektion bekam. Jedes Mal, wenn ich ihren bitteren Gesichtsausdruck während der Injektion sah, konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Aber vor ihr durfte ich meine inneren Schmerzen nicht verraten.“ Nach einer Woche der Betreuung verbesserte sich die Krankheit von Duans Urgroßmutter aber kaum. Um ihr Studium nicht zu versäumen, musste Duan in die Hochschule zurückkehren. „Eigentlich glaubte ich, dass ich nach einiger Zeit noch nach Hause gehen könnte, um meine Urgroßmutter weiter zu betreuen. Aber in der zweiten Woche nach meiner Rückkehr in die Hochschule ist sie gestorben. Zugleich wurde mein 70-jähriger Großvater wegen Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht. So musste meine ganze Familie trotz der Trauer um den Tod meiner Urgroßmutter meinen Großvater im Krankenhaus betreuen. Dabei mussten wir ihm den Tod meiner Urgroßmutter verheimlichen, denn wir fürchteten, dass er die Leiden nicht ertragen konnte“, sagte Duan. „Ich liebe von klein auf die schöne Literatur. Ich erinnerte mich plötzlich an die Gedichte von Heinrich Heine, besonders die Lyrik, die er in den turbulenten Jahren geschrieben hat. Eines Abends fühlte ich einen heftigen Drang in mir, etwas zu schreiben. Gerade in dieser Zeit sah ich die Mitteilung der deutschen Botschaft über die Veranstaltung des Lyrikwettbewerbs. So saß ich die ganze Nacht hindurch vor dem Computer und schrieb mein „Nachtlied“, um meine damaligen Gefühle zum Ausdruck zu bringen.“ |
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