12-11-2007 Beijing Rundschau
Das Frühlingsfest
  

Ab dem 18. Februar 2007, beginnt nach dem chinesischen Mondkalender das Jahr des Schweins.

Nach einer Sage sollten die Vorfahren der Chinesen von einer bösen Bestie bedroht sein. Die Bestie war Nian. Ihr Kopf sollte so mächtig wie der eines Löwen, und ihr Körper so stark wie ein Rind sein. Wenn sie vor Wut brüllte, schienen Gebirge und Erde zu beben. Die Nian fraß nicht nur alle anderen Tiere, sondern störte auch das Leben der Bevölkerung. Wenn sie im kalten Winter aus Mangel an Beutetieren aus tiefen Gebirgen in die Dörfer eindrang und Haustiere und Leute fraß, waren alle Leute in Angst und Schrecken versetzt. Man wusste nicht mehr, wie viele Jahre vergangen waren, in denen man Nian bekämpfte. Allmählich erkannten die Leute die Schwäche von Nian. Sie hatte Angst vor drei Dingen: der roten Farbe, Feuer und lauten Knallen. Deswegen waren die Leute auf eine Idee gekommen. Wenn Nian im Winter kam, hingen alle Familien rote Holzblätter an die Tür, zündeten Feuer an, blieben die ganze Nacht hindurch wach und schlugen Trommel und Gong. Eines Nachts kam Nian vom Berg und drang ins Dorf ein. Sie fand vor jedem Haus rote Farbe und Feuer, vernahm Knallen. Und so floh sie aus Angst. Die Leute schlugen noch kräftiger die Trommel und den Gong, als sie sahen, dass Nian geflohen war. Nian lief ins Gebirge zurück und wagte nicht mehr herauszukommen.

Die Nacht war vorbei. Der Morgen dämmerte. Man gratulierte einander. Die Häuser wurden mit Laternen und Papierstreifen dekoriert. Die Hühner und Schafe wurden geschlachtet, um den Sieg zu feiern. So blieb diese Sitte Generationen hindurch bis heute erhalten, an Silvester und dem 1. Januar nach dem chinesischen Kalender.

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