13-11-2007 Beijing Rundschau
Die bühnenreife Geschichte des Theaters
Von Tang Yuankai

1931 wurde eine Vereinigung linksgerichteter chinesischer Dramatiker in der Absicht gegründet, das Theater aus dem engen Kreis der städtischen Kultur zu befreien, um es auch in Fabriken und auf dem flachen Land bekannt zu machen. Der Theaterautor Xiong Foxi reiste mit seiner Gruppe in den Kreis Dingxian in der Provinz Hebei und lebte dort fünf Jahre lang unter der ländlichen Bevölkerung. Er schrieb und inszenierte in dieser Zeit zahlreiche Stücke, die sich mit den Lebensverhältnissen der Bauern auseinandersetzten.

Nach der Revolution: In der Stille, aufgeführt in Shanghai nach der Kulturrevolution.

Zwischen 1927 und 1935 entstand Schnee auf dem Lushan-Berg (Snow on Lushan Mountain). Dieses Stück, das in seiner Uraufführung mit hochrangigen Offizieren besetzt war, wird allgemein als das erste „rote Drama“ Chinas angesehen. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Revolutionsstücken wurde es von der Chinesischen Kommunistischen Partei auf ihrem Stützpunktgebiet in der Provinz Jiangxi auf den Spielplan gesetzt.  

Einen Höhepunkt des chinesischen Theaterschaffens markierte im Juli 1934 die Publikation von Gewitter in einer Literaturzeitschrift. Der Autor, Cao Yu, der später Chinas bekanntester Dramatiker werden sollte, war damals gerade erst 22 Jahre alt. Dieses Theaterstück war sein Erstlingswerk und gilt als Chinas meistaufgeführtes Drama. Der chinesische Starregisseur Zhang Yimou adaptierte das Stück und machte im Jahr 2006 daraus den Erfolgsfilm Der Fluch der goldenen Blume.

Gewitter spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in China und handelt von den intriganten Verhältnissen in einer wohlhabenden Familie. Cao Yu, beeinflusst von den griechischen Tragödien der Antike und dem norwegischen Dramatiker Ibsen, schildert eine packende Geschichte um acht Personen aus zwei Familien während eines einzigen Tages. Es gelingt ihm dabei ein tiefer Einblick in die Natur des Menschen.

Während des antijapanischen Widerstandskrieges in den 1930ern und 1940ern wurde das moderne Theater als leicht verständliche Kunstform in den Dienst des Patriotismus gestellt. Künstler wie Guo Moruo inszenierten Einakter wie Lass die Peitsche fallen, der das traurige Schicksal der Flüchtlinge aus dem japanischen Besatzungsgebiet erzählt.

 

Theater im Krieg: eine Aufführung des Einakters Lass die Peitsche fallen! Von Guo Moruo. Das Stück schildert den entschlossenen Widerstand der Chinesen gegen die japanischen Besatzer.

Nach der Gründung der Volksrepublik China 1949 erlebte das moderne chinesische Theater eine Neubelebung. In den Kriegsjahren war das Bühnenleben praktisch zum Erliegen gekommen, weshalb nun eine ganze Reihe von Theatern und Lehreinrichtungen gegründet wurde, die sich mit den aktuellen Tendenzen der Bühnenkunst beschäftigten. Das sogenannte „Stanislawski-System“, eine Schauspielmethode, die vom russischen Schauspieler und Theaterregisseur Konstantin Stanislawski (1863-1938) entwickelt worden war, wurde auch in China eingeführt und erlangte Vorbildfunktion.

1950 schrieb Lao She, einer der bedeutendsten chinesischen Schriftsteller und Theaterautoren, das Stück Der Drachenbartgraben. Im selben Jahr inszenierte Jiao Juyin, ein berühmter Regisseur und Dramentheoretiker, Der Drachenbartgraben am Beijinger Volkstheater. Mit seinen lebensnahen Charakteren und seinem Lokalkolorit erwies sich das Stück als überaus populär. 

Jiao legte sehr viel Wert auf Lebensnähe. Für ihn waren ein „psychologischer Ansatz“ und realistisches Spiel unabdingbar für eine gute Inszenierung.

     1  2   3   4    


Kurze Nachrichten


Wirtschaft
Top-Services
Hotel
Routenplaner
Wechselkurs
Rent a car
City Apartments Vermietung
Reise durch China
Schreiben Sie an uns
Aboservice
Wetter
Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24,
100037 Beijing, Volksrepublik China