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13-11-2007 Beijing Rundschau
Wushu beeindruckt laowais
von Tang Yuankai
Viele Ausländer ergreifen eine sehr chinesische Kampfsportart, und ein Wushu-Wettkampf während der olympischen Sommerspiele 2008 könnte das Interesse noch vergrößern.
„Wushu hätte schon viel früher ein olympischer Wettbewerb sein sollen“, sagte der 22-jährige Engländer Richard Johnson in Chinesisch. Johnson, dessen chinesischer Name Sha Le ist, praktiziert die Kampfsportart schon seit fünf Jahren, bevor er vor zwei Jahren nach China kam. Früher, während seiner Schulzeit, war er Turnmeister, im College war er Fußballspieler und jetzt ist er ein einheimischer Meister des Kongfu. Johnson sagte, er sei sich im Klaren darüber, dass Wushu während seines ersten Auftrittes bei den olympischen Spielen in einer speziellen Kategorie geführt wird: weder als Wettbewerb noch als Leistungsvorführung. „Dennoch ist das ein großer Schritt für die Kampfsportart“, sagte er. Johnsons Meinung nach sei Wushu eine gute Möglichkeit, Ausdauer-fähigkeiten auszubauen und seine Selbstverteidigungs-fähigkeiten zu fördern. Die Sportart eignet sich für alle Altersklassen und ist wettbewerbsfähig. In den olympischen Spielen sind 26 Sportarten aus dem Westen zu vertreten und nur zwei aus Asien: Kickboxen und Karate. Es ist schade, dass China keine einheimischen Sportarten hat, welche in die Spiele eingebaut wurden, so Johnson. „Wushu ist nämlich die Wurzel von den beiden Sportarten Kickboxen und Karate“, fügte er hinzu. Dennoch zeigte es Verständnis dafür, dass die Sportart zunächst universell sein musste, bevor sie in den Kanon der olympischen Disziplinen aufgenommen werden kann. „Damit Wushu ein regelmäßiger und formaler Bestandteil der Olympischen Spiele werden kann, muss China mehr tun, als den Sport zu fördern und ihn weltweit bekannter und beliebter zu machen“, sagte er. Wushu befindet sich in der Tat in einem Prozess der Standardisierung, um die Anforderungen zu treffen, damit der Sport als Wettbewerb durchgeführt werden kann. Johnson merkte aber an, dass er die unterschiedlichen Formen des Wushu bevorzuge. „Natürlich kann ich nicht als davon lernen... Ich könnte nicht auf die Seele dieser Kunst stoßen“, sagte er. „Momentan beschäftigt sich Wush mehr mit seiner Darstellungsform als den Wettbewerb, und das ist etwas, was mir Sorgen macht“, sagte Nick Barton, ein Kungfu-Künstler aus den Vereinigten Staaten, der den Kampfsport schon sechs Jahre in China studiert hat. Ein alter Hase dieser Disziplin. Nick setzt dem chinesischen Kolumnisten Ou Muhua zitierend, dass „es ein Versagen und eine Schande an dem Geist des Wushu sei, wenn es bei den Olympischen Spielen als schmückende Veranstaltung zum Einsatz komme“, der Erfolgsgeschichte von Karate und Kickboxen entgegen, Wushu müsse unbedingt in den Kanon der olympischen Sportarten als Wettbewerb aufgenommen werden. Dies würde aber nicht zwangsläufig zur Folge haben, dass es seine schmückenden Eigenschaften verliert, sagte er. „Wushus schmückende Schönheit kann auch während eines Wettbewerbs präsentiert werden. Diese Schönheit ist es nämlich, die es besser macht als Kickboxen oder Karate“, sagte er. Nick praktiziert hauptsächlich Taijiquan, eine Art traditionelles chinesisches Schattenboxen. „Ich denke, es ist so wunderschön“, sagte er. Nachdem er sich an allen möglichen Sportarten versucht hatte, stellte er fest, dass ihm Taijiquan am besten lag. „Du musst einen Gegner haben, damit das Tennisspielen Sinn macht; ein Becken zum Schwimmen, aber man braucht nichts um Taijiquan zu praktizieren, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Taijiquan ist eine Übung, die sich nicht nur mit dem Verbrennen von Kalorien beschäftigt. Dahinter steckt mehr, eine Philosophie“, verkündete er. |
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