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04-05-2008 Beijing Rundschau
Premiere des Balletts „Der Päonien-Pavillon"
von Xu Bei
Am Abend des 2. Mai führten die Tänzerinnen und Tänzer des chinesischen Nationalballetts im „Tianqiao-Theater" in Beijing das Ballett „Der Päonien-Pavillon" auf. Nach der sehr erfolgreichen Produktion „Raise The Red Lantern" (2001) ist „Der Päonien-Pavillon" eine weitere Eigenproduktion des Nationalballetts.
„Der Päonien-Pavillon" (chin. 牡丹亭, Mudan Ting) ist inspiriert vom gleichnamigen Theaterstück Tang Xianzus (1550-1616), einem berühmten Dramatiker der Ming-Dynastie. Für die aktuelle Produktion haben sich in Beijing herausragende Künstler zusammengefunden: Li Liuyi, Regisseur und Dramatiker am „Beijing People’s Art Theatre" ist für Adaption und Regie verantwortlich, der bekannte Komponist Guo Wenjing hat die Musik des Balletts komponiert und arrangiert, sämtliche Kostüme wurden von der Japanerin Emi Wada entworfen, einer weltweit tätigen Designerin für Theaterkostüme. Michael Simon aus Deutschland, der seit den frühen 80er Jahren u.a. mit William Forsythe und Jirí Kylián zusammengearbeitet hat, ist als Bühnenbildner und Lichtgestalter an der Produktion beteiligt. Beim Theaterstück „Der Päonien-Pavillon" handelt es sich um ein opulentes Werk, das in der Zeit der Song-Dynastie (960-1279) spielt. Wie in den Stücken von Tang Xianzus Zeitgenossen Shakespeare sind rund um die zentrale Handlung - eine romantische und poetische Liebesgeschichte. Es war einmal ein Mann mit dem Namen Du Bao, der als Administrator des Kreises Nan'an fungierte. Er hatte eine Tochter, die Du Liniang hieß. Du Liniang war hübsch und intelligent. Du Bao suchte einen Lehrer, der Du Liniang täglich die Lesung der Gedichtssammlung im alten China "Shi Jing" (Buch der Lieder) beibrachte. Du Liniang hatte eine Zofe namens Chun Xiang, die sie oft bei der Lesung begleitete. Allerdings wollte sie lieber spielen und ging häufig während des Unterrichts hinaus. In der chinesischen feudalen Gesellschaft gab es strenge Vorschriften gegenüber Frauen. Die Heirat, das heißt, der Ehemann einer jungen Frau wurde von ihren Eltern bestimmt. Sie wußte vor der Heirat oft gar nicht, wie ihr künftiger Ehemann aussah. Weil Du Liniang "Shi Jing" las, sehnte sich sie nach dem in alten Gedichten beschriebenen Leben, in dem junge Männer und Frauen frei wählen konnten, wen sie lieben. Der Frühling war gekommen, und Chun Xiang sagte zu Du Liniang, dass es zu Hause einen schönen Hintergarten gab. Wegen des Festhaltens an der feudalen Ethik blieb Du Liniang normalerweise in ihrer eigenen Kammer, wo sie stickte oder Lesen und Schreiben lernte. Von klein auf hatte sie noch nie draußen gespielt. Chun Xiang überredete Du Liniang zu einem heimlichen Eintritt in den Hintergarten. Der Garten war wirklich wunderschön. Die Weiden waren grün, und Moos wuchs am Teich. Die Päonie und andere bunte Blumen blühten, was den Garten in eine einzige Farbenpracht versetzte. Pirole sangen in den Bäumen, und in der Ferne konnte man grüne Berge sehen. Als Du Liniang diese schöne Szene sah, erinnerte sie sich daran, dass sie täglich nur in der Kammer Bücher lesen oder sticken mußte. Ihre Jugend würde auch so wie der Frühling bald vergehen. Du Liniang geriet allmählich in eine Melancholie und konnte sich nicht davon befreien. Als sie schwermütig zu ihrer Kamme zurückkehrte, fühlte sie sich schläfrig und war bald eingeschlafen. |
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