24-06-2008 Quelle: Radio China International
Sitten und Gebräuche der Qiang-Nationalität
 

Die Qiang-Nationalität lebt überwiegend im tibetischen autonomen Bezirk Aba in der Provinz Sichuan. Der Ursprung dieser Nationalität ist wohl auf die Shang-Dynastie, etwa vom 16. bis zum 11. Jahrhundert v. Chr., zurückzuführen. In Orakelknocheninschriften der Shang-Dynastie vor mehr als 3 000 Jahren kann man die Existenz der Qiang-Menschen herauslesen.

Die Qiang-Nationalität wohnt im umzäunten Dorf. Die Häuser im Dorf sind aus Stein gemauert und normalerweise zwei bis drei Stockwerke hoch. Im Erdgeschoss wird das Vieh gehalten. In dem mittleren Stock wohnt man und im obersten Stock wird das Getreide gelagert. Auf dem flachen Hausdach kann man einerseits Getreide trocknen, anderseits aber auch sich ausruhen und spielen. Im gemauerten Steinhaus ist es im Sommer kühl und im Winter warm. Dies zeigt die ausgezeichnete Architektur der Qiang-Nationalität.

Die heutigen Qiang-Menschen tragen meist noch ihre traditionelle Kleidung. Die Männer tragen ein langes blaues Hemd und ein blaues Kopftuch. Wenn sie sich nach draußen begeben, ziehen sie noch ein ungefüttertes Obergewand aus Schaffellen an. Die Frauen tragen meist eine lange blaue oder grüne Bluse mit Randverzierungen. Außerdem sind ihre Schürzen mit Mustern verziert, an der Kleidung befinden sich auffällige Bänder, und ein schwarzes Kopftuch gehört ebenfalls zur Ausstattung.

Die Qiang sind schlicht und schön. Männer und Frauen tragen meist lange Kleider aus Leinen mit einer Schaffellweste derüber. Der Kopf ist mit einem Turban bedeckt, und an den Unterschenkeln haben sie Wickelgamaschen. Die Kleider der Frauen sind mit gestickten Borten besetzt, und der Kragen ist mit einer Reihe Silberstücke in Form von Kirschblüten versehen. Dazu gehören noch bestickte Gürtel und Stoffschuhe und Ohrringe, Halsringe, Haarnadeln und Silberanhänger.

Mais ist die Hauptnahrung der Qiang-Nationalität. Auch Weizen, Buchweizen, Kartoffeln und Raps stehen auf dem Speiseplan. Die Qiang-Menschen essen nur in einigen Monaten frisches Gemüse. Sonst ist das Gemüse gewöhnlich eingesalzen, wie etwa China-Kohl und Rübenblätter. Die Qiang-Minderheit isst nicht gerne frisches Schweinefleisch. Sie hängen das Fleisch an die Dachkante und lassen es in der Luft trocknen. Je länger das Fleisch so aufgewahrt wird und je gelber das Fleisch dann aussieht, desto besser ist das Fleisch. Dieses lange Zeit aufgewahrte und gelbe Fleisch ist in keiner Weise fett und schmeckt gut. Das Fleisch kann man sowohl für die alltäglichen Gerichte, aber auch als Geschenk verwenden.

Die Qiang-Menschen haben reiche Erfahrungen in der Regulierung von Flüssen. Das bekannte Dujiangyan-Wasserbauprojekt in Sichuan wurde vor mehr als 2.000 Jahren von der Qiang-Nationalität und anderen Nationalitäten gemeinsam erbaut.

Die Qiang haben ihre eigene Zeitrechnung. Das traditionelle Neujahr der Qiang beginnt im 10. Monat ihres Kalenders. An diesem wichtigsten Tag des Jahres werden verschiedene Aktivitäten veranstaltet.

Die von Qiang-Menschen bewohnten Gebiete besitzen reiche Ressourcen. Hier wachsen unter anderem der chinesische Blütenpfeffer, die Walnuss, Teesträucher und der Lackbaum, genauer gesagt der Lacksumach. Auch seltene Drogen wie der chinesische Kernkeulenpilz, die Kaiserkrone, die Hirschgeweihsprosse und Moschus sind hier zu Hause.

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