13-11-2007 Beijing Rundschau
Eine Olympische Leistung
Von Tang Yuankai

Fast berühmt

Das Nationalstadion, auch bekannt als Vogelnest, befindet sich jetzt in der Phase der Innendekoration. Bei der Gestaltung des Stadionsinnern werden zwar Ideen berühmter Architekten aufgegriffen, aber spezifisch chinesische Elementen werden darin keinesfalls fehlen.

Das Vogelnest soll bis nächsten März vollendet sein. Es ist also das Gebäude, das noch am längsten seiner Fertigstellung entgegensehen wird. Das Fengtai Softball- Spielfeld in Beijing war die erste fertiggestellte Sportanlage. Im August 2006 wurde dort bereits die XI. Softball-Weltmeisterschaft der Frauen ausgetragen.

„Die meisten Sportanlagen werden bis Anfang August dieses Jahres fertiggestellt sein und in Betrieb genommen werden“, sagt der Chefingenieur der Bauarbeiten an der Olympia-Anlage, Wu Jingjun. „Manche werden Ende dieses Jahres vollendet sein“.

Verkehrsprobleme

„Wir sind zuversichtlich, im nächsten August die Verkehrsprobleme Beijings sehr gut im Griff zu haben“, sagt Wang von BOCOG. „Beijing wird den öffentlichen Verkehrsmitteln Auftrieb geben.“

Mit fast drei Millionen zugelassener Fahrzeuge und einer täglichen Zunahme des Fahrzeugbestands um mehr als 1000 PKWs, ist die Verkehrssituation in Beijing sehr angespannt. Zur Lösung des Problems beschleunigt die Beijinger Regierung den Ausbau der Infrastruktur und ermuntert die Bürger, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Unter anderem gibt es eine Ermäßigung der Fahrpreise. Die Eröffnung von vier neuen U-Bahnlinien ist ebenfalls geplant.

„Eine Aufklärungskampagne zur Befolgung der Verkehrsregeln ist ebenfalls durchgeführt worden“, fügt Wang hinzu. „Es ist gut, dass die Olympiade in der Ferienzeit stattfindet. Ohne den Verkehr, der mit dem Schulbesuch verbunden ist (Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen, oder sie von dort abholen), nimmt der Straßenverkehr um ein Viertel ab. Außerdem werden besondere Fahrspuren eingerichtet, um zu gewährleisten, dass Sportler und Zuschauer rechtzeitig an den Sportanlagen eintreffen. Geschäftswagen sollen während der Spiele möglichst nicht bewegt werden“, sagt Wang. Als gutes Beispiel nennt er das Gipfeltreffen des China-Afrika- Kooperationsforums im November 2006. Die Kapazitäten des öffentlichen Nahverkehrs sollen ausgebaut, und die Nutzung von Dienst- und Privatfahrzeugen eingeschränkt werden.

Blauer Himmel

Eine wichtige Aufgabe der Stadtregierung wird die weitere Verbesserung der Luftqualität sein. Dies schließt die Reduzierung der Emission von Schwefeldioxid und der durch den Straßenverkehr verursachten Luftverschmutzung sowie die Einführung der Sandsturmskontrolle ein.

Bereits bevor sich Beijing 2001 um die Austragung der Olympischen Spiele 2008 bewarb, wurde ein „Blauer-Himmel-Programm“ gestartet: Ein Tag mit blauem Himmel ist ein Tag, an dem die Luftqualität mindestens Grad II erreicht. Seit 1998 hat die Zahl der Tage mit blauem Himmel stark zugenommen: 146 waren es im Jahr 1999, 165 im Jahr 2000 und 185 Tage im Jahr 2001. Im Jahr 2006 gab es immerhin 241 Blaue-Himmel-Tage. Sie machten 66 Prozent aller Tage des gesamten Jahres aus.

Es wurden Maßnahmen getroffen, um die Luftverschmutzung in der Stadt zu reduzieren.

So wurde etwa im Februar die Eisenhütte der Beijing Shougang Group aus der Stadt ins Umland verlegt. Die Beijing Kokerei, die im Jahr 1958 im Südwesten der Stadt gegründet worden war, hat letztes Jahr ihre Produktion eingestellt.

Nach Liu Qi, Präsident von BOCOG, hat sich in der Stadt ein Strukturwandel vollzogen, so dass der Anteil der Industrieproduktion am Wirtschaftsaufkommen Beijings heute nur noch etwa 20 Prozent ausmacht.

„Darüber hinaus haben wir wichtige Schritte unternommen, um die Energiesstruktur zu verbessern, indem wir verstärkt auf saubere Energieträger wie Strom und Erdgas zurückgreifen“, sagt er.

Was den Schadstoffausstoß der Automobile betrifft, so hat Beijing den European III Emission Standard übernommen, und wird in Zukunft sogar den European IV Standard einführen. „So könnten trotz des wachsenden Verkehrsaufkommens die Emissionstandards internationales Niveau erreichen“, meint Liu.

„Eine grüne Olympiade auszurichten ist einer der drei Grundsätze, denen sich das BOCOG verpflichtet fühlt. Deshalb arbeitet Beijing mit den benachbarten Städten und Provinzen zusammen, um die Luftqualität zu verbessern“, sagt Wang Wei. Die Regierung berücksichtigt auch Vorschläge der NGOs und bemüht sich darum, in Beijing für die Olympischen Spiele 2008 tragbare Umweltbedingungen zu schaffen.

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