15-11-2007 Ein Deutscher in Beijing
Beijing in 8 Tagen
Jens Höfling

 Ein riesige Stadt wie Beijing jemandem, in diesem Fall meiner Mutter, innerhalb von acht Tage zu zeigen, ist sicherlich nicht einfach. Und das ganz bestimmt nicht, weil es zu wenige Attraktionen gibt. Die Auswahl ist fast unbegrenzt: Tempel, Paläste, Parks, Museen, Amüsierviertel – alles im Überfluss.

 

 

Um auch nur annähernd alle Highlights zu sehen, sollten mindestens 14 Tage anberaumt werden, und das bei einem straffen Zeitplan. Selbst eingefleischte Beijinger kennen nicht alles in ihrer Stadt. Ich versuchte dennoch mein Möglichstes, für diesen knappen Zeitraum ein umfangreiches Programm aufzustellen:Am ersten Tag stand erst mal eine Fahrt mit dem Linienbus auf dem Programm, damit kann man nämlich am besten einen ersten Eindruck vom Beijinger Stadtleben gewinnen. Auf der etwa halbstündigen Fahrt reihen sich links und rechts Restaurants und Geschäfte einander. Zudem gibt's jede Menge Einheimische auf der Straße zu sehen, die ihre täglichen Erledigungen bewältigen. Besonders überrascht war mein Gast über eine Busbedienstete, die keifend die Gäste im Bus herumkommandierte. So musste ein junger Mann seinen Sitzplatz räumen, sodass meine Mutter sich setzen konnte. Die Busfahrt ging von der Normal Universität im Nordosten der Stadt bis Xidan, der zentralen Einkaufsmeile in Beijing. Dieser Ort, westlich von der Verbotenen Stadt gelegen, kennt jeder in Beijing und ist Orientierungspunkt für alle weiteren Touren in Beijing. Von hier aus ging es am ersten Tag weiter zum Beihai-Park mit der bekannten Weißen Pagode. Der Park diente bereits im 10. Jahrhundert den Kaisern der Liao-Dynastie als Sommerresidenz und ist heute beliebtes Ausflugsziel für viele Beijinger.

Am zweiten Tag fuhren wir zum Tiananmen-Platz, dem größten innerstädtischen Platz der Welt und steingewordenes Monument der modernen Geschichte Chinas. Rechts und links des Platzes befinden sich die Halle des Volkes und das gewaltige Geschichtsmuseum. Im Norden und Süden begrenzen das Tor des Himmlischen Friedens und das Vordertor den Platz, während in der Mitte das Mao-Mausoleum dominiert, das gerade renoviert wird. Der Abend gestaltete sich musikalisch. In der „Forbidden City Concert Hall" sang die bekannte englische Sopranistin Emma Kirkby.

 Der dritte Tag, ein Samstag, stand dann ganz im Zeichen des Shoppings. Der Yashow-Markt sollte es sein, direkt in Sanlitun, dem Botschafts- und Vergnügungsviertel der Stadt. In dem fünfstöckigen Markt findet man alles, was Chinas Produktionsstätten hergeben. Kleidung, Souvenirs, Elektronikartikel, Taschen, etc. Besondere Aufmerksamkeit schenkte mein Gast den T-Shirts. Für schlappe 90 Yuan, etwa neun Euro, kaufte mein Besucher drei T-Shirts mit Beijing-Schriftzug sowie für 20 Yuan eine Umhängetasche mit dem Portrait von Mao auf der Vorderseite – soviel „Touri" musste sein.

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