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04-05-2008 Beijing Rundschau
Topographie
Gebirge Das Tibetische Plateau hat im Norden das Kunlun-Gebirge und dessen Ausläufer, das Tanggula-Gebirge, im Süden das Himalaya-Gebirge, im Westen das Karakorum-Gebirge und im Osten das Hengduan-Gebirge. Außerdem gibt es in Tibet das Kangdese-Nyainqentanglha-Gebirge und seine Ausläufer, die im Durchschnitt über 4000 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Von diesen Gebirgen liegen mehr als 50 über 7000 Meter und fünf über 8000 Meter über dem Meeresspiegel. Die Gebirgsketten auf dem Tibetischen Plateau verlaufen hauptsächlich von West nach Ost oder von Nord nach Süd. Sie lassen sich in folgende Gebirgszüge unterteilen: Himalaya-Gebirge: Das Himalaya-Gebirge, das sich im Zickzack durch den südlichen Teil des Tibetischen Plateaus schlängelt, ist das höchstgelegene und jüngste Gebirge der Erde. Es besteht aus vielen parallel von Ost nach West verlaufenden Gebirgszügen. Der Hauptteil des Himalaya liegt an der Grenze zwischen China und Indien bzw. Nepal. Das sich über 2400 Kilometer hinstreckende Gebirge ist 200 bis 300 Kilometer breit und hat eine durchschnittliche Höhe von 6200 Metern. Im mittleren Teil des Himalaya an der chinesisch-nepalesischen Grenze thront der Berg Qomolangma mit 8844,43 Metern über den ihn umgebenden Gipfeln. Im Umkreis um den Qomolangma befinden sich 42 Gipfel mit einer Höhe von mehr als 7000 Metern, von denen vier über 8000 Meter hoch sind. Kunlun-Gebirge: Das Kunlun-Gebirge verläuft am nordwestlichen Rand des Tibetischen Plateaus von West nach Ost und hat eine durchschnittliche Höhe von 5500 bis 6000 Metern. Es ist eines der Gebiete mit der größten Konzentration von ewigem Schnee und Gletschern in China. Mit 6973 Metern ist der Muztag der höchste Berg der Region. Karakorum-Tanggula-Gebirge: Der größte Teil des Karakorum liegt an der Grenze zwischen Xinjiang und Kaschmir. Im Osten bildet es die Tanggula-Berge. Der höchste Gipfel der Tangula-Berge ist der Geladaindong mit einer Höhe von 6621 Metern. Dort hat der Jangtse, der längste Fluss Chinas, seinen Ursprung. Kangdese-Nyainqentanglha-Gebirge: Der am südlichen Ende des Nordtibetischen Plateaus gelegene Kangdese-Nyainqentanglha-Gebirgszug bildet die natürliche Grenze zwischen Nord-, Süd- und Südosttibet und die wichtigste Wasserscheide zwischen den Inlandsflüssen und den Flüssen, die ins Ausland fließen. Der höchste Gipfel des Kangdese-Gebirges ist der Kangrinboqe mit einer Höhe von 6656 Metern. Der höchste Gipfel des Nyainqentanglha-Gebirges ist der Nyainqentanglha mit 7162 Metern. Hengduan-Gebirge: Das Hengduan-Gebirge besteht aus mehreren parallel verlaufenden Gebirgsketten, die von tiefen Flusstälern getrennt werden. Zu diesen Bergen gehören von West nach Ost unter anderem der Bexoi La, der Tarnyangtar'ong und der Markam. Die Berge haben eine durchschnittliche Höhe von 4000-5000 Metern und sind Ausläufer des Nyainqentanglha- und des Tanggula-Gebirgszuges.
Flüsse Die gewaltigen Berge des Qinghai-Tibet-Plateaus haben viele Gletscher hervorgebracht, deren geschmolzenes Eis vielen bekannten Flüssen als Quelle dient. Tibet ist eine der flussreichsten Regionen Chinas. Die Region verfügt über mehr als 20 Flüsse, von denen jeder ein Einzugsgebiet von mehr als 10 000 Quadratkilometern hat, und mehr als 100 Flüsse, von denen jeder ein Einzugsgebiet von mehr als 2000 Quadratkilometern hat. Hier gibt es nicht nur den Yarlung Zangbo und seine fünf Nebenflüsse — Lhasa, Nyang Qu, Nyang, Parlung Zangbo und Dogxong Zangbo, sondern auch die wichtigsten Nebenflüsse des Jangtse und des Lancangjiang (Mekong), die Quelle des Nujiang (Salween), den Sengge Zangbo (Indus) und den Langqen Zangbo (Sutlei). Einige der Flüsse münden ins Meer, andere sind reine Inlandsflüsse. Die jährlich von den Flüssen transportierte Wassermenge beträgt im Durchschnitt 448,2 Milliarden Kubikmeter. Die meisten der Flüsse, die in den Pazifischen oder in den Indischen Ozean münden, liegen im Grenzbereich von Ost-, Süd- und Westtibet. Die Inlandsflüsse entspringen vor allem auf dem Nordtibetischen Plateau. Ihnen dient das Schmelzwasser der Schneeberge des Nordtibetischen Plateaus als Quelle. Die meisten von ihnen sind vergleichsweise kurz und existieren nur saisonal. An ihrem Unterlauf bilden sie entweder einen See oder versickern in der Wildnis. Der Yarlung Zangbo ist der längste der Flüsse des Autonomen Gebiets Tibet. Der Yarlung Zangbo entsteht aus dem Gyima Yangzong-Gletscher, 5500 Meter über dem Meeresspiegel im Landkreis Zhumba am nördlichen Fuß des Himalaya. Er fließt durch Xigaze, Lhasa, Shannan und Nyingchi, vier Städte auf Bezirksebene, und 23 Landkreise, dann fließt er via Medog durch Indien und Bangladesch, wo er als Brahmaputra bezeichnet wird, und mündet in den Indischen Ozean. Er verläuft 2057 Kilometer durch China und ist damit der fünftlängste Fluss des Landes. Das Einzugsgebiet des Yarlung Zangbo beträgt 240 000 Quadratkilometer und ist das sechstgrößte Einzugsgebiet Chinas. Etwa 1 Million Menschen, rund 37 Prozent der Bevölkerung Tibets, leben im Einzugsgebiet des Yarlung Zangbo. Das landwirtschaftlich genutzte Land entlang des Flusses macht mit mehr als 150 000 Hektar 41,67 Prozent der Gesamtfläche der landwirtschaftlich genutzten Fläche Tibets aus. In der Umgebung des Flusses liegen auch einige bedeutende tibetische Städte, wie zum Beispiel Lhasa, Xigaze, Gyangze, Zetang und Bayi. Die Große Schlucht des Yarlung Zangbo. Der Yarlung Zangbo fließt von West nach Ost, bevor er im Grenzbereich der Landkreise Mainling und Medog den 7782 Meter hohen Berg Namjagbarwa umfließt und dabei die größte U-förmige Schlucht der Welt bildet. Der Namjagbarwa ist der höchste Gipfel im Osten des Himalaya. Im Jahre 1994 haben einige chinesische Wissenschaftler eine Expedition durch die Schlucht unternommen. Nach den vom Staatlichen Büro für Topographie und Kartographie veröffentlichten Expeditionsergebnissen beginnt die Schlucht bei dem Dorf Datogka im Landkreis Mainling im Norden und endet beim Dorf Parcoka im Landkreis Medog im Süden. Die Schlucht erstreckt sich somit über 504,6 Kilometer und ist durchschnittlich 2268 Meter tief. Der tiefste Punkt der Schlucht ist 6009 Meter tief. Zum Vergleich: der Colorado Canyon in den Vereinigten Staaten ist 440 Kilometer lang und die Colca-Schlucht in Peru ist 3203 Meter tief. Im September 1998 genehmigte der Staatsrat offiziell den Namen ,,Yarlung Zangbo Daxiagu" (Große Schlucht des Yarlung Zangbo) als Bezeichnung für die Schlucht. |
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