04-05-2008 Beijing Rundschau
Bestattungsformen und Hadas überreichen
 

Bestattungsformen

In Tibet gibt es die unterschiedlichsten Bestattungsformen: Erd-, Feuer-, Stupa-, Luft-, Wasser-, Felsen-, Baumbestattung, Bestattung in Steinsärgen und viele andere Formen mehr. Jede dieser Bestattungsformen ist zu einer bestimmten Zeit entstanden, hat eine bestimmte Verbreitung gefunden und hat ihre eigene Bedeutung. Die Erdbestattung gilt als der älteste Bestattungsbrauch; Stupa- und Feuerbestattung werden als gehobene Bestattungsformen angesehen. Die Bestattung in goldenen bzw. silbernen Stupas gilt als besondere Ehre und ist verstorbenen Dalai Lamas, Panchen Lamas und einer kleinen Zahl von Großen Lebenden Buddhas vorbehalten. Laien und Adlige können die Feuerbestattung wählen. Die Feuerbestattung ist im Bezirk Nyingchi und anderen Bezirken, die reich an Wäldern sind, allgemein üblich. Die Wasserbestattung wird bei verstorbenen armen Menschen, an Krankheit Gestorbenen und toten Kindern vollzogen. Die Luftbestattung, die in Tibet die meiste Verbreitung gefunden hat, ist eine Bestattungsform, die für alle Tibeter zulässig ist.

Alle Gebräuche um Sterben und Tod in Tibet lassen sich von buddhistischen Vorstellungen wie „alle Lebewesen haben eine Seele“ und „Wiedergeburt“ leiten. Da Tibeter den Tod als Wiedergeburt auffassen, sieht man ihm ruhig und gelassen ins Auge und hat weder Furcht vor ihm noch kennt man das schmerzliche Gefühl des Abschiednehmens. Todkranke können dem Wirken des Schicksals ruhig folgen. Auch die Verwandten und Freunde drücken weder tiefe Trauer noch große Schmerzen aus, wie dies so häufig bei anderen Kulturen der Fall ist.

 

Hadas überreichen

Ein tibetischer Bauer nimmt in Festtracht mit Hada an der Zeremonie der Erstbestellung der Felder im Frühjahr teil.

Ein tibetischer Bauer nimmt in Festtracht mit Hada an der Zeremonie der Erstbestellung der Felder im Frühjahr teil.

Der Hada – eine Art Schal – ist ein weitverbreitetes Geschenk, dessen Hauptfunktion darin besteht, Glück herbeizuwünschen und Respekt, Freundschaft und Aufrichtigkeit auszudrücken. Die Qualität, die Farben und die Länge der Hadas sind unterschiedlich. Früher hat man Hadas meistens aus Rohseide, Jute und Hanf hergestellt, während in letzter Zeit immer mehr von ihnen aus Kunstfasern produziert werden. So wie es verschiedene Sorten von Hadas gibt, gibt es auch verschiedene Methoden, sie zu falten, je nach dem Zweck, dem sie dienen sollen. Tibeter schätzen die Farbe Weiß. Nach ihrer Meinung symbolisiert diese Farbe Heiligkeit und Reinheit, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit; deshalb sind die meisten Hadas weiß. Es gibt auch bunte Hadas (blau, weiß, gelb, grün und rot). Die Farben haben jeweils eine eigene Bedeutung. Für den Symbolwert der Farben gibt es verschiedene Erklärungen. Allgemein heißt es, dass die Hadas der obengenannten fünf Farben jeweils den blauen Himmel, weiße Wolken, die Erde, Flüsse und Gottheiten symbolisieren.

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