|
11-10-2007
Beijing Rundschau Beijing - ganz normaler Kulturschock?
Von Ricky v. Kanne
Die chinesische Regierung versucht, im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 2008 genau diese Sprachbarriere zu beheben, denn die Stadt wird während der zwei Wochen einem zuvor noch nie da gewesenen Touristenansturm ausgesetzt werden. Die Taxifahrer und Verkäufer müssen einen Grundwortschatz Englisch lernen und anschließend einen Test ablegen, und die chinesischen Schilder an öffentlichen Plätzen und Sehenswürdigkeiten werden durch weitere englischsprachige Schilder ergänzt. Dies sind nur einige der Veränderungen, die bis 2008 durchgeführt werden und zur Verbesserung des Stadtansehens und der Internationalität beitragen sollen. Ein Phänomen, an das sich Westler, besonders blonde, wohl nur schwer gewöhnen können, ist die Tatsache, dass man viel beobachtet, angestarrt und fotografiert wird. Trotz mehrerer Hunderttausend Touristen jährlich, wird man von vielen Menschen noch als etwas Besonderes betrachtet. Da kann es passieren, dass man ahnungslos den Himmelstempel betrachtet und innerhalb von Sekunden ein kleines Mädchen neben einem postiert und schnell ein Foto gemacht wird. Dabei handelt es sich meistens nicht um Einheimische, denn die Beijinger sind an uns Westler gewöhnt, sondern viel mehr um Chinesen aus anderen, oft viel kleineren Städten, die noch nicht so von westlichen Touristen überschwemmt sind. Aber auch diese sight-seeing-Unterbrechung verzeiht man gerne, wenn man sich eingesteht, dass auch wir immer gerne andere Menschen und Touristen in Deutschland, zugegeben meist versteckten, mit neugierigen Blicken beschauen. In Deutschland gibt es oft das Vorurteil, wenn auch nicht immer ganz unbegründet, dass in chinesischen Restaurants Hunde und Katzen gegessen werden. Das ist ein gängiges Klischee und so erwartet man erst recht in China, dass hauptsächlich Hund, Katze und Schlangen auf der Speisekarte stehen müssen. Da ergibt sich das Problem, dass man als Tourist die Speisekarte meist nicht lesen kann und auch nicht immer Bilder dabei sind, auf die man einfach zeigen kann. Es bleibt einem nur eine Möglichkeit: man muss sich einfach auf das chinesische Essen einlassen und vertrauen. Bei weitem nicht in jedem Restaurant ist es Gang und Gebe Froschschenkel oder Hühnerkrallen zu servieren, obwohl dies zu den Spezialitäten, wie im Übrigen auch in der Schweiz, Österreich oder in Frankreich, gehört. Es gibt nicht nur unterschiedliche Fleischsorten, sondern auch viele Gemüsearten, die wir so in Deutschland nicht kennen oder nicht essen würden.
|
| Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24, 100037 Beijing, Volksrepublik China |