12-10-2007 Beijing Rundschau
Xi'an - Chinas Tor zum Westen
von Ricky v. Kanne

Jeder, der kulturell ein bisschen interessiert ist und vielleicht auch dem Fernen Osten etwas Beachtung schenkt, hat schon von der riesigen Terrakotta-Armee des ersten chinesischen Kaisers gehört, Bilder gesehen oder ist vielleicht sogar schon mal dort gewesen. 

Ich hat eine Gelegenheit im Februar, zusammen mit Tante Li, einer Chinesin, Xi’an einmal zu besuchen. Unsere Tour startete von unserem Hostel aus, das genau neben dem Südtor der ca. 12 km langen, noch komplett erhaltenen Stadtmauer liegt. Die Mauer, die im 14. Jahrhundert mustergültig renoviert wurde, war sehr farbenfroh mit vielen Tierfiguren geschmückt, die das neue Jahr einläuten sollten, denn wir befanden uns ja noch immer mitten im Frühlingsfest. Von der Mauer aus hat man einen schönen Blick über die Stadt und man wird gleich auf den großen Kontrast aufmerksam: auf der einen Seite, innerhalb der Stadtmauern, steht die „Altstadt“ mit einigen historischen Bauten, wie zum Beispiel dem Trommelturm und dem Glockenturm, und Gebäuden, die sehr typisch „chinesisch“ sind und auch einigen neuen Gebäuden, aber auf der anderen Seite sieht man neumodischen Hochhäuser und ein paar Fabriken. Man kann die gesamte Mauer entweder zu Fuß oder mit Fahrrädern, die auf der Mauer ausgeliehen werden können, umrunden und somit einen guten Überblick über die Stadt bekommen.

Für uns ging es dann weiter zu Fuß durch die Stadt zur großen Wildganspagode, einer der bekanntesten buddhistischen Pagoden Chinas. Von Weitem könnte man denken, dass die Pagode aus Holz gebaut wurde, in Wirklichkeit aber sind es Ziegelsteine. Die Pagode, die heutzutage zu sehen ist, stammt aus dem Jahr 704 und wurde zum Schutz der Sutren erbaut, die der Mönch Xuanzang (602-664) aus Indien mitgebracht hatte. Die 7-stöckige Pagode ist gerade durch die Schlichtheit ihrer Bauweise sehr interessant und bemerkenswert. 

Für den nächsten Tag war ein Tagesausflug zu der Huaqing-Bassin (Quelle der Reinheit) und der Terrakotta-Armee geplant. 

Leider ist die ursprüngliche Anlage der Quelle durch weitere neue Gebäude ergänzt worden und ist sehr touristisch. Wenn man möchte, kann man sich sogar mit kleinen Wagen durch die Anlage fahren lassen, was gerne von einigen Touristen in Anspruch genommen wurde.

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