26-02-2008 Quelle: Radio China International
Qiandaohu: See der tausend Inseln
 


Im Westen der ostchinesischen Küstenprovinz Zhejiang lag einmal eine wohlhabende Ortschaft - der Kreis Chun'an. Vor knapp 50 Jahren, als der große Stausee gebaut wurde, versanken die belebten Gemeinden für immer im Wasser. Seit der Entstehung des Stausees wurde die Region mit den vielen Bauernhöfen inmitten einer malerischen Naturlandschaft zu einem begehrten Reiseziel.

Die Umgebung von Chun'an ist reich an Wasser. Mehr als 30 Bäche fließen vorbei. Daher spielte Chun'an für die Wasserversorgung eine wichtige Rolle. Durch den regen Verkehr blühten der Handel und die Gastronomie auf. Seit dem Bau des Stausees Xin'anjiang im Jahre 1959 versanken fünf Gemeinden der Ortschaft im Wasser. 290 000 Menschen mussten in benachbarte Regionen umsiedeln. Dies bedeutete für die Ortschaft allerdings nicht ausschließlich einen Verlust. Denn durch den Stausee und das Wasserkraftwerk konnte mehr Strom gewonnen werden. Viele wichtige Gebäude wurden an anderen Orten wieder aufgebaut, und vor allem die Traditionen leben in den Dörfern um den Stausee fort. Statt vom Handel und der Gastronomie wird die Wirtschaft der Region in erster Linie von der Land- und Forstwirtschaft sowie vom Tourismus belebt. Dazu erklärt unsere Reiseleiterin Wang Lihua:

"Der See ist von vielen Hügeln umgeben. Daher sind die Forstwirtschaft und die Landwirtschaft sehr wichtig, was nicht immer so war. Früher lebte man in erster Linie vom Handel und vom Wassertransport. Um die Umwelt zu schützen, dürfen in der Nähe des Stausees nicht viele Industrieanlagen gebaut werden. Außerdem ist der Tourismus für uns wichtig, weil der Stausee, umgeben von einer hügeligen Landschaft, für Menschen aus anderen Landesteilen zusehends attraktiv wird. Jedes Jahr besuchen mehr als eine Million Menschen den See."

Der Stausee heißt Qiandao-See, oder See der tausend Inseln. Während des Baus vor ungefähr 50 Jahren stieg der Wasserspiegel langsam an, und viele Hügel standen bald soweit unter Wasser, dass nur noch die Gipfel über die Wasseroberfläche des Stausees hinausragten. Weil das wie eine Insellandschaft aussieht, nennt man den Stausee auch See der tausend Inseln, genau sind es 1078.

Wie gesagt lebt man heute vor allem von der Land- und Forstwirtschaft. Bekannte Agrarprodukte wie Teeblätter und Seidenkokons stammen aus dieser Region. Viele Bauern leben auch vom Fischfang. Dazu erklärt unser Reiseleiter:

"In der Morgen- und Abenddämmerung springen die Fische höher aus dem Wasser. Man kann die verschiedenen Fischarten anhand des Plätscherns, das durch die Sprünge der Fische entsteht, unterscheiden. Wenn sich der Fischgeruch über der Seeoberfläche ausbreitet, kann man ungefähr erahnen, wie groß der Schwarm ist. Jeden Morgen rudert ein erfahrener Fischer über den See, um sich im Voraus über die Lage des Fischbestandes zu informieren. Danach arbeiten die Fischer in 20 Booten unter der Leitung eines erfahrenen Fischers zusammen, um ein riesiges Netz auszuwerfen, das 4 Kilometer lang und 65 Meter breit ist. Nachdem man langsam das riesige Netz eingeholt hat, wirft man ein kleineres Netz aus, bis man schließlich den Schwarm fängt."

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