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Palastmuseum: Zurück in die Zukunft

Von Yuan Yuan  ·   2015-10-20  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Palastmuseum;90;Shan;Kurator
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Historische Kunstwerke und moderne Technologie locken Millionen von Besuchern in das weltbekannte Palastmuseum von Beijing. 

 

Ein Museumsbesucher betrachtet das Bild "Entlang des Flusses während des Qingming-Festes" (XINHUA)

Am 10. Oktober machte sich Yu Jian, ein 35-jähriger Geschäftsmann aus Zhengzhou, der Hauptstadt der Provinz Henan, auf den Weg nach Beijing, in der Hoffnung, sich eine Ausstellung alter Kalligraphien und Gemälde im berühmten Palastmuseum ansehen zu können. Dreieinhalb Stunden war er im Schnellzug unterwegs, um endlich Zhang Zeduans Werk „Entlang des Flusses während des Qingming-Festes", eine mehr als fünf Meter lange Bildrolle aus der Nördlichen Song-Dynastie (960-1127), im Original zu betrachten.   

Yu wollte sich dieses Meisterwerk schon seit Jahren ansehen. Das letzte Mal wurde es vor zehn Jahren in der Öffentlichkeit gezeigt. Damals war er noch jung und hatte keine genauen Informationen über die Ausstellung. Daher war er diesmal entschlossen, sich seine Chance nicht entgehen zu lassen.  

Endlose Menschenströme  

Das Palastmuseum öffnet um 8.30 Uhr. Am 11. Oktober stand Yu noch vor 9 Uhr am Eingang, nur um dann von den Museumsmitarbeitern zu hören, dass er mindestens zehn Stunden lang Schlange stehen müsste, um das berühmte Kunstwerk in Augenschein zu nehmen.  

Ganz offensichtlich hatten zahllose andere Menschen das gleiche Ziel wie er. „Ich dachte, ich bin früh dran, aber die Schlange zog sich schon mehrere hundert Meter vom Eingang den ganzen Weg bis zur Wuying-Halle, wo das Bild gezeigt wird", berichtet er.  

Verglichen mit anderen Besuchern, die schon seit 4 Uhr morgens hier warteten, war Yu spät dran. Xu Xiaolu, Student an der Beijing Normal University, war schon gegen 5.30 Uhr am Museum, doch auch da warteten bereits viele.  

"Ich wusste, wie die Lage sein würde, denn die Wartenden haben Bilder von der langen Schlange im Internet gepostet", erzählt Xu. "Ich bin um 4.30 Uhr aufgestanden, aber das war anscheinend immer noch zu spät." 

Angelockt wurden die Besucherströme von einer Ausstellung der Meisterwerke der Precious Collection of the Stone Moat , einer Sammlung von Kalligraphien und Gemälden im Besitz der Kaiser der Qing-Dynastie (1644-1911). Die Schau begann am 8. September als Teil der Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag des Palastmuseums.  

Die Kunstwerke wurden während der Herrschaft von Kaiser Qianlong (1736-1796) und Kaiser Jiaqing (1796-1821) von 31 Beamten gesammelt. So kamen mehr als 10.000 der erlesensten Gemälde und Kalligraphien zusammen. Aus dieser wertvollen Sammlung wurden mehr als 100 Werke für die Ausstellung zum 90. Geburtstag des Palastmuseums ausgewählt  

"Der Jahrestag ist eine großartige Gelegenheit, so viele Kunstschätze zusammen zu zeigen", erklärte Zeng Jun, Direktor der Kalligraphie-Abteilung des Museums, bei der Eröffnung der Schau. „Entlang des Flusses während des Qingming-Festes" ist der Höhepunkt und wird einen Monat lang gezeigt. Danach wird das Bild mindestens drei Jahre nicht in der Öffentlichkeit zu sehen sein."  

Das Bild zeigt das tägliche Leben in der Stadt Bianjing (das heutige Kaifeng in Henan) mit detaillierten Darstellungen von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten. Das lebhafte Treiben bezeugt den Wohlstand in Bianjing. Wegen seines historischen und kulturellen Werts und der künstlerischen Perfektion bringen sogar Kopien Millionen von Yuan ein.  

Neben Gemälden und Kalligraphien werden außerdem Objekte aus dem Ru-Brennofen, einem der berühmtesten Brennöfen Chinas, gezeigt. Die Brennöfen produzierten glasierte Porzellanobjekte von einem exquisiten Blau, die ausschließlich von den Song-Herrschern benutzt wurden.  

"Die Song-Dynastie ist meine Lieblingsdynastie in der chinesischen Geschichte", erklärte Filmemacher Zhang Yi nach dem Besuch der Ausstellung. „Es ist die Dynastie der Künstler. Ich will einen Film über diese Dynastie und ihr fantastisches Porzellan machen." 

Die Begeisterung für Zhang Zeduans „Entlang des Flusses während des Qingming-Festes" überstieg bei weitem Zengs Erwartungen. „Das Meisterwerk wurde nicht zum ersten Mal im Palastmuseum gezeigt", erläutert er. „Wir haben es auch zum 80. Geburtstag des Museums ausgestellt, aber damals kamen weniger Besucher." 

Die Zahl der Museumsbesucher ist in den letzten Jahren stark angestiegen. 2002 kamen 7 Millionen Menschen ins Palastmuseum. 2014 hatte sich die Zahl mit 15,34 Millionen mehr als verdoppelt. Am 1. Oktober 2005 lag die Besucherzahl bei über 56.100 –  ein neuer Rekord. Am 1. Oktober 2012 strömten mehr als 182.000 Besucher in die Hallen – ein Allzeithoch.  

Der Andrang ist derart immens, dass das Museum Einlasskontrollen eingeführt hat. Seit 2014 ist es montags wegen Renovierungs- und Wartungsarbeiten geschlossen und seit dem 13. Juni dieses Jahres ist die Besucherzahl auf 80.000 pro Tag begrenzt worden. Die 80.000 Eintrittskarten für den 2. Oktober waren allerdings schon kurz nach Öffnung des Museums verkauft, bereits um 10.10 Uhr wurden alle Ticketschalter geschlossen.  

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