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Neuer Trend in Chinas Mittelklasse: Tee trinken wie die Briten

Von Wang Xiaoling  ·   2016-08-04  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: chinesische Mittelklasse
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Lian Xiaoying (24) ist eine begeisterte Teeliebhaberin. Und so überzeugte sie ihren Mann davon, sie mit ihren Freunden zu einem echten britischen Nachmittagstee in einen Salon der Annvita English Tea Company im Beijinger Stadtbezirk Sanlitun einzuladen.

Ein Mitarbeiter des Annvita-Teesalons in Sanlitun serviert Gästen den klassischen englischen Nachmittagstee mit Gebäck und Snacks.  

 

Während ihre Freunde Neuigkeiten austauschten, nippten sie an ihrem nachmittäglichen Früchtetee und knabberten an Gurkensandwiches und Scones.  

"Ich genieße es wirklich, Tee zu trinken. Daher hat uns mein Mann hierhin gebracht. Es ist ruhig und stilvoll", sagte Lian mit einer filigranen Porzellantasse in der Hand. „Wir gehen normalerweise nicht zum Nachmittagstee, weil es teuer ist. Aber ab und an ist es ein schönes Erlebnis."  

Mit seinen eleganten Möbeln aus dunklem Holz, blauen Samtvorhängen und klassischer Musik im Hintergrund hat der Teesalon den unverfälschten Charakter eines viktorianischen Wohnzimmers.  

Die importierten Teesorten werden in Porzellankannen zusammen mit Snacks auf dreistöckigen Gebäcketageren serviert.  

Seit einigen Jahren erfreut sich die britische Teekultur in China wachsender Beliebtheit, immer mehr Einheimische gönnen sich dieses Luxuserlebnis.  

Die gebürtige Taiwanesin Ann Chiang, Inhaberin der Annvita English Tea Company, reiste Mitte der 1990er Jahre nach England, wo sie sich hoffnungslos in die traditionelle britische Teekultur verliebte.  

Seitdem träumte sie davon, eines Tages ihr eigenes Tee-Label in China ins Leben zu rufen.  

Nachdem sie sich etwas mit Marktforschung befasst hatte, kam sie zu dem Schluss, dass sich der Markt für Teehäuser in China vor allem an männliche Kunden richtete und dass es Spielraum für eine neue Art des Teegenusses gab.  

"Ich war sehr erleichtert, dass es in China keine britischen Teesalons mit ihrem eleganten Konzept, das mir vor Jahren in England so gefallen hatte, gab", erklärte Chiang. „Also entschloss ich mich, es mit diesem besonderen Konzept des britischen Teesalons am Markt zu versuchen."  

2011 setzte Chiang ihren Traum in die Tat um und eröffnete ihren ersten Teesalon in viktorianischem Stil in Shanghai, um die Idee des britischen Nachmittagstees in China zu promoten.  

Heute hat Annvita 45 Filialen, acht davon sind vollständig in Unternehmensbesitz, bei 35 handelt es sich um autorisierte Geschäfte. Die Teehauskette ist chinaweit in 30 Städten vertreten, darunter  Beijing, Shanghai und Wuhan (Provinz Hubei). 

Gemäß der Zielvorgabe, bis zu drei Filialen und bis zu zehn autorisierte Geschäfte pro Jahr zu öffnen, sollen 2016 drei neue Filialen und fünf autorisierte Teesalons an den Markt gehen.  

Auch wenn das Unternehmen seine Jahreszahlen lieber nicht veröffentlichen will, prognostiziert es für die kommenden Jahre dank der steigenden Nachfrage junger Chinesen ein stabiles Wachstum von 10 bis 15 Prozent.  

"Chinesische Verbraucher gewöhnen sich langsam an das Konzept des Nachmittagstees mit Gebäck und Nachtisch", sagt Chiang. „Und Kunden, die ausländischen Tee bevorzugen, sind immer jünger und besser ausgebildet." 

Die meisten der Kunden von Annvita sind Büroangestellte im Alter von 25 bis 45 Jahren, die meisten davon Frauen.  

Zu den Bestsellern des Unternehmens zählen traditionelle britische Teesorten wie Earl Grey, British Rose und Darjeeling, ein Kännchen kostet 200 Yuan (29,9 US-Dollar) bis 568 Yuan.  

Die Kette bezieht ihren Tee aus Großbritannien, Deutschland und Taiwan.  

Die plötzliche Beliebtheit des britischen Nachmittagstees hat einen exklusiven Charakter, denn es werden nur geringe Mengen ausländischen Tees gegenwärtig nach China importiert.  

2015 importierte China 22.900 Tonnen Tee, das entsprach nach Angaben von Frost und Sullivan nur sieben Prozent seines Exportvolumens,  

Aufgrund der wachsenden Verbrauchernachfrage nach importierten Teegetränken erreichten die Teeimporte nach einem Bericht von IBIS World im vergangenen Jahr einen Wert von 258 Millionen US-Dollar und stiegen somit um 15 Prozent im Vergleich zu 2014.  

Der populäre Nachmittagstee ist zu einer wichtigen Einnahmequelle für Chinas Luxushotels geworden.  

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2007 bietet das Ritz-Carlton in Beijing eine Auswahl von Tees und Snacks wie Sandwiches und Scones mit Marmelade und Schlagsahne für die Liebhaber des Nachmittagstees an.  

"Dieses Gästeerlebnis trägt zur Sicherung des Marktanteils bei und fördert die Hotelumsätze", erklärte Lisa Wang, PR-Managerin im Ritz-Carlton in Beijing. "Wir generieren mit dem Nachmittagstee erhebliche Einnahmen und sie steigen von Jahr zu Jahr".  

Und das Wachstumspotential ist noch nicht ausgeschöpft, denn immer mehr chinesische Kunden haben Lust, britischen Tee zu probieren.  

Eine steigende Anzahl von Chinesen betrachte den Nachmittagstee als soziales Statement oder ein Erlebnis abseits der Lunch- und Dinner-Routine, meint Wang.  

  

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